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La Ligas Bester – Real Madrids neuer Torwart Keylor Navas

Der Schlussmann aus Levante war DIE Entdeckung der Saison 2013/14. Anschließend schrieb er mit seinem Land Geschichte und erreichte bei einer WM erstmals das Viertelfinale.

Von Ben Hayward

Was hat er denn dort zu suchen? Goal wählte Costa Ricas Helden Keylor Navas im Mai in unsere Elf der Saison in Spaniens Primera Division. Viele Leser waren skeptisch, hatten sie dort zwischen den Pfosten doch den Belgier Thibaut Courtois vom frischgebackenen Meister Atletico Madrid erwartet. Aber er tauchte dort völlig zu Recht auf und bewies als einer der herausragenden Spieler der Weltmeisterschaft in Brasilien, dass seine Vorstellungen in Levante gewiss keine Eintagsfliegen waren.

Großartige Torhüter aus Mittelamerika sind nicht die Regel. Navas bildet da eine Ausnahme, und er hat sich mittlerweile einen Namen gemacht.  Seine Beharrlichkeit hat ihn in die Weltspitze geführt und seine brillanten Leistungen in Brasilien sind die logische Folge. England und Italien blieben gegen ihn ohne Tor. Nur ein Strafstoß im Duell mit Uruguay befleckte seine weiße Vorrundenweste.

Nach einem Gegentreffer in der 91. Minute gegen Griechenland ging es erst in die Verlängerung und anschließend ins Elfmeterschießen. Beim Stand von 3:3 avancierte Navas zum Matchwinner und partierte den entscheidenden Versuch von Theofanis Gekas. Im Viertelfinale war gegen die Niederlande schließlich Schluss. Allerdings schaffte die Elftal keinen Treffer gegen ihn und benötigte ihrerseits das Quäntchen Glück in der Lotterie des Elferschießens.

Vom Bankdrücker zur Stammkraft

Navas‘ Aufstieg ist eine Geschichte der Geduld. Der 27-Jährige startete seine Laufbahn beim Costa Ricanischen Topklub Saprissa, und er gewann dort einen Haufen nationaler Titel. Er holte auch die Concacaf Champions League und nahm an der Fifa Klubweltmeisterschaft teil. 2009 wurde er zum besten Keeper des Gold Cups gekürt. Ein Jahr wechselte Navas nach Albacete und spielte dort in Spaniens zweiter und dritter Liga.

Dort fiel er Scouts von UD Levante auf und wechselte 2011 dorthin.

Zunächst auf Leihbasis, später dann fix. Navas musste auf seine Chance warten und verbrachte die ersten beiden Spielzeiten weitgehend auf der Bank als Vertreter Gustavo Munuas. Erst als der Uruguayer den Klub im vergangenen Sommer verließ rückte Navas auf und war die neue Nummer eins.

Und das Warten hatte sich gelohnt. 2013/14 zeigte Navas reihenweise spektakuläre Leistungen und brachte es am Ende auf satte 15 Zu-Null-Spiele mit dem Klub aus Valencia. Der agile, athletische Keeper mit den herausragenden Reflexen zog damit das Interesse mehrerer Topklubs auf sich. Unter anderem streckte Atletico seine Fühler aus, weil Courtois zurück zum FC Chelsea beordert wurde.

Stark auch im Parieren von Tennisbällen

Levantes Trainer Joaquin Caparros lobte: "In den Schlüsselmomenten hat uns Keylor Navas geholfen. Um Gegner von großer Qualität zu besiegen, brauchst du viel Intensität, maximale Effizienz und einen guten Torwart."

All das hatte Levante und nun wird ihr Verlust Madrids Gewinn sein.

Eine weitere Kostprobe seines Könnens lieferte Navas vor der Weltmeisterschaft. Im Training schmetterte der spanische Tennisprofi Pablo Andujar Bälle mit bis zu 160 km/h von außerhalb des Sechzehners auf das Tor. Nur wenige Versuche landeten im Netz und der Davis-Cup-Spieler staunte sichtlich über die Fähigkeiten des Torhüters aus Costa Rica.

"Ich spiele in einer sehr konkurrenzfähigen Liga, und jeden Sonntag trete ich gegen die besten Spieler der Welt an. Deswegen bin ich schon seit längerer Zeit wegen großer Namen nicht mehr nervös", verriet er kürzlich in einen Interview mit der Fifa. "Ich bin ziemlich entspannt. Ich empfinde es als schöne Herausforderung, gegen die Besten zu spielen."

Mit einem Navas in dieser Form ist die fixe Ablöse von zehn Millionen Euro ein tolles Geschäft für Real Madrid. Es sieht aus, als hätten die Blancos ein echtes Schnäppchen gemacht.

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