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Thorsten Fink: „Das ist wie im Orchester – alles muss passen!“

Mit dem 2:1-Zittersieg gegen Fortuna Düsseldorf steht der Hamburger SV wieder in Reichweite zu Europa. Doch zunächst wartet der Dialog mit den Fans auf die Rothosen.

Hamburg. Am Ende haben Sie es noch einmal spannend gemacht. Gegen die abstiegsbedrohte Fortuna aus Düsseldorf kam der Hamburger SV trotz seiner Überlegenheit nur zu einem knappen 2:1-Sieg. Und dieser kommt genau zu rechten Zeit: Am Sonntag trifft sich die Mannschaft nach dem Training mit den Fans zum angekündigten gemeinsamen Grillen, bevor der Fokus auf das wichtige Spiel gegen den FC Schalke 04 gelegt wird. Cheftrainer Thorsten Fink stellte sich nach dem Spiel den Fragen.

Herr Fink, ein knapper 2:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf und zwei Tore von Rafael van der Vaart. Zufrieden?

Thorsten Fink: Wichtig ist, wie die Mannschaft auftritt. Das hat mir sehr gut gefallen und genau das erwarten wir von uns, wenn wir zuhause spielen. Die Mannschaft hat von Anfang an Gas gegeben. Leider hat uns das Gegentor nach der Standardsituation aus dem Rhythmus gebracht.

War das Ergebnis auf dem Platz auch eine Folge Ihres lautstarken Weckrufs im Training?

Fink: Die Mannschaft wirkte nicht so konzentriert wie letzte Woche. Ob es letztlich an meiner Ansprache lag, dass wir gewonnen haben, weiß ich nicht. Ich denke, dass wir als Team füreinander gekämpft haben. Das hat man gesehen.

In der Schlussphase hat Ihre Mannschaft es dann doch noch spannend gemacht.

Fink: Wir haben das Spiel im Griff gehabt, das beweist die Statistik. Wenn wir noch den Ausgleich bekommen hätten, wäre das umso ärgerlicher gewesen. Aber auch das haben wir gemeinsam gelöst.

Rafael van der Vaart scheint in seiner neuen Rolle aufzugehen.

Fink: Heute sagen wir das, nächste Woche kann es wieder anders aussehen. Wir haben noch vier Spiele, da müssen wir schauen, ob wir alles richtig gemacht haben. Im Moment scheint es so, als wäre der Kapitänswechsel die richtige Entscheidung gewesen. Ob es auch andersherum so gelaufen wäre, kann man im Nachhinein nicht sagen.

War gegen Fortuna der entscheidende Mann auf dem Feld: Rafael van der Vaart (30)

Auch die Hereinnahme von Petr Jiracek trägt Früchte. Das zweite Tor hat er vorbereitet.

Fink: Wenn man zwei Spiele hintereinander gewinnt, muss ja etwas stimmen in der Mannschaft. Das ist wie im Orchester: Alles muss zusammenpassen. Er sieht zwar nicht sehr filigran aus, aber er bringt den Kampfeswillen mit.

Die fünfte gelbe Karte für Dennis Diekmeier wird Sie geärgert haben. Welche Alternativen haben Sie auf der rechten Verteidigerposition?

Fink: Natürlich ärgert mich der Ausfall von Diekmeier, aber wir haben auch andere Spieler, die ihn ersetzen können. Jacopo Sala spielt die Position ständig im Training und macht das hervorragend. Auch Zhi-Gin Lam kann auf der rechten Seite spielen. Ich denke, dass die Entscheidung zwischen den beiden fallen wird.

Jetzt kann man sich auf ein sehr spannendes Saisonfinale einstellen. Zwischen Platz vier und acht liegt nur ein Punkt. Schauen Sie auf die Tabelle?

Fink: Wenn wir Chancen bekommen, wollen wir diese auch nutzen. Aber lassen Sie uns doch zunächst nur auf das nächste Spiel schauen. Das wird auf Schalke schwer genug werden. Die haben verloren und müssen unbedingt etwas tun. Da müssen wir eine Top-Leistung abliefern, sonst kann man da nicht gewinnen.

Aber zunächst steht der Dialog mit den Fans an. Der richtige Zeitpunkt für diese Aktion?

Fink: Man hat ja auch gesehen, dass andere Mannschaften gegen den FC Bayern untergehen. Es sollte ein Dialog sein über die Dinge, die wir gut machen, und über die Dinge, die wir noch nicht so gut machen. Wir wissen, dass man sich niemals so ergeben sollte, wie wir es in München getan haben. Das Grillen ist eine Entschuldigung der Mannschaft und ich finde, dass das eine gute Geste ist. Der HSV hat keine Probleme mit den Fans und wird sie auch in Zukunft nicht haben.

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