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Nach einer famosen Saison bei Benfica, zieht es Serbiens größtes Talent der letzten zehn Jahre auf die Insel. Dort können sie sich auf jede Menge Schnelligkeit und Technik freuen.

Porträt
Von Tom Kundert

Also was wird Lazar Markovic dem FC Liverpool bringen? Kurz geantwortet: Einen Haufen Talent und eine Menge Aufregung.

Brendan Rodgers hat eine Menge Lob kassiert, weil er nicht nur die Resultate seiner Reds verbesserte, sondern seiner Mannschaft auch eine attraktive Spielphilosophie einimpfte. Ein Blick auf Markovics Saison in Portugal zeigt, dass er genau der richtige Spieler für dieses Liverpool sein kann.

MEINUNGEN
"Ich behaupte, abgesehen von Ronaldo und Messi, ist er eines der besten Talente, die ich im Alter von 19 Jahren gesehen habe." - Avram Grant

"Es war super, dass ich sechs Monate mit diesem fantastischen Jungen spielen durfte. Er hat riesiges Potenzial. Er kann einer der besten Spieler Europas auf seiner Position werden." - Nemanja Matic, Ex-Mitspieler bei Benfica

"Markovic ist ein überaus talentierter Spieler. Mit dem Ball am Fuß ist er kaum zu stoppen." - Jorge Jesus, Benfica-Trainer

"Ich halte ihn für den perfekten Spieler. Er ist der talentierteste Spieler, den Serbien in den letzten zehn Jahren hervorgebracht hat." - Vladimir Stojkovic, Mitspieler bei Partizan Belgrad

"Markovic ist Talent pur. Er verfügt über besondere Fähigkeiten, was Schnelligkeit und Technik angeht. Er kann Spiele allein entscheiden. Er wird ein sehr wichtiger Spieler für Serbien sein." - Ljubinko Drulovic, Serbiens Trainer

Vor einem Jahr setzte sich Benfica im Ringen um Markovic gegen einige der größten Klubs Europas durch. Unter anderem waren auch Chelsea und Inter Mailand an dem Teenager interessiert. Markovic spielte da noch bei Partizan Belgrad und galt in seiner Heimat als DAS Talent. Viele sehen dort in ihm nach wie vor den begabtesten serbischen Kicker der letzten Dekade.

Nach seinem Zehn-Millionen-Transfer schlug er in Portugal auf Anhieb ein. Er absolvierte eine starke Vorbereitung und erzielte bei seinem ersten Einsatz am zweiten Spieltag gegen Gil Vicente prompt seinen ersten Treffer. Eine Woche später reisten die Adler zum Derby gegen Sporting Lissabon, eines der heißesten Spiele in der Primeira Liga.

Trainer Jorge Jesus entschied sich, den Youngster zunächst auf der Bank zu lassen. Kurz nach dem Seitenwechsel, Benfica lag 0:1 zurück, musste Angreifer Salvio verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Markovic bekam seine Chance.

Und sofort diktierte er das Spiel. Er war ein ständiger Unruheherd. Nach einem Hochgeschwindigkeitsdribbling gegen mehrere Sporting-Verteidiger scheiterte er zunächst im Abschluss noch knapp. Zehn Minuten später versuchte er es erneut. Wieder ließ er mehrere Gegenspieler stehen und schob das Leder schließlich cool unter Nationalkeeper Rui Patricio durch zum Ausgleich in die Maschen. Damit waren die Zweifel beseitigt, dies hier war ein besonderes Talent.

In der Folge avancierte er zum Stammspieler und war ein Leistungsträger auf dem Weg zum portugiesischen Triple aus Liga, Pokal und Taca da Liga. Außerdem schaffte der Klub es ins Finale der Europa League.

Obwohl er kein klassischer Torjäger ist, dominierte er die Wahl zum Treffer des Jahres mit seinen fantastischen Toren gegen Sporting, Academica und Vitoria Guimaraes.

Seine großen Stärken sind die enorme Schnelligkeit, ein gutes Dribbling und eine bemerkenswerte Abgebrühtheit für einen derartig jungen Spieler. Ob über die Außen oder durch das Zentrum, er ist kaum Aufzuhalten, wenn er mit Tempo und Ball am Fuß auf die gegnerischen Verteidiger zumarschiert. Er kann außerdem nicht nur präzise abschließen, sondern auch den entscheidenden Pass spielen.

Die tolle Saison des Rechtsaußen in Lissabon ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass er als 19-Jähriger in ein fremdes Land wechselte und sich dort ohne Probleme an den Fußball anpasste. Gute Vorzeichen also für Liverpool und eine schnelle Eingewöhnung in der englischen Premier League.

Liverpool musste eine saftige Ablöse für ihn hinblättern (rund 25 Millionen Euro). Aber dafür hat der englische Vizemeister auch einen echten Rohdiamanten bekommen. Schöpft er sein Potenzial aus, ist das Geld gut angelegt.

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