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WM-Fahrer und BVB-Wunschspieler Matthias Ginter im Porträt

Schon seit längerer Zeit brodelt die Gerüchteküche, wenn der Name des Noch-Freiburgers fällt. Goal hat den Defensivspezialisten aus dem deutschen WM-Kader unter die Lupe genommen.

PORTRÄT
Von Lukas Nowak

Matthias Ginter ist der jüngste Spieler in Joachim Löws Kader, der Deutschland bei der WM in  Brasilien vertritt. Gleichzeitig war seine Nominierung für viele auch eine Überraschung. Doch durch konstant bestechende Leistungen beim SC Freiburg hat er sich schon längst in den Fokus der ganz großen Klubs gespielt: Manchester United, Arsenal, Bayern München und Borussia Dortmund sollen am variablen Defensivspieler dran sein. Letzerer soll nun angeblich das Rennen um den 20-Jährigen gemacht haben.

MEINUNG AUS DORTMUND
Goals BVB-Experte Stefan Döring

Matthias Ginter passt perfekt in das Dortmunder Konzept. Er ist jung aber bereits erfahren, dabei noch formbar. Er ist das größte Defensiv-Talent Deutschlands und könnte beim BVB auf Dauer in der Innenverteidigung seinen Platz finden. Über einen Abgang von Mats Hummels wird immer diskutiert. Auch auf der sechs ist er einsetzbar - bekanntlich eine Position, auf der die Dortmunder ein Problem hatten in der abgelaufenden Saison. Von seinen Anlagen passt er perfekt ins Dortmunder Spiel, ist kopfball- und zweikampfstark, hat eine gute Übersicht..

Matthias Ginter wurde am 19.01.1994 in Freiburg geboren und durchlief seit der D-Jugend alle Jugendmannschaften des SC Freiburg. Seine Karriere startete der Defensivallrounder beim SV March aus dem gleichnamigen Freiburger Vorort, welcher acht Kilometer nordwestlich seiner Geburtsstadt liegt. Zu seinen größten Erfolgen zählt der Gewinn des DFB-Junioren-Vereinspokals in der A-Jugend 2011 und 2012, sowie die Teilnahme an der Europa League 2013/2014, die sich der SC Freiburg nach einer überragenden Bundesligasaison 2012/2013 sicherte.

Vor allem in diesem Jahr spielte er groß auf und begann die Begehrlichkeiten der Klubs in erste Avancen umzuwandeln. In der abgelaufenen Saison konnte er dann auch Erfahrung auf Europas kleiner Bühne sammeln. Trotz Ausscheidens nach der Gruppenphase hinterließen die Freiburger um Ginter keinen schlechten Eindruck in der Fußballwelt.

Ginter will Titel holen

Doch nun fühlt sich der vornehmlich als Innenverteidiger agierende Ginter zu Höherem berufen. Spätestens die Berufung von Joachim Löw im März 2014 zum Länderspiel gegen Chile war der Punkt, die keinen Zweifel an der großen Karriere des gebürtigen Freiburgers lassen. Interesse von Englands Topklubs wurde ihm schon länger nachgesagt. Doch auch national sind Vereine auf ihn aufmerksam geworden. Und obwohl bereits eine Anfrage vom FC Bayern München eingegangen sein soll, liegt Borussia Dortmund angeblich am aussichtsreichsten im Rennen.

Und das, obwohl man mit Neven Subotic, Mats Hummels und Sokratis Papastathopoulos bereits drei hochkarätige Innenverteidiger im Kader stehen hat. Für Michael Zorc kein Grund den 20-Jährigen nicht unter Vertrag zu nehmen. Der Manager der Schwarzgelben betont immer wieder, dass er die Qualität des Kaders stetig ausbauen will.aus nahezu allen Lagen.

Der umworbene Spieler ist zwar auch auf der Sechs einsetzbar, wo dem BVB vor allem in der letzten Saison der Schuh immer wieder drückte, doch Zorc sieht ihn auch in Dortmund als Innenverteidiger. Damit würde er sich nahtlos in die Phalanx der qualitativ hochwertigen Abwehrspieler der Dortmunder einreihen.

Seine Spieleröffnung und sein Auge für die Offensive sind Eigenschaften die im Dortmunder Spiel stets gefordert sind. Vor allem bei Ausfällen mussten die Westfalen immer wieder mit Notbesetzungen auskommen, die sogar die Verpflichtung von Manuel Friedrich nach sich zog um genug Innenverteidiger aufbieten zu können.

Nachholbedarf vor dem Tor

Mit Ginter soll das nun nicht mehr vorkommen. In der Jugend spielte er im offensiven Mittelfeld und strahlte stets Präsenz vor dem Tor aus. Die ist seit dem Sprung in den Profikader des SCF in der Defensive gefragt. Sein damaliger Jugend- und späterer Profitrainer Christian Streich wusste, wo Ginter seine Qualitäten am besten zum Ausdruck bringen kann.

Nicht zuletzt wegen seinem tadellosen Zweikampfverhalten und seinem Stellungsspiel konnte er den Abstieg des SC Freiburg in der abgelaufenen Saison verhindern. Der jüngste Freiburger Torschütze aller Zeiten, und gleichzeitg zehntjüngste Torschütze der Bundesligageschichte erzielte jedoch kein Tor in der Bundesligasaison 2013/2014. Dort herrscht auf jeden Fall Nachholbedarf beim jungen Defensiv-Talent.

Außerhalb des Platzes tritt er als ruhiger und abgeklärter Mensch auf, der immer für einen Lacher zu haben ist. Stets gut gelaunt und etwas schüchtern wirkend ist er dennoch erstaunlich reif für sein Alter. Und das merkt man vor allem wieder auf dem Rasen, wo er zum unumstrittenen Abwehrchef avanciert ist. Diese Rolle würde man in Dortmund wohl nicht von ihm abverlangen. Allerdings sehen die Macher des BVB gerade auch wegen dieser Eigenschaft das große Potential des 20-Jährigen.

Beeindruckende Werte

In der Bundesliga verpasste Ginter kein Spiel. In allen 34 Partien kam er zum Einsatz und holte sich dabei nur eine (!) gelbe Karte ab. Knapp über 60 Prozent seiner Zweikämpfe konnte er gewinnen – ein guter aber ausbaufähiger Wert. Da haben die Kollegen beim BVB noch die Nase vorne (Hummels 63,9%, Sokratis 67%, Subotic 61,2%). Doch in Sachen Passquote steht Ginter mit seinen 85,2 Prozent keinem Spieler des BVB in etwas nach. Er übertrifft den in der Hinsicht besten Dortmunder Neven Subotic sogar um 2 Prozent.

Für eine Karriere beim BVB bringt Ginter, der 2012 und 2013 mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet wurde, also alles mit. Auch wenn er sich an eine andere Spielweise und ein anderes Tempo, als er es vom SC Freiburg kennt, gewöhnen muss. Er selbst ist bereit für Titel und Erfolge und mit dem Puzzletein Ginter steigert der BVB bei einer Verpflichtung des Nationalspielers mit Sicherheit die Chancen darauf.

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