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Udineses junger Schlussmann erobert im Land des vierfachen Weltmeisters dank einiger spektakulärer Vorstellungen die Schlagzeilen.

Udine. Sein Vorbild ist Samir Handanovic. Der Mann, den er „den besten Torwart der Welt“ nennt. Simone Scuffet selbst peilt indes an, in die Fußstapfen Gianluigi Buffons zu treten. Viele Keeper träumen davon, Italiens Nummer eins zu werden. Doch der 17-Jährige hat in seinen zwei Monaten als erste Wahl bei Udinese Calcio schon bewiesen, dass er über das Potenzial verfügt eines Tages den ehemaligen Welttorhüter zwischen den Pfosten der Nazionale zu ersetzen.

Scuffet wurde in Udineses Jugend groß und schnell zum Stammtorwart der Primavera. Seine beeindruckende Statur und herausragende Technik stachen dabei früh heraus. Im letzten Jahr reiste er mit der italienischen U17 zur Weltmeisterschaft. Dort lieferte er ein bärenstarkes Turnier ab und die Azzurrini scheiterten erst im Endspiel an Mexiko. Bis zum 1. Februar dieses Jahres war es das Highlight in Scuffets junger Karriere.

Von der Primavera ins Dall‘Ara

Den angesprochenen Tag wird Scuffet gewiss nicht vergessen. Nachdem sich Zeljko Brkic beim Aufwärmen für das Spiel gegen Bologna im Renato Dall’Ara verletzt hatte entschied sich Trainer Francesco Guidolin gegen seine Nummer zwei Ivan Kelava und schenkte stattdessen Scuffet das Vertrauen. Der Teenager erfuhr erst wenige Minuten vor dem Anstoß, dass er spielen durfte. Nach den 90 Minuten hatte er seinen Trainer, die Tifosi und die Experten von seinem Talent überzeugt.

Udinese besiegte Bologna mit 2:0 sofort wurden Parallelen zu einem anderen 17-Jährigen Debütanten gezogen. Die Gazzetta dello Sport schrieb zum Beispiel: „Im Alter von 17 Jahren debütierte er in der Serie A und er zeigte keine Angst. Er hielt seinen Kasten sauber. Genau wie einst ein gewisser Buffon.“

Brkic konnte also in Ruhe seine Verletzung auskurieren und sein junger Vertreter drehte jetzt so richtig auf. In den packenden Halbfinalpartien der Coppa Italia gegen den AC Florenz glänzte er und war vor allem beim Rückspiel im Artemio Franchi kaum zu bezwingen. In der Serie A avancierte er gegen Chievo, Genoa, Atalanta und Cagliari zum Matchwinner. Scuffet war die Neuentdeckung der Saison und als Brkic wieder fit war blockierte der Youngster seinen Platz im Kasten.

STECKBRIEF | Simone Scuffet
Klub Udinese Calcio
Position Torhüter
Geburtsdatum 31. Mai 1996
Größe/Gewicht 187 cm/85 kg
Nationalität Italien
Er erinnert ein wenig an... Gianluigi Buffon

Was beim Sohn eines einstigen Amateur-Torhüters heraussticht, ist sein ausgeprägter Instinkt. Er erkennt Situationen sehr früh und spielt glänzend mit. So bereinigt er Szenen häufig, ehe es richtig gefährlich wird. Trotz seines jungen Alters dirigiert er seine Vorderleute bereits souverän und auf der Linie glänzt er mit außerordentlichen Reflexen. Es ist ziemlich unmöglich, ihn nicht mit Buffon zu vergleichen. Und Scuffet hat auch schon verkündet, dass ihm ein ähnlicher Karriereweg, wie ihn Italiens Rekordnationalspieler ging, vorschwebt.

Risiko zahlte sich aus

„Es wäre toll, wenn ich in Buffons Fußstapfen treten könnte“, sagte er der Gazzetta dello Sport vor einigen Tagen. „Es wäre ein Traum, wenn ich die Titel gewinnen könnte, die er mit Juventus und Italien geholt hat. Aber im Moment bin ich bei Udinese sehr glücklich und ich warte ab, was in der nächsten Saison passiert. Wenn ich daran denke, dass ich zu Beginn dieser Saison Udineses Torwart Nummer vier war, dann bin ich im Moment sehr stolz.“

Francesco Guidolins Glücksspiel an jenem Abend in Bologna hat sich auf jeden Fall bezahlt gemacht. Udinese ist berühmt dafür, ausländische Talente zu entwickeln. In Scuffet verfügt der Klub nun über ein echtes Eigengewächs. Einen Spieler, der aus der eigenen Jugend stammt und die eigene DNA in sich trägt. Zehn Jahre nach dem Abgang Fabio Rossittos haben die Friulani wieder einen lokalen Spieler, auf den sie stolz sein können.

Cesare Prandelli verfolgt seine rasende Entwicklung mit großem Interesse. Es ist schwer zu übersehen, dass Scuffet über das Talent verfügt, einer der Besten zu werden. Und schon in jungen Jahren schafft er es, sein Potenzial regelmäßig abzurufen.

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