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Xherdan Shaqiri: Der Werdegang des Bayern-Wunschspielers
Shaqiri steht offenbar kurz vor der Unterschrift beim deutschen Rekordmeister. Wir werfen einen Blick auf den verheißungsvollen Werdegang des Schweizer Youngsters.
Von Claas Philipp
Basel. Lange wurde spekuliert, wohin die Reise des Xherdan Shaqiri führt - nun scheint klar: Das Top-Talent in Diensten des FC Basel wechselt zum FC Bayern München. Nach Informationen des kicker stehen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss, noch in dieser Woche könnte der Transfer für den kommenden Sommer fix gemacht werden. Die gehandelte Ablösesumme: zehn bis zwölf Millionen Euro. Wer aber ist dieser 20-jährige Schweizer mit kosovarischen Wurzeln, der in der Vergangenheit mit mehreren europäischen Top-Klubs in Verbindung gebracht wurde?
Von Gjilan nach Basel
Es begann im Jahr 1993, als Shaqiris Familie aufgrund des dort herrschenden Krieges aus dem Kosovo, genauer gesagt aus dem Ort Gjilan, flüchten musste. Xherdan steckte zu diesem Zeitpunkt noch in den Windeln, sechs Jahre später bekam er sein erstes Fußball-Outfit: Der achtjährige Shaqiri schnürte seine ersten Fußballschuhe für den SV Augst, einen Basler Vorort-Klub.

Erste Erfolge in der Jugend
Sein Vater Hisen meldete ihn 2001 schließlich beim FC Basel an - dem Klub, in dem seinerzeit bereits Xherdans zwei ältere Brüder ansässig waren. Doch während den Geschwistern der große Sprung verwehrt blieb, drehte Xherdan schon bald groß auf. Die Wahl zum besten Spieler des U-15 Nike Cups 2007 und anschließende acht Tore in 19 Drittligaspielen für die zweite Basler Mannschaft waren nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer vielversprechenden Karriere.
Profi-Vertrag mit 17
Die nahm im Januar 2009 mit der Unterschrift des ersten Profi-Vertrags an Fahrt auf, für den er seine Lehre als Verkäufer bei einem Herrenausstatter liebend gerne aufgegeben haben dürfte - Shaqiri war zu diesem Zeitpunkt nicht mal 18 Jahre alt. Basels ehemaliger Nachwuchschef Peter Knäbel hatte am Rande des FIFA Youth Cups bereits einige Monate zuvor prognostiziert: „Der nimmt Fahrt auf.“ Er sollte Recht behalten, und so kam Shaqiri im Juli 2009 zu seinem Pflichtspiel-Debüt für den FCB, ein Monat später folgte in der Europa-League-Qualifikation der erste Treffer.
Pro Pyro?
Am Ende der Saison wurde der Ausnahme-Flügelspieler als Super-League-Nachwuchsspieler des Jahres gekürt, mit insgesamt vier Toren und fünf Assists hatte Stammspieler Shaqiri einen nicht unerheblichen Anteil an Basels Double-Gewinn. Bei der Pokalfeier zündete der Kosovare auf dem Balkon des heimischen Stadtcasinos eine Pyrofackel und musste dafür 800 Franken Strafe zahlen. Er wird’s verkraftet haben.

Ottmar lädt ein
Inzwischen war auch der schweizerische Nationalcoach Ottmar Hitzfeld aufmerksam geworden und setzte Shaqiri, der - natürlich - auch die U-Mannschaften der Eidgenossen durchlief, erstmals im März 2010 in einem Freundschaftsspiel gegen Uruguay für die „Nati“ ein. Die Partie ging mit 1:3 verloren, zur Halbzeit musste Shaqiri wieder den Platz verlassen - Hitzfeld war dennoch überzeugt und berief ihn in den Kader für die WM 2010.
Traumtor gegen England
In Südafrika durfte Shaqiri allerdings nur in den letzten 12 Minuten gegen Honduras ran, die Schweiz schied in der Vorrunde aus, obwohl man im Auftaktspiel gegen den späteren Weltmeister Spanien sensationellerweise mit 1:0 gewann. Aber auch in der Nationalelf konnte sich „Shaq“, der von der jungen Schweizer Damenwelt auch gerne mal kreischend empfangen wird, einen Stammplatz erspielen. Der technisch versierte und schnelle Jungspund erzielte im September 2010 in der EM-Qualifikation gegen England sein erstes Tor für die Schweiz, als er einen wunderbaren Weitschuss aus dem Hut zauberte - die 1:3-Niederlage konnte er damit allerdings nicht verhindern.

Starker Auftritt bei U21-EM
Dennoch war aus Shaqiri längst ein nationaler Star geworden, der auch in seiner zweiten Saison begeisterte und schon bald ins Blickfeld internationaler Top-Klubs geriet. So soll etwa der FC Arsenal Interesse angemeldet haben, vorerst aber blieb er den Baslern erhalten. Mit denen holte Shaqiri auch in der Spielzeit 2010/11 den Meistertitel. Im Sommer glänzte er bei dem U21-EM, als er mit seinen Schweizern ins Finale einzog und nur von Spanien gestoppt werden konnte - selbstverständlich stand am Ende eine Berufung in das All-Star-Team des Turniers.
Keine EM-Teilnahme
Bei der „großen EM“ in Polen und der Ukraine wird Shaqiri allerdings nicht mit von der Partie sein, obwohl er mit seinen drei Treffern im September letzten Jahres beim Sieg gegen Bulgarien Hoffnungen auf eine Schweizer Teilnahme geschürt hatte - ein 0:2 in Wales machte diese aber wieder zunichte. „Mir fehlen die Worte. Das ist bitter für die Nation“, erklärte ein sichtlich enttäuschter Shaqiri nach der Partie. Mehr Freude hatte er im letzten halben Jahr an der Champions League: Basel setzte sich in der Vorrunde sensationellerweise gegen Manchester United durch, beim entscheidenden 2:1 gegen die „Red Devils“ bereitete Shaqiri beide Treffer vor. Im Februar und März warten nun ausgerechnet die Bayern.
Ribery & Co. warten
Jüngst wurde Shaqiri wenig überraschend zum Schweizer Fußballer des Jahres gewählt - sein Stellenwert in der Heimat könnte größer kaum sein. Im Sommer nun scheint der Abgang aus Basel anzustehen, und alles deutet darauf hin, dass der Youngster sich mit der dritten Meisterschaft in seiner dritten Profi-Saison verabschiedet, ehe er sich dann mit Franck Ribery & Co. um Stammplätze streitet - ein Angebot von Galatasaray Istanbul hatten der Ausnahmefußballer und sein Noch-Klub abgelehnt. Für die Bundesliga dürfte Shaqiri ein echter Gewinn sein.
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