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Goal.com-Talkrunde: „Vizekusen zeigt Nerven im Meisterschafts-Dreikampf“
In der Goal.com-Talkrunde analysieren unsere Redakteure die Themen der Woche. Diesmal haben die Bundesliga-Experten Dennis Weinacht und Francois Duchateau die Stühle zusammengeschoben, um eine Prognose im Meisterschafts-Dreikampf zu wagen.
Berlin. Bayern München, Schalke 04, Bayer Leverkusen - Wer hat am Ende die Nase vorn?
Dennis Weinacht: Ich würde derzeit sehr stark vom FC Bayern München ausgehen, da einerseits die notwendige Qualität im Kader vorhanden ist, andererseits aber auch die Konkurrenz aus Leverkusen schwächelt. Schalke ist ein Anwärter, wird aber in diesem Jahr den großen Wurf noch verpassen.
Francois Duchateau: Ich stimme zu, dass Bayern die Qualität, auch den Lauf, die Dominanz, aktuell hat. Allerdings soll man Schalke nicht unterschätzen, schließlich ist Magath Trainer. Niemand hätte gedacht, dass Schalke so tolle Resultate mit dem jungen No-Name-Kader nach der verkorksten Saison einfahren würde. Aber wenn man sich die Spiele ansieht, dann ist es einfach schwer gegen „Königsblau“. Eiserne Defensive und effektive Chancenverwertung. Harter Tobak für den Zuschauer, aber so ist Magath in Wolfsburg Meister geworden.
Dennis Weinacht: Ja, diese Eigenschaften reichen sicherlich auch, um am Ende ungefährdet in die Champions League einzuziehen. Aber letztlich steht eben immer auch das qualitativ beste Team oben. Das hatte Magath in der letzten Saison in Wolfsburg, auf Schalke aber derzeit – noch - nicht. Ich bin mir sicher, dass er irgendwann den Titel in den „Pott“ holt. Diese Saison aber reicht es nicht. Oder siehst du auf Schalke ähnlich gute und im Titelkampf erfahrene Spieler wie einen Arjen Robben oder einen Franck Ribéry?
Francois Duchateau: Naja, auch ohne Ribéry und Robben hat Magath nur zwei Punkte weniger als der FCB eingefahren. Im Gegensatz zu den Bayern ist S04 aber nicht von zwei Spielern abhängig - okay, sie haben auch weit über 30 Stück im Kader und Kuranyi spielt eine Bombensaison. Aber wie die Münchener ohne „Rib“ und „Rob“ drauf sind, hat man in Köln gesehen. Bayerns Stärke ist gleichzeitig auch Bayerns Schwäche, denn ohne die Flügelzange sind die Lederhosen angreifbar. Dennoch bleiben sie Favorit. Eindeutig wird's am Ende aber nicht.
Dennis Weinacht: Ich glaube aber gerade, dass die Bayern sich in Sachen Teamplay verbessert haben und eben nicht von zwei Spielern abhängig sind. Das hat man in der Hinrunde streckenweise gesehen, als Franck und Arjen gefehlt haben. Köln würde ich da nicht als Vergleich heranziehen, weil der FC einfach unglaublich gut gespielt hat. Bei van Gaal bekommen plötzlich auch junge Spieler eine Chance, er setzt komplett auf das Leistungsprinzip und nimmt Individualisten den Heldenstatus. Das stärkt den Team-Gedanken. Das wird am Ende das dicke Plus des FCB sein. Schalke wird meiner Meinung nach auch nicht bis zum Ende oben dran sein. Mein Tipp wäre, dass sich die Bayern schon zwei Spieltage vor dem Ende in Mönchengladbach die Schale sichern - also doch eher ein deutlicher Titelgewinn.
Francois Duchateau: Ich habe großen Respekt vor van Gaals Arbeit. Ich denke wir sind uns einig, dass die direkten Duelle zwischen Schalke, Leverkusen und Bayern die Meisterschaft entscheiden - oder vielleicht eher den Grad der Spannung? Denn Bayern wird selbst bei Ausrutschern bis zuletzt oben bleiben. Vor allem Leverkusen zeigt grade - wieder einmal - Nerven, wenn es darauf ankommt. Dann sieht man doch wieder, dass die Elf zu jung ist für die absolute Spitze. Für so einen Reifeprozess ist es nämlich schädlich, wenn man ungeschlagen bleibt. In der Rückrunde spielt Leverkusen wesentlich schlechter. Manchmal ist eine Niederlage ja nicht schlecht, um den Ehrgeiz aufrecht zu erhalten und die Jungs wachzurütteln. Wenn man immer nur Punkte mühelos einsammelt, dann verschwindet so ein wenig der Einsatz, der Wille. Man denkt ja es sei ein Selbstläufer. Die Pleite gegen Nürnberg scheint jedoch gleichzeitig zu spät zu kommen für „Vizekusen“. Denn plötzlich wird alles in Frage gestellt bei Bayer.
