Kommentar: Willkommen in der Kuranyi-Traumwelt

Der verlorene Sohn von Bundestrainer „Jogi“ Löw tauchte heute wieder auf: „Kevin allein zu Haus“ war gestern, Kuranyi ist zurück, und wie! „Das war zu viel. Es war einfach zu schwer für mich, auf der Tribüne zu sitzen“, erklärte der sensible Angreifer. Tränen gab es zwar nicht, den Eklat konnte Kuranyi dennoch nicht verstehen: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Aufmerksamkeit verursachen würde.“

Feierabend: Kevin Kuranyi tritt aus der Nationalelf zurück (firo)

Ein Kommentar von Sebastian HEIER

Gelsenkirchen. Es war die Szene vom Wochenende: Kevin Kuranyi verschwindet aus dem Dortmunder Signal Iduna Park während des WM-Qualifikationsspiels zwischen Deutschland und Russland. Ein Abgang, der nun für ewig scheint und den Kuranyi wohl nicht mehr rückgängig machen kann. Schade. Der torgefährliche Angreifer war ein Sinnbild für Ungeduld und Harmlosigkeit.

Der in Brasilien geborene Angreifer hat die südamerikanische Spielkultur verkörpert und sie zelebriert, zumindest in seinen Anfangsjahren in Ansätzen. Kuranyi, das ist aber auch ein Spieler, der sein Land liebt und mit Stolz das Nationalmannschaftstrikot trägt – Anmerkung: Der Angreifer besitzt gleich drei Staatsangehörigkeiten, in seiner Karriere hat er sich jedoch wohl für die falsche Nation entschieden.

Podolski, Klose, Helmes, Neuville und Gomez: Diese Stürmer standen in der Hierarchie vor dem S04-Angreifer. Eine Tatsache, die dem lächelnden und lispelnden Kuranyi nicht gefiel. Einen Ausweg wusste der Schalker wohl nicht mehr und so tat er das, was wohl jeder in so einer Situation machen würde: Nutella essen und verschwinden, eine Spur darf nicht hinterlassen werden.

Heute tauchte der verlorene Sohn von Bundestrainer „Jogi" Löw wieder auf. Unsicher schaute er in die Runde der zahlreichen Medienvertreter. Eine Pressekonferenz in Gelsenkirchen stand auf dem Programm. Die Stadion-Flucht wollte Kevin Kuranyi, gewohnt sicher in seiner Aussprache, erklären und erläutern.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Aufmerksamkeit verursachen würde", erklärte Kuranyi. Gute Aussage, ein im Fokus stehender Nationalstürmer sorgt für einen Eklat und „schießt" sich (treffsicher wie immer) aus dem DFB-Team. Natürlich interessiert diese Story niemanden und die Medien werden auch nicht darüber berichten. „Kevin allein zu Haus", selbstverständlich sorgt der sensible Schalker für viel Aufmerksamkeit!

„Das ist schwierig für mich, hier zu sitzen vor all den Kameras. Ich fühle mich wie in einer eigenen Welt", so eine weitere Aussage vom Ex-Nationalspieler. In seiner eigenen Welt lebt der Angreifer wohl schon länger, warum sonst würde Kevin Kuranyi aktuell davon ausgehen, dass er für Startelf in Frage käme oder im Duell mit Patrick Helmes einen Stich sieht?

„Dass ich gegangen bin, war ein Fehler und das tut mir leid. Für den Trainer und für die Mannschaft. Aber ich habe das Gesamte einfach nicht mehr ertragen. Das war zu viel. Es war einfach zu schwer für mich, auf der Tribüne zu sitzen. Ich denke, dass jeder schon mal Fehler gemacht hat", traurig aber wahr: Kevin Kuranyi bereut seine Aktion und seinen Abgang und sagt: „Ich habe genügend Ziele, die ich noch erreichen will." – Ziele, wie zum Beispiel den Weltmeistertitel 2010 in Südafrika, dürfte der Angreifer wohl abhaken oder hat unser „Bundes-Jogi" noch einmal ein Einsehen mit dem sensiblen, brasilianisch angehauchten Techniker?

Eure Meinung: Kevin Kuranyi – Zurück in die Nationalmannschaft oder bloß weg bleiben?



 
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