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Der Ungar hat sich früh in seiner Laufbahn einiges zugetraut. Auch wenn er bei den Königlichen nicht den Sprung ins Profiteam schaffte, nahm er doch vieles für sich mit.

INTERVIEW
Das Gespräch führte Hassan Talib Haji

Gelsenkirchen. Er sitzt locker und entspannt, die Hände ineinander gefaltet. Adam Szalai vom FC Schalke 04 hat das erste Halbjahr bei seinem neuen Arbeitgeber gut überstanden und will den Platz im Sturm nicht kampflos an Holland-Bomber Klaas-Jan Huntelaar abtreten. Die Nummer 28 der Königsblauen ist motiviert bis in die Haarspitzen.

Der 26-Jährige sprach vor dem Start der zweiten Saisonhälfte gegen den Hamburger SV (Sonntag, ab 17.30 Uhr im LIVE-Ticker) exklusiv mit Goal über seine bisherige Zeit bei Schalke, einen ehrgeizigen Schritt im Alter von 16 Jahren, Real Madrid und Trainer Jens Keller.

Herr Szalai, Sie haben im letzten halben Jahr 28 Pflichtspiele absolviert, da Sie Huntelaar aufgrund einer langwierigen Verletzung sofort ersetzen mussten. Dazu die vielen Spiele auf internationalem Parkett. Wie kaputt waren Sie, als die Hinrunde beendet war?

Szalai: Für mich war das etwas Neues. In Mainz hatte ich in dieser Zeit nicht so viele Spiele. Ich wollte den nächsten Schritt machen und Europapokal-Spiele gehören dann dazu. Es war nicht immer einfach, sowohl mental als auch physisch. Ich habe in dem halben Jahr aber viel gelernt und das hat mich weitergebracht.

Dabei waren Sie selber gehandicapt, hatten einen Handbruch. Ist das mittlerweile ausgeheilt?

Szalai: Ja, meine Hand war gebrochen und wurde operiert. Ich habe zwar immer noch leichte Probleme, aber es ist schon besser geworden.

Ihr Kollege Huntelaar steht wieder zur Verfügung.

Szalai: Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Jeder weiß, dass er ein Topstürmer ist und die Mannschaft ihn braucht. Deswegen freut es uns, dass er wieder fit ist.

Gerade als Neuzugang: Orientieren Sie sich vielleicht an ihm?

Szalai: Er war jetzt sehr lange nicht auf dem Platz. Nun ist er wieder da. Selbstverständlich kann ich von ihm viel lernen.



"Auf die Spiele gegen Real freue ich mich natürlich ganz besonders."


- Adam Szalai

Seine Rückkehr bedeutet, dass der Konkurrenzkampf im Sturm für Sie knallhart wird. Er scheint gesetzt. Wie gehen Sie damit um?

Szalai: Konkurrenzkampf ist immer gut, davon profitiert auch die gesamte Mannschaft. Jeder will spielen und sein Bestes geben. Deswegen ist es gut, dass Konkurrenz da ist.

Kampflos werden Sie den Platz ja nicht räumen.

Szalai: Nein, natürlich nicht. Aber wir haben ja auch so viele Spiele, dass jeder im Kader gebraucht wird und seine Einsatzzeiten bekommt.

Sie haben früh den Wunsch gehabt, Fußballprofi zu werden. Im ungarischen Budapest wurden Sie geboren und wagten 2004 mit 16 Jahren den Schritt nach Deutschland zum VfB Stuttgart – ohne Ihre Eltern. Wie schwer fiel Ihnen diese Entscheidung?

Szalai: Im ersten halben Jahr war das für mich sehr schwer, da ich kein Deutsch sprechen konnte. Ich hatte beim VfB aber eine tolle Zeit und konnte sehr viel lernen. Dafür bin ich noch heute sehr dankbar. Die Zeit gab mir viel Kraft, den nächsten Schritt zu machen.

SO GEHT'S WEITER
Schalkes anstehende Aufgaben
26.01. Hamburger SV (A)
01.02. VfL Wolfsburg (H)
09.02. Hannover 96 (H)
15.02. Bayer Leverkusen (A)
21.02. FSV Mainz 05 (H)
26.02. Real Madrid (H)

Sie sprechen es an: Drei Jahre später gingen Sie zu Real Madrid, ein großer Schritt. Sie treffen auch in der Champions League mit Schalke auf Ihren Ex-Klub. Wie war das denn damals für Sie, bei solch einem großen Verein zu sein?

