thumbnail Hallo,

Als Trainer gewann Dettmar Cramer mit den Bayern, was es zu gewinnen gab. Wir trafen den ehemaligen Europapokalsieger zum Interview.

EXKLUSIV

Am vergangenen Montag wurden in Nürnberg erstmals die Gewinner der Initiative "Deutscher Fußball Botschafter" ausgezeichnet. Unter anderem gewann Nationalspieler Sami Khedira, der für Real Madrid in Spanien aktiv ist. Goal.com war als offizieller Medienpartner natürlich bei der Preisverleihung und unterhielt sich anschließend mit Ex-Bayern-Trainer Dettmar Cramer.

Herr Cramer, Gratulation, sie haben den Ehrenpreis der Initiative "Deutscher Fußball Botschafter" gewonnen. Was bedeutet Ihnen dieser neu geschaffene Award?

Dettmar Cramer: Meine ungezählten Reisen in alle fünf Erdteile und meine Tätigkeit in rund 90 Ländern gehören zu den schönsten Erinnerungen meines Lebens. Dafür auch noch geehrt zu werden, macht mich sehr dankbar.

Sie waren viele Jahre im Ausland tätig. Worauf kommt es bei diesen Einsätzen besonders an?

Cramer: Das wichtigste ist: keine Vorurteile mit sich herumschleppen, seine Voreingenommenheit abschütteln und wahrnehmen, was wirklich ist und geschieht. Vorurteile verführen zu Missverständnissen und stiften Unfrieden.

Wie waren Ihre besonderen Erfahrungen in Japan? Sie wurden ja sogar vom Kaiser persönlich ausgezeichnet?

Cramer: Ja, Kaiser Hirohito verlieh mir 1969 den höchsten japanischen Orden für Ausländer. Seit 1960/61 ist Japan meine zweite Heimat. Wenn ich dort bin, lebe ich japanisch.



Ihr Award ist dotiert und kommt einem Fußballprojekt zu Gute, dass Sie nun auswählen können. Sie haben sich für ein Projekt in Japan entschieden. Worum geht es?

Cramer: Es geht um zwei Kindergärten, die sich der Betreuung der von der Fukushima-Katastrophe betroffenen Kinder annehmen und Unterstützung brauchen. Den Kindern etwas Freude schenken und Mut machen ist eine Notwendigkeit.

Sie haben Fußball in über 90 Ländern gelehrt. Wo wurde Ihnen die größte Gastfreundschaft entgegengebracht?

Cramer: Die Kultur der Gastfreundschaft ist in den ärmsten Ländern am höchsten entwickelt. Dazu kommt eine alte Fußball-Lebenserfahrung: "Letzten Endes ist Freundschaften schließen noch wichtiger als Tore schießen."

Sie haben den Weltpokal, den Europapokal der Landesmeister und viele weitere Titel gewonnen. Was ist das Wichtigste, was Sie den Teams auf Ihrer „Weltreise“ beibringen können?

Cramer: Als ich das erste Mal unter Sepp Herberger trainierte, war ich 16 Jahre jung. Damals 1941 sagte er wörtlich zu mir: "Dettmar, du machst das alles ganz gut, aber merk dir für dein ganzes Leben: Solange besser möglich ist, ist gut nicht genug!" Das ist mein Lebens-und Arbeits-Prinzip geworden.

An dieser Frage scheiden sich die Geister: Messi oder Ronaldo?

Cramer: Beide. Die Definition großer Spieler-Persönlichkeit ist, dass sie bestimmenden Einfluss auf das Spiel nehmen. Und das tun beide immer wieder. Und Franz Beckenbauer tat es schon mit 19 Jahren!

In exklusiver Zusammenarbeit mit presented by.

Dazugehörig