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25 Jahre nach der Hand Gottes: „Maradona ist immer noch ein Betrüger“
Heute vor 25 Jahren erlebte die Fußballwelt einen großen Betrug, zugleich aber auch eine Geschichte, die niemals verblassen wird. Maradona und die Hand Gottes.
Von Christoph Vogel
London. Es war bei der WM 1986 in Mexiko. Am 22. Juni, also vor genau 25 Jahren, trafen sich Argentinien und England im Viertelfinale im Azteken-Stadion. In der 51 Spielminute wurden die 114.580 Zuschauer Zeugen eines historischen Momentes: Diego Maradona und die Hand Gottes! Auch nach einem Vierteljahrhundert ist diese Situation unvergessen.
Erst 2005 Handspiel zugegeben
Nach dem Spiel zeugte Maradona wenig Reue: „Es war ein bisschen die Hand Gottes und ein bisschen Maradonas Kopf.“ Argentinien gewann mit 2:1, da der Spielmacher wenige Minuten nach diesem irregulären Tor zum vielleicht besten Treffer der Geschichte ansetzte. Gary Lineker konnte für England nur noch verkürzen. Lange Zeit äußerte sich Maradona nicht zu der viel diskutierten Szene. Erst 2005 gab er zu, den Ball tatsächlich per Handspiel an Torwart Peter Shilton vorbei ins Tor befördert zu haben.
„Ich kann es noch klar vor mir sehen“
Englands Mittelfeldspieler Peter Reid, der an jenem Tag das Tor von der anderen Seite des Spielfelds aus miterlebte, hat die Geschehnisse noch immer nicht vergessen und wird es wohl auch nie tun. „Es mag 25 Jahre her sein, aber ich kann es noch klar vor mir sehen. Es ist der 22. Juni 1986, die Erinnerungen sind immer noch lebendig und er ist immer noch ein Betrüger,“ schrieb Reid in einem Artikel in der Daily Mail. „Wir konnten alle sehen, dass es Handspiel war. Terry Fenwick, Terry Butcher, Glenn Hoddle und ich fluchten in Richtung des tunesischen Schiedsrichters, aber wir sprachen gegen eine Wand.“

Maradona setzt zu seinem unvergesslichen Solo zum 2:0 an
Maradona Feindbild der Engländer
Durch ein unkonventionelles Einsteigen von Torwart Shilton hätte das gesamte Spiel anders ausgehen können: „Meiner Meinung nach hätte Shilton einfach seinen Kopf abschlagen sollen. Dann hätte Maradona nicht getroffen und hätte zu große Kopfschmerzen gehabt, um drei Minuten später um fünf Leute von uns herum zu dribbeln.“ Steve Hodge, der Maradona mit einer verunglückten Klärung überhaupt erst in Szene setzte, tauschte nach dem Spiel mit dem Argentinier das Trikot. Für Legende Terry Butcher ein Unding: „Das Trikot von Maradona ist das letzte, was ich angeboten bekommen will. Ich würde nicht einmal mein Auto damit putzen, so geht es mir zu Herzen.“
„Es war Rache“
Für Maradona selbst ging es einzig um die Revanche für die Falkland-Kriege, in dem 650 Argentinier im Kampf gegen die Briten 1982 starben. „Das war Rache. Es war ein wenig wie ein bisschen von den Malwinen [weitere Bezeichnung für die Falklandinseln] wiederzuerlangen. Wir hatten alle vorher gesagt, dass Fußball und Politik nicht verbunden werden sollten, aber das war eine Lüge.“ Mit seinem Tor hat sich Maradona definitiv unsterblich gemacht. Auch, wenn es eigentlich irregulär war.
Eure Meinung: Ist Diego Maradona der zugleich beste, aber auch egozentrischste Fußballer aller Zeiten?
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