EXKLUSIV-Interview: Thorben Marx (Teil 2)

Der gebürtige Berliner ist nach seinem Wechsel in Gladbach angekommen und stellte sich den Fragen von Goal.com!

Bundesliga: Arminia Bielefeld - Hertha BSC, Marx, Nicu (firo)
Ein Interview von Christoph VOGEL

Mönchengladbach.
Nachdem Thorben Marx von Borussia Mönchengladbach im ersten Teil des EXKLUSIV-Interviews über seine erste Zeit am Niederrhein erzählte, wirft der 28-jährige im zweiten Teil nun den Blick auch abseits der Borussia:

Zum ersten Teil des großen Goal.com-Interviews mit Thorben Marx

Auch wenn sie in der letzten Saison noch nicht bei der Borussia gespielt haben, haben sie bestimmt in den letzten Jahren die Rivalitäten zwischen der Borussia und dem 1. FC Köln mitbekommen. Nun steht ja bald das Derby an: Haben sie als Außenstehender diese Rivalität mitbekommen und sind sie schon mit dem Derbyfieber infiziert?

Thorben Marx:
Ja, auf jeden Fall. Das ist ja auch das erste, was man hier mitbekommt, dass die Spiele gegen Köln immer etwas besonderes sind. Das hat man natürlich auch mitgekriegt, wo man bei einem anderen Verein gespielt hat. Aber ich denke, wenn du dann wirklich in dem Verein bist, bekommst du erstmal richtig mit was das bedeutet. Ich freue mich natürlich drauf, es wird ein Besonderes Spiel, nicht nur für mich, sondern wie immer auch für den gesamten Verein, für die Fans. Aber noch kommen schwierige Spiele davor, die wir auch noch erfolgreich spielen wollen und dann können wir auf das Köln-Spiel gucken.


„Das ist ja auch das erste, was man hier mitbekommt, dass die Spiele gegen Köln immer etwas besonderes sind.“


Sie sind nun im besten Fußballalter und haben schon gesagt, sie wollen einen Mittelfeldplatz erreichen. Ihr Vertrag läuft bis 2011, wenn sie jetzt einen Blick über den Tellerrand werfen würden: Was würden sie gerne bis zu diesem Zeitpunkt mit der Borussia erreicht haben?

Thorben Marx: Dass wir einfach unsere Ziele erreichen, sprich diese Saison halt den Mittelfeldplatz. Dass wir in der gesamten Saison wenig mit dem Abstieg zu tun haben werden, oder hoffentlich auch gar nicht. Dass wir dann eine ruhige Saison erleben werden und dann nächstes Jahr muss man dann gucken, wie sich Alles entwickelt hat. Ich denke, auch nächstes Jahr wird es nicht um viel mehr gehen. Wenn wir dann die beiden Spielzeiten dann erfolgreich überstanden haben, dann denke ich, werde ich auch froh sein. Und dann schaut man halt, wie es dann weitergeht.

Verlassen wir kurz die Borussia. Sie sind in Berlin geboren und spielten auch einige Jahre für die Hertha und unterschrieben 1998 ihren ersten Profivertrag in der Hauptstadt. Sind sie auch heute, 11 Jahre später, mit dem Verein verbunden?

Thorben Marx: Viel verbindet mich mit dem Verein eigentlich nicht mehr. Es sind auch kaum noch Spieler oder Offizielle von meiner Zeit übriggeblieben. Sicherlich ist es so, dass ich in Berlin geboren sind. Hab da auch meine Familie und meine Freunde sind da. Ich bin in dem Verein halt groß geworden, von daher gucke ich natürlich schon auch immer so ein bisschen auf den Verein. Aber sonst so speziell mit Leuten oder dem Verein direkt verbindet mich jetzt nichts mehr. Das hat jetzt auch nichts mit der schwierigen Zeit zu tun, die da im Moment ist, aber ich bin jetzt auch schon im 4. Jahr weg von dem Verein. Und durch die Entfernung bekommt man auch nicht alles mit, brauch ich auch nicht, will ich auch nicht. Ich schau natürlich schon wie sie gespielt haben, keine Frage, aber auch nicht mehr.


„Viel verbindet mich mit Hertha BSC eigentlich nicht mehr.“


Sie als Akteur sehen die Medien bestimmt mit einem weinenden und einem lachenden Auge.  Lassen sie sich von der Berichterstattung außerhalb des Platzes – sei es positiv oder negativ – beeinflussen? Und ärgert es sie persönlich, wenn hinter ihrem Namen in der Einzelkritik mal eine 5 steht?

Thorben Marx: Ich glaube, ich bin jetzt schon lange genug in diesem Geschäft dabei, dass ich das einzuschätzen weiß. Ich habe sicherlich beide Seiten schon mal mitgemacht: Die Phase wo es nicht so gut lief und dann hatte ich auch schon mal ne Phase, wo es ordentlich lief. Man guckt zwar drauf, aber man macht sich da eigentlich weniger Gedanken drüber. Man weiß auch, das alles einzuschätzen, von daher ist das für mich auch nicht so wichtig.

Gibt es einen Spieler, den sie bewundern oder dem sie als Jugendlicher nachgeeifert haben? Der sie vielleicht sogar zum Fußball gebracht hat?

Thorben Marx: Ne, eigentlich gar nicht. Früher war ich ja auch Fan von einer Mannschaft, von Bayern München zum Beispiel in der Jugend. Da gab es sicher auch irgendwelche Lieblingsspieler, aber jetzt nicht, dass ich ein Vorbild habe oder so.

Idole sind für andere auch Spieler, für die andere Vereine auch Millionensummen auf den Tisch legen. Als Fußballprofi steht man im Rampenlicht und hat auch eine gewisse Vorbildfunktion. In den Zeiten der Finanzkrise warfen nun Vereine wie Manchester City oder vor allem Real Madrid mit Geldscheinen nur so um sich. Wie beurteilen sie den Transferwahnsinn: Sind solche Summen noch gerechtfertigt oder nur noch der reine Wahnsinn?

Thorben Marx: Ich glaube, dass ist nicht mehr in Ordnung, was da passiert. Das Gute ist, dass das Geld in dem Geschäft drin bleibt, deswegen kommen auch immer wieder große Transfers zustande. Aber ich denke die in dieser Saison sind einfach nicht realistisch und daher denke ich auch ein wenig übertrieben.


„Ich glaube, dass ist nicht mehr in Ordnung, was da auf dem Transfermarkt passiert.“


Wenn sie mal nicht dem Ball hinterher jagen: Wie verbringen sie privat ihre Zeit? Ist auch dort der Sport im Mittelpunkt? Gehen sie auch mal Fast-Food essen oder sind sie auch neben dem Platz Profi durch und durch?

Thorben Marx: Man muss schon auch im Privaten sehr drauf achten, wie man lebt, das ist schon Voraussetzung. Man muss sich natürlich auch gut ernähren. Aber es gibt auch mal Phasen oder Tage, wo man dann mal nicht dran denken braucht, wo man sich dann einfach auch mal gehen lassen kann. Ich denke, das braucht man auch, gerade wenn man Urlaub hat oder so. Während der Saison muss man schon darauf achten, wie man die Zeit, die man privat hat gestaltet. Da muss man schon aufpassen.

Zum ersten Teil des großen Goal.com-Interviews mit Thorben Marx

Eure Meinung: Was haltet Ihr von Thorben Marx? Stimmt Ihr ihm zu in seinen Ausgaben? Wie wichtig ist er für die Borussia?



 
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