Dennis Weinacht: Das sehe ich genauso. Ich hatte Leverkusen wegen Trainer-Fuchs Heynckes einiges zugetraut, weil er die notwendige Erfahrung hat. Aber offenbar hat auch das der Mannschaft keine Konstanz verliehen. Das lag sicherlich auch daran, dass es wie von dir beschrieben, keine frühzeitigen Rückschläge gab und der Lernprozess etwas stockte. Ich würde sogar soweit gehen und nach den letzten beiden Spielen sagen, dass Leverkusen der Fall aus den Champions-League-Plätzen droht. Neun Spieltage vor dem Ende ist vieles möglich. Die Meisterschaft traue ich ihnen nun aber auf keinen Fall mehr zu. Auch ein Aufbäumen in den letzten Wochen erwarte ich nicht, dabei verstehe ich nicht, was der Mannschaft fehlt. Sie hat Qualität und trat als Team ordentlich auf. Ich weiß nicht, woran es letztlich jedes Jahr scheitert?!
Francois Duchateau: Leverkusen versucht jedes Jahr aufs Neue mit Talenten ein Topteam zu formen. Nach Daum gab’s viele Trainer- und Philosophiewechsel. Wer soll denn außer Hyypiä den Karren führen bei Bayer, wenn es um die Wurst geht? Und das tut es jetzt. Rolfes ist verletzt. Adler ist zu jung. Kroos ist noch zu grün und im Sommer weg. Barnetta, Renato Augusto, Reinartz, Kießling, Friedrich, Castro - niemand hat die Erfahrung von denen oder die Persönlichkeit, Leverkusen auf seine Stärken zu besinnen. Bayer zittert - und zu Recht. Wer die ganze Zeit sich nicht getraut hat, das Wort „Meisterschaft" in den Mund zu nehmen, tja - bekommt nun die Rechnung.
Dennis Weinacht: Aber die Konkurrenz - abgesehen von den Bayern - meidet das ja auch. Ich denke aber, dass das bei Schalke nur eine Art Blende ist. Ich bin mir sicher, dass intern anders gesprochen wird. Magath war ja auch in Wolfsburg der Mann der leisen Töne. Ich würde sogar behaupten, dass er intern sehr offen über die Meisterschaft spricht. Aber: Wenn du so kurz vor dem Ende der Saison so weit oben stehst, muss das auch das Ziel sein. Also kann es wirklich sein, dass es bei Leverkusen ein psychologisches Problem war.
Francois Duchateau: Natürlich, bei Magath ist das ganze Gerede nur Fassade. Der will seine jungen Talente schützen, das ist auch clever. Van Gaal stellt sich auch vor seine Mannschaft. In Leverkusen spuckt man indes leise Töne. Da muss man sich am Ende nicht wundern, wenn's mal wieder nicht klappt. Aber Leverkusen will ja anscheinend nicht. Das zeigen sie jedenfalls gerade eindrucksvoll.
Wie verläuft der Kampf um die Schale in der Bundesliga? Hinterlasst Eure Kommentare und diskutiert mit uns auf Facebook!
Dennis Weinacht: Ich würde derzeit sehr stark vom FC Bayern München ausgehen, da einerseits die notwendige Qualität im Kader vorhanden ist, andererseits aber auch die Konkurrenz aus Leverkusen schwächelt. Schalke ist ein Anwärter, wird aber in diesem Jahr den großen Wurf noch verpassen.
Francois Duchateau: Ich stimme zu, dass Bayern die Qualität, auch den Lauf, die Dominanz, aktuell hat. Allerdings soll man Schalke nicht unterschätzen, schließlich ist Magath Trainer. Niemand hätte gedacht, dass Schalke so tolle Resultate mit dem jungen No-Name-Kader nach der verkorksten Saison einfahren würde. Aber wenn man sich die Spiele ansieht, dann ist es einfach schwer gegen „Königsblau“. Eiserne Defensive und effektive Chancenverwertung. Harter Tobak für den Zuschauer, aber so ist Magath in Wolfsburg Meister geworden.
Dennis Weinacht: Ja, diese Eigenschaften reichen sicherlich auch, um am Ende ungefährdet in die Champions League einzuziehen. Aber letztlich steht eben immer auch das qualitativ beste Team oben. Das hatte Magath in der letzten Saison in Wolfsburg, auf Schalke aber derzeit – noch - nicht. Ich bin mir sicher, dass er irgendwann den Titel in den „Pott“ holt. Diese Saison aber reicht es nicht. Oder siehst du auf Schalke ähnlich gute und im Titelkampf erfahrene Spieler wie einen Arjen Robben oder einen Franck Ribéry?
Francois Duchateau: Naja, auch ohne Ribéry und Robben hat Magath nur zwei Punkte weniger als der FCB eingefahren. Im Gegensatz zu den Bayern ist S04 aber nicht von zwei Spielern abhängig - okay, sie haben auch weit über 30 Stück im Kader und Kuranyi spielt eine Bombensaison. Aber wie die Münchener ohne „Rib“ und „Rob“ drauf sind, hat man in Köln gesehen. Bayerns Stärke ist gleichzeitig auch Bayerns Schwäche, denn ohne die Flügelzange sind die Lederhosen angreifbar. Dennoch bleiben sie Favorit. Eindeutig wird's am Ende aber nicht.
