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Schweden-Tradition in Mönchengladbach wird fortgesetzt: Oscar Wendt im Porträt
Ob Martin Dahlin oder Patrick Andersson – die Borussia hatte schon einige namhafte Schweden in ihren Reihen. Oscar Wendt könnte diese Liste fortführen.
Von Christoph Vogel
Mönchengladbach/Kopenhagen. Mit dem Klassenerhalt in der Tasche nimmt bei Borussia Mönchengladbach der Kader für die neue Saison immer schärfere Konturen an. Die Schwachstellen sollen anders als in der vorherigen Spielzeit schon im Sommer ausgemerzt werden. Besonders auf den Außenbahnen sollen Verstärkungen kommen. Mit Oscar Wendt vom FC Kopenhagen steht ein weiterer Neuzugang vor der Tür, der für viele etwas überraschend den Weg nach Gladbach wagen wird. Der Schwede im Goal.com-Porträt!
In Göteborg zum U21-Nationalspieler
Oscar Wendt wurde am 24. Oktober 1985 in Göteborg, der zweitgrößten schwedischen Stadt geboren. Hier wuchs er auf und begann beim IFK Skövde mit dem Kicken. Mit 18 Jahren schnappte sich der IFK Göteborg, einer der größten Vereine des Landes, zu und verpflichtete Wendt. Es sollte sich als ein guter Griff herausstellen, denn dieser war in seinen drei Spielzeiten bei IFK ein bedeutender Part in der Defensive. Dies brachte ihm auch die Berufung in die U21-Nationalmannschaft Schwedens.
Hintergrund: Borussia Mönchengladbach mit Interesse an Oscar Wendt
Durchbruch in Kopenhagen
2006 sollte der bis dato größte Schritt in der Karriere von Oscar Wendt erfolgen. Ausländische Scouts hatten den damals 21-jährigen schon längst ins Visier genommen, sodass der FC Kopenhagen aus dem benachbarten Dänemark sich für 830.000 Euro die Dienste von Wendt sicherte. Anders als noch in Göteborg, schaffte es der Schwede zunächst nicht auf Anhieb zum Stammspieler. Für zwei Saisons musste er sich hinter André Bergdolmo und später Niclas Jensen (heute sein Berater) einreihen. Erst 2008 schaffte es Wendt unter Stale Solbakken dauerhaft in die erste Elf. Der Durchbruch war endgültig geschafft.
Stammspieler in EM-Qualifikation
Seitdem ist Wendt ein fester Bestandteil der Mannschaft, die sich mit den Meistertiteln 2009, 2010 und 2011 den Hattrick in Dänemark sicherte. In der abgelaufenen Champions-League-Saison gelang dem Klub mit dem Erreichen des Achtelfinales der bis dato größte Erfolg der Vereinsgeschichte auf internationaler Ebene. Schon vor vier Jahren, im Jahre 2007, wurde Wendt erstmals für die schwedische Nationalmannschaft berufen. Bis heute ist der Linksverteidiger im Dauerzwist mit Behrang Safari vom FC Basel, der zumeist bevorzugt eingesetzt wird. Jedoch weigerte sich dieser aus persönlichen Gründen, an der Qualifikation zur EM 2012 teilzunehmen, weshalb der Weg für Wendt endlich frei ist.

Oscar Wendt (l.) im stilsicheren Pink in der Champions League gegen Chelseas Anelka
„Der Prototyp eines modernen Außenverteidigers“
Benjamin Lindqvist, Schweden-Experte bei Goal.com, hält viel von seinem Landsmann, den er schon lange als erste Wahl auf der Position des Linksverteidigers in der Nationalmannschaft sah. „Wendt ist der Prototyp eines modernen Außenverteidigers und wird absolut in die Bundesliga passen – er ist schnell, beweglich, hat ein großes Arbeitspensum und besitzt viele offensive Qualitäten, die sich für Gladbach mit Sicherheit als wertvoll erweisen werden“ so Lindqvist. In 138 Spielen für den FC Kopenhagen erzielte Wendt fünf Tore, was sicherlich noch einer Verbesserung bedarf, jedoch sieht Lindqvist noch einen anderen Vorteil: „Da er für einen Außenverteidiger mit 181 cm recht groß ist, wird er womöglich eine gute Ergänzung zu Dante bei Kopfbällen sein, sowohl defensiv, als auch offensiv.“
„Das komplette Paket“ muss stimmen
Der Wechsel nach Gladbach ist noch nicht perfekt, doch alles deutet auf die Fohlen hin. Gegenüber der Bild äußerte sich sein Berater Niclas Jensen: „Gut möglich, dass Oscar dann am Wochenende eine Entscheidung trifft. Wichtig ist für ihn, dass das komplette Paket stimmt. Es gibt noch andere Interessenten. Borussia hat aber einen kleinen Vorteil – es müssen nur noch ein paar Dinge geklärt werden.“ Angesichts der Konkurrenz auf dem Transfermarkt ist Lindqvist etwas überrascht, dass Gladbach den Zuschlag erhalten könnte. „Ich war ein wenig überrascht zu hören, dass Gladbach ihn bekommen wird, angesichts der Tatsache, dass einige größere Klubs an ihm dran waren – Newcastle, Genoa und zuletzt Liverpool.“ Aufgrund seines auslaufenden Vertrags ist Wendt im Sommer ablösefrei.
Wendt will spielen und gefordert werden
In Deutschland wäre auch ein Wechsel zum 1. FC Köln eine Option, wo in Zukunft sein Trainer vom FC Kopenhagen, Stale Solbakken angestellt ist. Jedoch habe sich der Fakt, dass die Borussia alle Leistungsträger wie Dante oder Marco Reus halten will, positiv auf Wendts Entscheidung ausgewirkt. Doch wieso der Wechsel weg vom FC Kopenhagen, mit dem er Champions League spielen könnte? Im Interview mit Fotbollssverige.se sagte Wendt, dass er den fehlenden Konkurrenzwettbewerb in Dänemark leid sei – in der letzten Saison gewann Kopenhagen mit 30 Punkten Vorsprung! Er wolle sich jede Woche aufs neue Beweisen. Jedoch wolle er auch nur zu einem Klub wechseln, wo er spielen wird. Dies könnte man ihm bei Liverpool oder Chelsea nicht garantieren. Auch zur Borussia äußerte sich der 25-jährige: Der VfL ziehe ihn an, weil er ein Verein mit viel Tradition und mit einem fantastischen Stadion sei. Eine Entscheidung wird aber erst nach den EM-Qualifikationsspielen erwartet.
Benjamin Linqvist ist Journalist bei Footballexperts.net und Skandinavien-Korrespondent für Goal.com
Eure Meinung: Was sagt ihr zur Borussias möglichen Neuverpflichtung von Oscar Wendt?
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