Szalai: Auf die Spiele gegen Real freue ich mich natürlich ganz besonders. Das war damals super, ich habe viel Erfahrung sammeln dürfen. Es hat mich auf jeden Fall weitergebracht und mir die Möglichkeit eröffnet, in die Bundesliga zu wechseln.

Welche Erfahrungen haben Sie aus Spanien denn mitgenommen?

Szalai: Das ist schwer zu sagen. Es war für mich der richtige Zeitpunkt, nach Madrid zu wechseln und von dort aus den Weg in die Bundesliga zu finden. Die Zeit in Spanien hat mich kompletter gemacht.

Ihre Zeit bei Real hat Sie auch reifen lassen, auch wenn Sie dort nur in der zweiten Mannschaft eingesetzt wurden. Sie entschlossen sich dann, nach Deutschland zurückzukehren. Nicht ganz einfach, oder?

Szalai: Die Umstellung war für mich nicht schwer, da ich mittlerweile Deutsch sprach. Man kann natürlich das Niveau aus der zweiten Mannschaft bei Real Madrid nicht mit dem aus der 1. Bundesliga vergleichen. Es war also ein weiterer Schritt für mich, wobei ich von Mainz die Möglichkeit bekommen habe, zu lernen und mich zu präsentieren.



Seit dem Sommer 2013 tragen Sie das Trikot des FC Schalke 04. Viel Zeit, sich behutsam zu integrieren, hatten Sie jedoch nicht.

Szalai: Einfach war das jedenfalls nicht. Schalke ist einer der größten Vereine in Deutschland, der auch in der Champions League vertreten ist. Jetzt ist ein halbes Jahr vorüber, in dem ich die Mannschaft und den Verein kennenlernen durfte. In der Rückrunde will ich es besser machen als in der Hinrunde.

In 17 Bundesligaspielen für Ihren neuen Klub haben Sie nur fünf Mal getroffen, dafür bekommen Sie von den Fans aber viel Lob für Ihren Laufeinsatz. Wie Sie sagen, wollen Sie es besser machen. Wie sieht das konkret aus?

Szalai: Ich möchte mit meiner Spielweise einfach der Mannschaft helfen und ich möchte zeigen, dass ich im ersten halben Jahr viel Erfahrung gesammelt habe. In der Rückrunde hoffe ich auf viele Spiele und darauf, dass wir möglichst viele Siege einfahren.

Und selbst öfter treffen.

Szalai: Natürlich kann ich mehr Tore erzielen. Das hat bisher nicht so gut geklappt. Dort will ich mich auf jeden Fall verbessern.

Für Sie am besten schon gegen den Hamburger SV. Der Rückrundenstart erfolgt am kommenden Sonntag bei den Nordlichtern. Was stimmt Sie optimistisch, drei Punkte zu entführen?

Szalai: Wir müssen einfach auf unsere Qualitäten vertrauen. Aber wir müssen diese im ersten Pflichtspiel des Jahres auch auf den Platz bringen. Nur so holen wir uns den Sieg in Hamburg!

Wie stark schätzen Sie den HSV denn ein?

Szalai: Der HSV hat eine gute Mannschaft und eine gewisse individuelle Klasse, aber wir schauen auf uns und wollen die drei Punkte einfahren.

Das erklärte Ziel der Bosse ist Tabellenplatz vier und das Erreichen der Champions League. Schalke fehlt allerdings die Konstanz und Sie haben vier Punkte Rückstand.

Szalai: Glauben Sie mir, wir werden das in diesem Jahr besser machen.

Und wie?

Szalai: (Lacht) Das werden Sie schon sehen! Dafür haben wir in der Vorbereitung hart gearbeitet.

Schalke hat viele junge Spieler wie Max Meyer, Leon Goretzka oder Julian Draxler. Wie erleben Sie die Jungspunde?

Szalai: Sie sind wirklich große Talente. Der deutsche Fußball darf sich in den nächsten Jahren sehr auf diese Jungs freuen. Ich bin mir sicher, dass sie große Spieler werden.

Ihr Trainer Jens Keller steht in der Öffentlichkeit oft in der Kritik. Registriert das die Mannschaft auch, oder lässt Sie das kalt?

Szalai: Wir müssen uns einfach auf unseren Job konzentrieren. Jeden Tag gut trainieren und in jedem Spiel Gas geben. Deswegen beschäftige ich mich nicht damit.

Wie ist denn Ihr Verhältnis zu ihm?

Szalai: Wir haben ein gutes Verhältnis. Er spricht viel mit der Mannschaft und er kommt mit jedem Spieler gut zurecht.

EURE MEINUNG: Kann sich Adam Szalai gegen Klaas-Jan Huntelaar durchsetzen?

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