Dennis Weinacht: Ich glaube aber gerade, dass die Bayern sich in Sachen Teamplay verbessert haben und eben nicht von zwei Spielern abhängig sind. Das hat man in der Hinrunde streckenweise gesehen, als Franck und Arjen gefehlt haben. Köln würde ich da nicht als Vergleich heranziehen, weil der FC einfach unglaublich gut gespielt hat. Bei van Gaal bekommen plötzlich auch junge Spieler eine Chance, er setzt komplett auf das Leistungsprinzip und nimmt Individualisten den Heldenstatus. Das stärkt den Team-Gedanken. Das wird am Ende das dicke Plus des FCB sein. Schalke wird meiner Meinung nach auch nicht bis zum Ende oben dran sein. Mein Tipp wäre, dass sich die Bayern schon zwei Spieltage vor dem Ende in Mönchengladbach die Schale sichern - also doch eher ein deutlicher Titelgewinn.
Francois Duchateau: Ich habe großen Respekt vor van Gaals Arbeit. Ich denke wir sind uns einig, dass die direkten Duelle zwischen Schalke, Leverkusen und Bayern die Meisterschaft entscheiden - oder vielleicht eher den Grad der Spannung? Denn Bayern wird selbst bei Ausrutschern bis zuletzt oben bleiben. Vor allem Leverkusen zeigt grade - wieder einmal - Nerven, wenn es darauf ankommt. Dann sieht man doch wieder, dass die Elf zu jung ist für die absolute Spitze. Für so einen Reifeprozess ist es nämlich schädlich, wenn man ungeschlagen bleibt. In der Rückrunde spielt Leverkusen wesentlich schlechter. Manchmal ist eine Niederlage ja nicht schlecht, um den Ehrgeiz aufrecht zu erhalten und die Jungs wachzurütteln. Wenn man immer nur Punkte mühelos einsammelt, dann verschwindet so ein wenig der Einsatz, der Wille. Man denkt ja es sei ein Selbstläufer. Die Pleite gegen Nürnberg scheint jedoch gleichzeitig zu spät zu kommen für „Vizekusen“. Denn plötzlich wird alles in Frage gestellt bei Bayer.
Dennis Weinacht: Das sehe ich genauso. Ich hatte Leverkusen wegen Trainer-Fuchs Heynckes einiges zugetraut, weil er die notwendige Erfahrung hat. Aber offenbar hat auch das der Mannschaft keine Konstanz verliehen. Das lag sicherlich auch daran, dass es wie von dir beschrieben, keine frühzeitigen Rückschläge gab und der Lernprozess etwas stockte. Ich würde sogar soweit gehen und nach den letzten beiden Spielen sagen, dass Leverkusen der Fall aus den Champions-League-Plätzen droht. Neun Spieltage vor dem Ende ist vieles möglich. Die Meisterschaft traue ich ihnen nun aber auf keinen Fall mehr zu. Auch ein Aufbäumen in den letzten Wochen erwarte ich nicht, dabei verstehe ich nicht, was der Mannschaft fehlt. Sie hat Qualität und trat als Team ordentlich auf. Ich weiß nicht, woran es letztlich jedes Jahr scheitert?!
Francois Duchateau: Leverkusen versucht jedes Jahr aufs Neue mit Talenten ein Topteam zu formen. Nach Daum gab’s viele Trainer- und Philosophiewechsel. Wer soll denn außer Hyypiä den Karren führen bei Bayer, wenn es um die Wurst geht? Und das tut es jetzt. Rolfes ist verletzt. Adler ist zu jung. Kroos ist noch zu grün und im Sommer weg. Barnetta, Renato Augusto, Reinartz, Kießling, Friedrich, Castro - niemand hat die Erfahrung von denen oder die Persönlichkeit, Leverkusen auf seine Stärken zu besinnen. Bayer zittert - und zu Recht. Wer die ganze Zeit sich nicht getraut hat, das Wort „Meisterschaft" in den Mund zu nehmen, tja - bekommt nun die Rechnung.
Dennis Weinacht: Aber die Konkurrenz - abgesehen von den Bayern - meidet das ja auch. Ich denke aber, dass das bei Schalke nur eine Art Blende ist. Ich bin mir sicher, dass intern anders gesprochen wird. Magath war ja auch in Wolfsburg der Mann der leisen Töne. Ich würde sogar behaupten, dass er intern sehr offen über die Meisterschaft spricht. Aber: Wenn du so kurz vor dem Ende der Saison so weit oben stehst, muss das auch das Ziel sein. Also kann es wirklich sein, dass es bei Leverkusen ein psychologisches Problem war.
Francois Duchateau: Natürlich, bei Magath ist das ganze Gerede nur Fassade. Der will seine jungen Talente schützen, das ist auch clever. Van Gaal stellt sich auch vor seine Mannschaft. In Leverkusen spuckt man indes leise Töne. Da muss man sich am Ende nicht wundern, wenn's mal wieder nicht klappt. Aber Leverkusen will ja anscheinend nicht. Das zeigen sie jedenfalls gerade eindrucksvoll.
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