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Schalke 04 hat besondere Fans. Die Anhänger verleihen dem Verein Flügel. Durch Liebe, Hingabe und auch durch Musik.

Gelsenkirchen. Fußball und Musik begleiten die Menschen tagtäglich. Viele Bands und Künstler haben im Bezug auf diese beiden Dinge echte Werke ans Tageslicht gebracht. Wir haben mit einem jungen Künstler, einem Rapper, gesprochen. Joel Hong aka Stanley Buddha ist in der Schalker Fanszene sehr bekannt. Goal.com befragte ihn zu seinem Erfolg, seinem FC Schalke 04 und natürlich auch zu ihm persönlich.

Joel, wenn man dich so betrachtet, dann siehst du nicht direkt wie ein typischer Ruhrpott-Junge aus. Deine familiären Wurzeln liegen nämlich auch in Asien.

Joel Hong: „Das ist bei mir so, dass meine Mutter aus Korea stammt und mein Vater aus Deutschland kommt. Ich bin aber hier in Deutschland geboren und habe mein ganzes Leben auch hier verbracht. Die Eltern meines Vaters und er selbst kommen ursprünglich aus dem Ruhrpott. Mein Opa hat noch unter Tage malocht. Da hatte ich die Liebe zu Schalke 04 quasi schon im Blut. Ich hab auch lange in NRW gelebt.“

Wie bist du zur Musik gekommen und kannst du bereits davon leben?

Joel Hong: „Ich mache Musik jetzt bereits, seitdem ich 15 Jahre alt war. Ich bin nach Stuttgart gezogen, als zur damaligen Zeit der Hip-Hop dort ziemlich groß war, und habe versucht, von meiner Musik zu leben. Das hat auch gut funktioniert, ich habe viele Gigs spielen dürfen. Dann wurde jedoch meine Tochter geboren und ich musste mich entscheiden. Mache ich jetzt weiter Musik und weiß nicht genau, wie solide die Zukunft aussieht oder mache ich gutbürgerliche Arbeit und weiß, was ich habe? Ich habe mich dann für Letzteres entschieden. Natürlich habe ich nicht aufgehört, Texte zu schreiben.“

Du machst also schon länger Rap und plötzlich hast du einfach einen Schalke-Rap gemacht. Wie kam es dazu?

Joel Hong: „Beim ersten Schalke-Song habe ich mich von Wiz Khalifa inspirieren lassen. Er hat in den USA großen Erfolg mit dem Song ‚Black & Yellow‘ gehabt. Den hat er damals für seinen Football-Klub geschrieben. Das Teil wurde ein riesiger Erfolg. Jeder amerikanische Rapper, der was auf sich hielt, hat im Anschluss darauf für sein Lieblingsteam das Ding gecovert.“

Und dann kam die Idee, sowas auch für Schalke zu machen.

Joel Hong: „Ja, ich hab mir gedacht, es wäre doch ganz geil, so etwas auch für Schalke 04 zu bringen. So entstand der Song ‚Blau & Weiß‘. Den habe ich im Studio aufgenommen und einfach mal ins Netz gestellt. Auch Stadionsprecher Dirk Oberschulte-Beckmann habe ich das Teil geschickt. Er fand die Version super und hat das Lied auch im Stadion gespielt. Und auf einmal wurde der Song sehr populär innerhalb der Schalker Gemeinde.“

Du hast dann immer mehr Schalke-Texte geschrieben.

Joel Hong: „Ich hab dann noch einen Track und noch einen und noch einen gemacht. Irgendwann hatte ich dann einige Songs zusammen und immer noch viele Ideen für weitere königsblaue Texte. Da lag es nahe zu sagen: Komm, ich mach ein ganzes Album daraus.“

So richtig eingeschlagen ist aber ein ganz bestimmter Song von dir. Das war „Unvergessen“ für Rudi Assauer. Warum hast du dieses Lied geschrieben?

Joel Hong: „Der Titel für Rudi Assauer war für mich der Song, mit dem ich plötzlich ein riesiges Publikum erreichen konnte. Darum ging es mir bei diesem einen Musikstück aber nicht. Rudi war eine Person, die mich, im Bezug auf Schalke, sehr geprägt hat. Dass er an Demenz leidet, das hat mich sehr mitgenommen. Da ich mehrere solcher Fälle auch innerhalb meiner eigenen Familie habe.“

Wie ging es dann weiter?

Joel Hong: „Den Assauer-Song habe ich dann per Mail auch an seine Sekretärin geschickt. Sie hat dann innerhalb von 15 Minuten geantwortet und war hin und weg. Sie hat dann gefragt, ob sie ihn auf ihre Homepage stellen darf. Im Anschluss darauf wurden sämtliche Medien auf den Song aufmerksam und an diesem Tag stand mein Telefon nicht still. Die Bild, Sat.1, Sport1 und Co. haben mich dann angerufen und auch die ersten Labels haben mich kontaktiert.“

Und Herr Assauer, hat er sich auch bei dir gemeldet?

