Joshua King im Portrait: Borussia bekommt den neuen Carew

Der 19-jährige Stürmer ist in Deutschland eine Unbekannte. Die Tatsache, dass Borussia Mönchengladbach den Norweger von Manchester United ausleiht, sorgte für einiges an Aufsehen. Wer ist der Spieler?

Von Christoph Vogel

Joshua King of Manchester United (Getty Images)

Manchester/Mönchengladbach. Sein Name ist schon einmal vielversprechend: Joshua King, 19 Jahre alt, Offensiv-Allrounder von Manchester United. Bundesligist Borussia Mönchengladbach leiht den gebürtigen Norweger für ein Jahr aus und bekommt einen sportlichen Ziehsohn von Sir Alex Ferguson. Bald weht ein Hauch von Premier League durch den Borussia-Park. Joshua King im Portrait.

Mit 16 Jahren zu United

Joshua Christian Kojo King wurde am 15. Januar 1992 in Norwegens Hauptstadt Oslo geboren. Sein Vater kommt aus Gambia, weswegen er neben dem norwegischen auch den gambischen Pass. Mit sechs Jahren begann King bei Romsas IL mit dem Fußballspielen. Nach acht Jahren ging er zum Erstligisten Valerenga IF, einem Klub aus seinem Geburtsort Oslo. Zwei Jahre lang arbeitete und trainierte King dort an seinen Fähigkeiten, kam aber nie zu einem Einsatz für die Profis. 2008 begann ein neues Leben für den damals 16-jährigen.

„Groß, stark und sehr kraftvoll“

Denn im Januar 2008 unterschrieb King einen Vertrag bei Manchester United, nachdem er ein halbes Jahr zuvor in Ole Gunnar Solskjaers Jugendakademie entdeckt wurde. Schon sein Landsmann Magnus Eikrem ging denselben Weg, den er bei United antraf. Seitdem versuchte King, sich in der U18-Mannschaft der Red Devils durchzusetzen. Es sollte ein Jahr dauern, ehe er eine Chance in der Reservemannschaft in einem Spiel gegen die Zweitvertretung der Bolton Wanderers bekam. Sein damaliger Trainer in der U18, Paul McGuinness, sagte einst: „Er ist groß, stark und ein sehr kraftvoller Spieler. Er ist ein laufstarker Spieler, ob mit oder ohne Ball, und er kann Verteidiger ausspielen.“

Premiere im Ligapokal

Während er in seiner Entwicklung immer wieder von kleineren Verletzungen aufgehalten wurde, bekam er im September 2009 den Lohn seiner Arbeit: Sir Alex Ferguson nominierte ihn für den Kader im Ligapokalspiel gegen die Wolverhampton Wanderers. In der 81. Minute durfte er für den Siegtorschützen Danny Welbeck ran. Um mehr Spielpraxis auf hohem Niveau zu erhalten, lieh United ihn im Sommer 2010 für drei Monate an den Zweitligisten Preston North End aus. Gleich im zweiten Spiel für die Lilywhites erzielte King seinen ersten Treffer.

Ausleihe zum Zweitligisten

Allerdings war die Zeit bei PNE nicht von Glück geprägt. Zum einen erlitt King eine Verletzung, die ihn für Wochen außer Gefecht setzte. Zum anderen herrschte Zeitweise Chaos im Verein, in dessen Folge Trainer Darren Ferguson entlassen wurde. Daraufhin holte United King und die anderen Leihspieler nach Manchester zurück. Da er beim englischen Meister nur wenig Hoffnung auf Spielpraxis besitzt, kamen nun die Verhandlungen zwischen der Borussia und den Red Devils zum Abschluss. Es handelt sich um eine einjährige Leihe ohne Kaufoption.

Joshua King in einem Spiel für die Red Devils gegen die Wolverhampton Wanderers

Viel Potenzial vorhanden

Goal.com-Experte Jonathan Birchall glaubt, dass sich die Fohlen ein Talent geholt haben, das dem Verein schon jetzt weiterhelfen kann: „Er hat definitiv das Potenzial um Tore zu erzielen, aber er ist noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt. Von ihm wird sehr viel gehalten, daher keine Kaufoption.“ Die Schwächen des Offensiv-Allrounders seien die Basisdinge, an denen viele junge Spieler noch zu arbeiten haben. Körperlich sei er robust und auch für den englischen Fußball gut geeignet, aber bei der Ballannahme gebe es noch Luft nach oben. Dennoch: King könne durchaus für Furore sorgen in Mönchengladbach. Sein Berater ist übrigens Jim Solbakken, Bruder von Stale Solbakken. Der ist ja neuer Trainer bei Gladbachs Erzrivalen aus Köln...

Eure Meinung: Was versprecht ihr euch von Joshua King?



 
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