Bundesliga-Wunschspieler Jens Wissing: „Die Scouts sind mir egal!“

Die Liste der Interessenten ist groß, egal ob aus der ersten oder zweiten Bundesliga. Jens Wissing ist aktuell wohl Deutschlands begehrtestes Talent, das noch unterklassig spielt. Goal.com konnte mit dem 21-Jährigen ein EXKLUSIV-Interview führen und sprach mit ihm über die aktuelle Saison, die Scouts im Stadion, bei welchem Bundesligisten er sich die besten Entwicklungschancen vorstellen könnte und über vieles mehr…

Regionalliga West: Preußen Münster gegen Borussia Dortmund II, Jens Wissing (Bongarts / Getty Images)
Ein Interview von Sebastian HEIER

Jens Wissing – Dieses Talent jagt fast die halbe Bundesliga

Interview Teil 1: „Vertragsverlängerung aufgeschoben, will mir keine Wege verbauen!“

Münster. Beim derzeitigen Tabellenvierten der Regionalliga West, Preußen Münster, läuten bereits seit einigen Tagen die Alarmglocken. Der zweikampfstarke Abwehrspieler Jens Wissing ist aktuell wohl Deutschlands begehrtestes Talent, das noch unterklassig spielt.

Seinen im Sommer 2010 auslaufenden Vertrag hat der Linksfuß noch nicht verlängert. Jetzt droht der Abschied, denn die Vertragsgespräche mit Münster sind erst einmal aufgeschoben worden, „und zwar ganz einfach aus dem Grund, dass ich mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht schon irgendwelche Wege verbauen will und auch an meine sportliche Zukunft denken will!“

Goal.com konnte exklusiv mit dem Linksfuß sprechen und hat dabei einiges erfahren – im zweiten Teil des großen Interviews spricht der 21-Jährige auch über die Scouts im Stadion und bei welchem Bundesligisten er sich die besten Entwicklungschancen vorstellen könnte…

„Jeder will Verantwortung übernehmen“

Nach zwölf Spielen in der Regionalliga West befinden Sie sich mit Preußen Münster in aussichtsreicher Position für den Aufstieg in die 3. Liga. Warum war der Saisonstart mit nur einem Sieg aus fünf Spielen so schlecht?

Jens Wissing: Unser Saisonstart ist ziemlich schwer zu erklären, vor allem weil wir eine Woche vor Saisonbeginn noch ein richtig starkes Spiel im DFB Pokal gegen Hertha BSC absolviert hatten. Jeder Einzelne konnte einfach nicht das abrufen, was ihn letztendlich auszeichnet und das fing schon bei den grundlegendsten Sachen an.

In den sieben aufeinanderfolgenden Spielen blieben Sie ungeschlagen und holten aus sieben Partien beeindruckende 17 Punkte. Was läuft in der Mannschaft jetzt anders?

Jens Wissing: Man spürt einfach wieder diese enorme mannschaftliche Geschlossenheit, die uns auch die 2 Jahre zuvor ausgezeichnet hat. Jeder ist wieder bereit auf dem Platz Verantwortung zu übernehmen und mit dem gewonnenen Selbstbewusstsein wird es dann schwer, gegen uns zu bestehen.

„Das Ziel war von Anfang an der Aufstieg“

Preußen Münster belegt aktuell Rang vier mit Anschluss an die Tabellenspitze. Welches Saisonziel verfolgt der Verein und ist der Aufstieg in die 3. Liga sogar schon ein Thema?

Jens Wissing: Das Ziel war von Anfang an der Aufstieg und daran wird sich sicherlich auch nichts ändern. Es ist nur nach dem schwachen Start ein wenig in den Hintergrund gerückt.

Wie sieht bei Ihnen das Leben/der Alltag hinter dem Fußball aus?

Jens Wissing: Auch da dreht sich eigentlich alles nur um Fussball [lacht]. Aber wenn dann noch ein bisschen Zeit bleibt, verbringe ich die mit meinem Fernstudium im Bereich Sportmanagement, welches ich im Januar angefangen habe.



„Die Scouts im Stadion sind mir relativ egal!“

Wie gehen Sie persönlich im Moment damit um, dass Sie vielleicht in jedem Spiel unter besonderer Beobachtung von einigen Interessenten stehen?

Jens Wissing: Wenn ich ehrlich sein soll, ist mir das relativ egal. Für mich geht es bei jedem Spiel nur darum, dass wir drei Punkte einfahren und dafür gebe ich immer 100 Prozent. Je mehr Zuschauer desto besser [lacht].

Werden Sie im Vorfeld der Partie sogar informiert, welche Scouts von welchen Vereinen sich für das Spiel angemeldet haben?


Jens Wissing: Nein.

„Der Entscheidendste ist mit Sicherheit der Trainer“

Ein prominenter Spieler, der sich über Preußen Münster für die Bundesliga empfahl, war Christoph Metzelder. Auch er spielte in der Jugend vom FC Schalke 04, und wechselte über Münster zu Borussia Dortmund – später wurde er Nationalspieler und steht heute bei Real Madrid unter Vertrag. Bei welchem Bundesligisten könnten Sie sich die besten Entwicklungschancen vorstellen?

Jens Wissing: Also ich denke, dass man das so plausibel nicht sagen kann, da dabei immer mehr Aspekte eine Rolle spielen. Der Entscheidendste ist mit Sicherheit der Trainer, der einem jungen Spieler das Vertrauen geben muss.

Ist Christoph Metzelder mit seiner Karriereentwicklung vielleicht ein Stück weit auch ein Vorbild für Sie?

Jens Wissing: Seine Entwicklung ist auf jeden Fall beispielhaft für viele junge Spieler, aber Christoph Metzelder war für mich jetzt nicht unbedingt ein Vorbild.

Welchen Fußball-Profi  haben Sie als Vorbild und/oder als Jugendidol?

Jens Wissing:
Ich hatte wirklich noch nie ein Idol.


Interview Teil 1: „Vertragsverlängerung aufgeschoben, will mir keine Wege verbauen!“

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Eure Meinung: Wird sich Jens Wissing für einen Bundesligisten entscheiden – für welchen?


 
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