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Stefan Effenberg: "Glaube nicht an ein deutsch-deutsches Endspiel"

2001 gewann er mit den Bayern die Königsklasse. Wir trafen Stefan Effenberg vor dem Leckerbissen zwischen dem FCB und Arsenal zum Gespräch. Der "Tiger" rechnet mit tollen Spielen.

INTERVIEW
Das Gespräch führte Hassan Talib Haji

München.
Vor dem mit Spannung erwarteten Auftritt des FC Bayern München beim FC Arsenal sieht Ex-Champions-League-Sieger Stefan Effenberg gute Chancen für seinen Ex-Klub im zweifachen Duell gegen die Londoner. Die Mannschaft von Arsene Wenger brauche sich vor der "besten Mannschaft der Welt" allerdings nicht zu verstecken, so der heutige Sky-Experte.

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Dass es jedoch ein erneutes deutsch-deutsches Finale gibt, bezweifelt Effenberg. Grund genug, etwas nachzuhaken. Im Gespräch mit Goal äußert sich Effe über das Duell im Emirates, Schalkes Herkulesaufgabe gegen Real Madrid und ein bisschen mehr.

Herr Effenberg, der FC Bayern trifft am Mittwochabend auf den FC Arsenal.

Effenberg: Ich schaue mit großer Vorfreude auf dieses Spiel. Mit dem FC Bayern spielt die beste Mannschaft der Welt gegen einen Gegner, der durchaus in der Lage ist, den Titelverteidiger zu ärgern. Ich rechne mit einem schönen, aber auch engen Spiel.

Beim letzten Aufeinandertreffen im März 2013 verlor der FC Bayern, damals noch unter Jupp Heynckes, zuhause mit 0:2. Welche Erinnerungen haben Sie noch an dieses Spiel?

Effenberg: Da hat der FC Arsenal in beeindruckender Art und Weise in München gewonnen. Sie waren sogar kurz davor den FC Bayern aus dem Wettbewerb zu befördern. Da waren sich die Bayern aufgrund des Hinspiel-Ergebnisses (3:1-Sieg, Anm. d. Red.) vielleicht zu sicher. Ich erwarte die kommenden beiden Spiele genauso, es wird eng und dramatisch werden. Darauf können sich die Fußballfans freuen.

Sie sagten selbst: Der FC Bayern ist die beste Mannschaft der Welt. Wo sollte das Team vom FC Arsenal seine  Chance suchen?

Effenberg: Sie müssen sich ja nun wirklich nicht verstecken, sie haben sich schließlich sehr gut verstärkt und spielen gut nach vorne. Ich gehe von einem offenen Spiel aus, in dem nicht so viel taktiert wird. Denn beide haben ihre Stärken in der Offensive und werden versuchen, ihr Spiel durchzubringen.

Wo sehen Sie aktuell die Schwächen Ihres Ex-Klubs?

Effenberg: (überlegt) Wenn der FC Bayern überhaupt Schwächen hat, dann ein wenig in der Defensive. Es ist möglich, die Bayern zu packen, auch wenn es sehr schwierig ist. Die Chance ist aber da. Dennoch bleiben die Münchener für mich der Favorit in beiden Spielen.

Wie sehen Sie die Diskussion um das Thema mit der falschen Neun?

Effenberg: Ob jetzt mit Mario Mandzukic oder Mario Götze – beide haben ihre Leistung gebracht und sind enorm wichtig.

Wie würden Sie denn spielen lassen und warum?

Effenberg: Ich würde tendenziell mit Mandzukic spielen. Du hast mit ihm einen Kopfball-Spieler mehr, den du in diesen Spielen, besonders im Hinblick auf Standardsituationen, einfach brauchen wirst.



"Schalke darf nicht den Fehler machen und sich verstecken. Sie sollten versuchen mitzuspielen und die eigenen Stärken zeigen."


- Stefan Effenberg

Mit Blick auf die Nationalmannschaft – präferieren Sie die falsche Neun?

Effenberg: Mit Sicht auf die Weltmeisterschaft in Brasilien gehe ich davon aus, dass Joachim Löw mit einer falschen Neun spielen wird. Er hat einfach die Spieler dafür.

Anderer Verein, großes Spiel – Schalke misst sich mit Real Madrid. Gehen die Knappen unter oder gelingt ihnen eine Überraschung?

Effenberg: Ich glaube durchaus, dass sie Real Madrid ärgern können, vielleicht sogar noch mehr schaffen. Schalke 04 ist sehr gut in die Rückrunde gestartet. Selbstverständlich sind die Madrilenen in diesen beiden Begegnungen der klare Favorit.

Was darf Schalke in diesem Spiel nicht machen?

Effenberg: Sie dürfen nicht den Fehler machen und sich verstecken. Sie sollten versuchen mitzuspielen und die eigenen Stärken zeigen. Die Qualität dazu ist vorhanden. Aber es werden zwei ganz harte Duelle. Unmöglich ist die Überraschung aber nicht.

Glauben Sie denn, dass es erneut zwei deutsche Teams ins Endspiel schaffen?

Effenberg: Erstmal ist es schön, dass es letztes Jahr überhaupt so gekommen ist, denn beide Mannschaften, der FC Bayern und Borussia Dortmund, hatten es sich verdient. Ich denke, der FCB wird es wieder ins Finale schaffen, einfach wird das jedoch nicht.

Und die anderen Drei?

Effenberg: Da traue ich es am ehesten den Dortmundern zu. Ich muss aber auch sagen, dass sie in dieser Saison großes Verletzungspech haben. In solchen Partien muss man immer hundert Prozent abrufen und man braucht seine Qualität. Fehlt diese aufgrund von Verletzungen, wird es unheimlich schwer. An ein erneutes deutsch-deutsches Duell im Endspiel glaube ich daher nicht.

Emotionalität, Gefühl und Leidenschaft. Wo sehen Sie die Unterschiede zwischen der Bundesliga und der Champions League?

Effenberg: Man sagt ja: Die Bundesliga ist das Tagesgeschäft und innerhalb einer Saison der ehrlichste Titel, den man erringen kann. Auf der anderen Seite steht die Königsklasse. Für mich persönlich waren das immer die Highlights. Darauf, gegen Mannschaften wie Real Madrid, Manchester United oder den FC Barcelona zu spielen, hat man sich wie ein kleines Kind gefreut. Man spielt in den schönsten und beeindruckendsten Stadien Europas. Das ist einfach wundervoll.

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