Joel Hong: „Ja, Rudi Assauer hat den Song ebenfalls gehört und war tief berührt. Er hat mir dann eine E-Mail geschrieben und mir erstmal gesagt, dass ich meine Energie doch lieber in den Support der Mannschaft stecken solle. Sogar in solchen Momenten zeigt er sich sehr selbstlos.“

Zurück zu dir. Hast du das Album bereits fertig und wird es demnächst erscheinen?

Joel Hong: „Am 24.08. 2012, also in ein paar Tagen, erscheint mein Album ‚Königsblau‘ und ist dann sofort für jeden erhältlich. Die Release-Party findet natürlich in Gelsenkirchen statt. Ebenfalls am 24.08. im Anno 1904 und ich freue mich über jeden, der kommt.“

Dein Album sollte eigentlich direkt über Schalke 04 erscheinen. Dazu ist es aber nicht gekommen. Warum?

Joel Hong: „Das war eine Geschichte, die sehr schwierig für mich war. Ich hatte mich eigentlich schon mit ZYX-Music mündlich geeinigt und dann kam plötzlich der Verein auf mich zu und machte mir ein Angebot für mein Album ‚Königsblau‘. Dort gibt es ein Label was ausschließlich Schalke-Musik lizenziert und alles mit dem Verein auf Vorstandebene bespricht. Es wurde also im Vorstand des S04 darüber entschieden. Es wurde dann relativ schnell klar, dass ich die Schalke-Lizenz zum Musikmachen erhalten soll. Das Album sollte dann komplett über Schalke 04 vertrieben werden, im Katalog, im S04-Fanshop usw. Das war natürlich erstmal das Allergrößte, was ich mit Schalke-Mucke erreichen konnte. Deshalb habe ich dann ZYX schweren Herzens abgesagt.“

Als es dann ans Eingemachte ging, gab es leider Differenzen. Ist das richtig?

Joel Hong: „Als dann die ersten Vertragsdetails geklärt werden sollten, kamen dann einige Punkte ans Tageslicht, mit denen ich nicht einverstanden war. Jedes einzelne Wort in meinen Texten wurde unter die Lupe genommen. Ich durfte keine kritischen Passagen oder Stellen mehr verwenden, die andere Gruppierungen, andere Mannschaften und Personen, diffamieren. Wer meine Texte und Lieder kennt, der weiß, dass ich auch mal derbe Sachen rauslasse.“

Hast du dich darüber geärgert?

Joel Hong: „Ich muss ganz klar sagen: Aus Schalker Sicht ist das für mich 100 Prozent nachvollziehbar und verständlich. Ich würde das als Vereinsführung auch nicht gutheißen können, dass da jemand offiziell über Schalke 04 Musik macht und Manuel Neuer oder Uli Hoeneß disst. Allerdings möchte ich meine Mucke so machen, wie sie mir gefällt, ohne mir Gedanken machen zu müssen, wie das jetzt der Vereinsführung gefällt. Ich wollte nicht, dass mir da jemand reinredet und habe Schalke 04 dann leider absagen müssen.“

Du hättest offiziell über Schalke 04 aber viel mehr Leute erreichen können.

Joel Hong: „Wenn es mir nur um Kommerz und Kohle gegangen wäre, dann hätte ich das über Schalke 04 offiziell vertrieben, da wäre wesentlich mehr Geld drin gewesen. Aber darum ging es mir nicht. Ich will mein Zeug so sagen, wie ich das sehe.“

Du beziehst in deinen Songs klar Stellung und sagst deine Meinung. Viele Menschen sagen dir: Du sprichst mir aus der Seele - wie empfindest du das?

Joel Hong: „Das habe ich von sehr vielen Leuten gehört und gelesen, das gibt mir viel mehr als jetzt wesentlich mehr CDs zu verkaufen. Das ist alles eine Herzensangelegenheit für mich. Ich denke den ganzen Tag an Schalke und verfolge alle News. Jeder hat seine Art, mit den aktuellen Dingen, die rund um Schalke passieren, umzugehen. Ich verpacke meine Meinungen und Gefühle in meine Musik. Es ist ja nicht so, dass ich nur über Friede, Freude und Eierkuchen rappe. Wenn ich dann lese: Du sprichst mir aus der Seele – dann weiß ich, dass die Leute nicht einfach nur meine Mucke oder mich feiern, sondern auch die Message erkennen und meine Ansichten verstehen können.“

Wenn du mehr über Joel Hong erfahren möchtest, dann besuche ihn doch auf oder höre und sehe dir seine Songs in seinem Youtube-Kanal an!

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