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Zuversicht fürs Saisonfinale – HSV-Sportchef Kreuzer: "Haben es selbst in der Hand"

Der Hamburger SV verliert 1:4 gegen den FC Bayern und fühlt sich trotzdem wie der Sieger des Spieltages. Gegen Mainz hofft Oliver Kreuzer auf einen Sieg.

Hamburg. Solche Szenen sieht man selten: Trotz der deutlichen Niederlage des Hamburger SV gegen den FC Bayern München werden die abstiegsbedrohten Hamburger von ihrem Anhang frenetisch gefeiert. "Auswärtssieg" skandieren die Fans nach dem Schlusspfiff – die Botschaft an die Mannschaft ist klar. Gegen den 1. FSV Mainz 05 hat der HSV den Einzug in die Relegation selbst in der Hand. Sportchef Oliver Kreuzer ist zuversichtlich.

Herr Kreuzer, wie oft haben Sie auf die Ergebnisse der anderen Plätze geschaut?

Oliver Kreuzer: Es war klar, dass wir extrem auf die anderen Plätze schauen müssen. Viel entscheidender war für mich allerdings, dass ich eine Mannschaft gesehen habe, die von der ersten Minute an so gespielt hat, wie es sein muss. Wir haben Bayern früh attackiert, unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen. Das Resultat spricht zwar für die Bayern und gegen uns – aber sie haben nun mal diese Qualität. Wenn wir in anderen Partien so gespielt hätten, wären sicher ein paar Punkte mehr auf unserem Konto.

Trotz der Niederlage geht der HSV quasi als Sieger des Spieltages vom Platz, weil Sie die Relegation noch immer in eigener Hand haben. Macht das Mut für das Spiel gegen Mainz?

Kreuzer: Das muss uns sogar Mut machen. Ich blende das Resultat aus, bewerte nur den Auftritt. Und der war absolut in Ordnung. Genau diese Leidenschaft müssen wir gegen Mainz abrufen. Es wird ein Final-Tag: alle drei Mannschaften im Abstiegskampf spielen auswärts. Sie wissen, dass es im Fußball immer Überraschungen gibt. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir in Mainz bestehen.

Die Erleichterung ist deutlich zu spüren.

Kreuzer: Dieser Spieltag hätte auch ganz anders für uns ausgehen können. Dann wären wir in der Pflicht gewesen, die Dinge in Mainz zu drehen. Jetzt ist es so, dass wir es in den eigenen Händen haben. Auch, wenn alle drei Mannschaften gewinnen.

Wie bewerten Sie den Auftritt Ihres Kapitäns Rafael van der Vaart? Das sah deutlich besser aus.

Kreuzer: Rafael ist viel marschiert und hat viele Bälle für uns erobert. Das war ein starkes Comeback.

Warum hat es insgesamt in den letzten Wochen nicht so gut funktioniert?

Kreuzer: Es gab keine Erklärung für unser Auftreten in den letzten Wochen. Wenn ich wüsste, wo der Knopf ist mit dem man den ominösen Schalter umlegt, hätte ich ihn schon lange gedrückt.

Haben Sie von den Auseinandersetzungen zwischen einigen Fans und der Polizei mitbekommen?

Kreuzer: Nur am Rande. So etwas brauchen wir nicht. Wir wünschen uns die richtigen Fans, die uns bedingungslos anfeuern. Großes Kompliment an alle Unterstützer.

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