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HSV rutscht in die Abstiegszone – Kreuzer: "Die Lage ist gefährlich"

Keine Chance gegen Schalke 04: Der Hamburger SV geht schweren Zeiten entgegen. Gegen die Königsblauen gab es eine deutliche 0:3-Niederlage.

Aus Hamburg berichtet Daniel Jovanov

Hamburg. Sportchef Oliver Kreuzer hatte nach der 0:3-Niederlage seines Hamburger SV ordentlich Wut im Bauch. Die Rothosen rutschten durch die vierte Pleite in Folge auf den Relegationsplatz. Der Abstand zum 1. FC Nürnberg und zu Schlusslicht Eintracht Braunschweig schmilzt. Dennoch glaubt Kreuzer, dass seine Mannschaft den Ernst der Lage erkannt hat, wie der 48-Jährige im Interview klarstellt.

Herr Kreuzer, tut die Niederlage weh?

Oliver Kreuzer: Sie tut sogar sehr weh. Wenn du weiterhin diese eklatanten Fehler begehst, mangelnde Entschlossenheit ausstrahlst und den Gegner regelrecht zu Toren einlädst, dann kannst du heutzutage kein Bundesligaspiel mehr gewinnen. Es ist brutal schwer geworden. Fast alle Mannschaften spielen auf einem Level. Um ein Spiel zu gewinnen, darfst du keine Eigenfehler machen. Wir machen zu viele davon. Man muss doch mit aller Macht versuchen, Gegentore zu vermeiden. Schauen Sie sich das 0:1 an: Farfan hat zwei, drei Sekunden Zeit, um den Ball in den Strafraum zu flanken, wo zwei unserer Spieler nur zuschauen.

Auch beim zweiten Gegentreffer sieht ihre Mannschaft unglücklich aus.

Kreuzer: Als Spieler kann ich nicht darauf hoffen, dass mein Torhüter 35 Meter aus dem Tor rennt. Da muss man mitlaufen und den Ball wegschlagen. So kann man nicht Fußball spielen und erst recht keine Spiele gewinnen.

Hat Ihre Mannschaft begriffen, worum es in dieser Saison geht?

Kreuzer: Das hat sie. Das Problem ist die Umsetzung. Wir haben es ihr oft genug gesagt und darauf hingewiesen. Das sind doch alles intelligente Burschen, die können die Tabelle lesen und die Resultate vom Wochenende richtig deuten.

Was macht Ihnen Hoffnung, dass es besser wird?

Kreuzer: Ich bin mir sicher, dass wir ausreichend Qualität haben. Die Mannschaft wird es besser machen. Es war kein Wochenende für uns, wenn man sich die Resultate anschaut. Zudem verletzen sich Lassogga und Lam – da passt das eine zum anderen. Aber wir schlagen zurück.

Wäre es nicht gut, Rudnevs noch zu haben?

Kreuzer: Nein, wir haben mit Zoua einen Spieler, der im Sturmzentrum spielen kann. Rudnevs hat getroffen, dazu gratuliere ich. Aber Sie wissen doch, wie das ist: Manchmal braucht es diesen Wechsel, damit es wieder läuft. Bei uns hätte er wahrscheinlich nicht getroffen. Außerdem bleibt die Frage, ob unser Trainer ihn überhaupt gebracht oder eher mit Calhanoglu als Spitze gespielt hätte.

Müssen Sie auf dem Transfermarkt tätig werden?

Kreuzer: Wir können und werden nichts mehr tun.

Wie sehen Sie die Lage in der Tabelle?

Kreuzer: Sie ist brisant und durchaus gefährlich. Vor diesem Spieltag waren wir ein paar Punkte weg von den Abstiegsplätzen. Jetzt sind wir auf dem Relegationsplatz und es wird immer enger.

Erreicht der Trainer die Spieler?

Kreuzer: Ich bin bei fast jeder Besprechung und beim Training dabei und sehe, wie die Mannschaft arbeitet. Die Jungs machen das gut. Es ist allerdings ein Unterschied, ob du in Abu Dhabi im leeren Stadion oder hier im Eiskampf antrittst und die Dinge umsetzt. Und dazu waren wir nicht in der Lage.

Bereits nach 60 Minuten sind die ersten Zuschauer gegangen. Wären Sie als Zuschauer auch gegangen?

Kreuzer: Natürlich. Wir sind alle mit großen Hoffnungen in dieses Spiel gegangen und wollten mit einem Sieg starten. Nach den Resultaten im vergangenen Jahr standen wir nun gegen Schalke in der Pflicht. Ich kann die Enttäuschung nachvollziehen.

Wie bauen Sie Ihre Mannschaft jetzt auf?

Kreuzer: Es ist nicht aller Tage Abend. Wir müssen die Fehler knallhart ansprechen und schauen, dass wir es am nächsten Wochenende besser umsetzen.

Haben Sie in Ihrer Laufbahn schon mal eine vergleichbare Situation erlebt?

Kreuzer: Nein, weder als Spieler noch als Trainer. Das kenne ich so nicht.

 Folge HSV-Reporter Daniel Jovanov auf und und bleibe ständig am Ball! 

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