Einwurf: Kölner Sturm und Drang mit Soldo

Überraschend: Durchweg positiv wurde die Verpflichtung von Zvonimir Soldo als neuer Trainer des 1. FC Köln am Rhein aufgenommen. Die Fans sind euphorisch, die Presse erleichtert, alles keine selbstverständlichen Reaktionen in einem Tollhaus, für das auch bei Ottmar Hitzfeld, Gerard Houllier und Bernd Schuster angefragt wurde.

Zvonimir Soldo, Kölns neuer Trainer umringt von Fotografen (firo)
(fd) Köln. Soldo ist jemand, der bereits als Spieler wie ein Trainer auf dem Platz auftrat. Eine absolute Respektsperson, mit einem großen taktischen Verständnis. Ein Kumpel für die Spieler, der dennoch strikte Regeln aufstellt. Mit dem harmonischen Kölner Kader wird er auf keine Schwierigkeiten stoßen.

Henke gleicht Unerfahrenheit aus

Die Vereinsführung hat den Faktor „Unerfahrenheit“ perfekt durch die Verpflichtung von Michael Henke ausgeglichen, der lange die rechte Hand von Ottmar Hitzfeld war und mit diesem so gut wie alles gewann, was es zu gewinnen gab. Beide Trainer sind auch privat befreundet und werden sich beruflich ideal ergänzen.

Soldo ist jung und hungrig

Gerade die Tatsache, dass Soldo noch keinen Namen hat, lässt die Kölner Anhängerschaft in Internetforen aufjubeln, denn schließlich besteht ja Hoffnung, dass der Kroate ein Volltreffer wird. Man ist froh, keinen Ausgelaugten, Unerfolgreichen oder Aussortierten wie Slomka, Funkel oder Frontzeck erwischt zu haben. Soldo ist nicht nur ein unbeschriebenes Blatt, er wirkt frisch, jung, motiviert, hungrig und will es allen beweisen - eben das hat man vergangene Saison bei Christoph Daum ein wenig vermisst, der lieber in der Champions League gespielt und abkassiert hätte und deshalb den Verein auf stillose Art und Weise verlies.

Kölner haben wieder Hoffnung auf Offensivfußball

In Köln hat man nun wieder Hoffnung auf Offensivfußball. Denn bei seiner ersten Pressekonferenz kündigte Soldo an, wahrscheinlich mit zwei Stürmern auflaufen zu wollen und sein Spiel ganz auf Podolski aufbauen zu wollen. Sowas hört die rheinische Frohnatur gerne. Vor allem, wenn man gerade eine Saison durchgemacht hat, bei der statt einem zweiten Stürmer noch ein dritter „Sechser“ aufgemauert wurde.

Kann Soldo mit der Presse umgehen?

Einzig und allein – und in dem Schwachpunkt sind sich alle einig – den Umgang mit der forschen Kölner Boulevardlandschaft, den traut Soldo (noch) niemand zu. Aber das beste Rezept für den Sympathen, Kritik aus den Gazetten zu vermeiden, sind Punkte in den ersten Spielen.

Was meint ihr: Wird Soldo beim FC einschlagen? Oder wird er ein Trainer-Flop?



 
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