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Klaas-Jan Huntelaar, Schalkes neuer Torjäger
Die Biographie von Klaas-Jan Huntelaar lehrt vor allem eines: Zu früh sollte man den Holländer nicht abschreiben. Auch Guus Hiddink verlor zu früh das Vertrauen in den Stürmer, der bei Ajax zur lebenden Legende wurde. Goal.com erzählt die Geschichte vom neuen Torjäger des FC Schalke 04, der nach vertrauenslosen Zeiten in Madrid und Mailand sein Glück in Gelsenkirchen sucht.
Von Francois DUCHATEAU
Gelsenkirchen. Klaas-Jan Huntelaar ist kein Kauz, der gerne Schlagzeilen schreibt - und wenn, dann natürlich nur sportliche. Der in Drempt, zwischen Arnhem, Doetinchem und Apeldoorn im Gelderland geborene Bubi ist ein ganz ruhiger Kerl, der aufgeblasene Interviews vermeidet und sich verbal nie aus dem Fenster lehnt. Der 1,86m große Schlacks will einfach nur in Frieden Fußball spielen und lässt viel lieber seine Tore für sich sprechen. Denn diese Sprache spricht Klaas-Jan Huntelaar fließend.
Für Hiddink nur ein „Fliegengewicht“
Schon früh wurde der Vollblut-Stürmer von Scouts der PSV Eindhoven entdeckt, die den Schützling erst einmal in der Jugendabteilung von De Graafschap nahe seiner Heimat weiter reifen lassen. 2000 holte ihn die Philips-Werkelf schließlich in die A-Jugend, wo er sein Talent direkt voll entfaltete und am Fließband traf. In der ersten Elf des PSV kam Huntelaar allerdings nur einmal zum Zug, als Joker für Mateja Kezman im November 2002. Für den Rest der Saison lieh der Club den Stürmer zurück an die „Superboeren“ aus Doetinchem aus, ehe er Folgejahr als Leihe für AGOVV Apeldoorn in der Jupiler League, Hollands zweiter Liga, mit 26 Treffern in 35 Spielen Torschützenkönig wurde und somit das Interesse des SC Heerenveen weckte. Die PSV ließ das Megatalent ziehen, da Guus Hiddink für das „Fliegengewicht“ keine Verwendung fand. Mag sein, dass Klaas-Jan Huntelaar bis heute nicht gerne die Muskeln spielen lässt, aber in den ersten anderthalb Jahren in der Eredivisie gelang ihm für den Club aus Friesland mit 34 Toren in 46 Ligapartien erneut ein treffsicheres Kunststück.
Besser als Bergkamp und Litmanen
Nicht weiter verwunderlich, dass Rekordmeister Ajax Amsterdam den am 12. August 1983 geborenen Angreifer noch in der Winterpause der Saison 2005/06 für 9,5 Millionen Euro abwarb. Huntelaars Engagement in der niederländischen Hauptstadt entwickelte sich zur reinsten Erfolgsstory: Im Kalenderjahr 2006 wird „the Hunter“ (zu Deutsch: „der Jäger“), wie man ihn nennt, nämlich offizieller Welttorjäger mit 34 Ligatreffern und verewigt sich als zweiterfolgreichster Schütze der letzten 50 Jahren in den nationalen Geschichtsbüchern, nachdem er in der Saison 2005/06 in allen Wettbewerben, inklusive U-21-Nationalmannschaft 54 Buden erzielt. Die Fans identifizieren sich rasch mit dem bescheidenen Blondschopf, der in der Folgesaison 2006/07 zum Kapitän des Traditionsvereins ernannt wird und im Sommer in der Rotterdam de Kuip den holländischen Pokal in die Höhe halten kann. 2007/08 legt er allerdings noch einen drauf und erzielt in 34 Spielen 33 Tore. Den Kampf um den Goldenen Schuh verliert Huntelaar zwar gegen Cristiano Ronaldo und Daniel Güiza knapp, aber in Amsterdam nimmt ihm das niemand übel. Für Ajax erzielte der seit 2000 verheiratete Goalgetter in 92 Ligaspielen 76 Tore, insgesamt sogar 105 Treffer und damit mehr als Clublegenden wie Jari Litmanen und Dennis Bergkamp. Man sprach vom „neuen Marco van Basten“ und ausgerechnet der noch erfolgreichere Ajax-Angreifer ermöglicht als „Bondscoach“ am 16. August 2006 beim Test gegen Irland sein Länderspiel-Debüt für die „Elftal“, nachdem der Huntelaar sich bereits mit 18 Toren in 21 Spielen für „Jong Oranje“ empfohlen hatte.
Teures Missverständnis: Ein bescheidenes Deichkind im königlichen Haifischbecken
Als bei Real Madrid die Tormaschine Ruud van Nistelrooy wegen einer Knieverletzung im Winter der Saison 2008/09 lange ausfällt, sucht man einen Angreifer mit einer ähnlich bombastischen Quote – und wird fündig in Amsterdam, wo Huntelaar für 27,5 Millionen Euro (davon 2,5 Millionen an den SC Heerenveen) zu den „Königlichen“ wechselt, nachdem Valencia und Manchester City eine Transferperiode zuvor bis zu 40 Millionen Euro für den Torjäger geboten hatten, wie bekannt wurde. Bei seinem emotionalen Abschied samt Feuerwerk verspricht der Spielführer den Ajacieden irgendwann einmal wiederzukehren. Dass so ein bescheidenes Deichkind aus den niederen Landen in einem Haifischbecken wie Real Madrid völlig falsch aufgehoben war, erfuhr Klaas-Jan Huntelaar an eigener Haut erst ein Semester später. Nach kurzer Eingewöhnungsphase erzielte er auch in der Primera Division seine Tore, acht an der Zahl bei zwanzig Einsätzen, man beachte aber: Viele davon nur als Einwechselspieler. Während nach der verpatzten Meisterschaft und einer historischen Blamage beim „Clasico“ im Camp Nou, das Zähnefletschen der Fußballer-Egos und Schlipsträger gleichermaßen beginnt, hält Huntelaar die Füße still – und wird aussortiert, weil der wiedergekehrte Präsident Florentino Perez mit extrovertierten Charakterköpfen wie Cristiano Ronaldo, Kaka und Karim Benzema, eine galaktische Prunktour abzieht, die vor allem den Oranje-Clan von Real trifft. Der große Traum von einer heilen Sportkarriere platzt, doch es liegt in Huntelaars Natur, dass der Wintereinkauf dem Konflikt und sich mit seinem Schicksal abfindet, denn schließlich ist das Missverständnis für Real ein teures, bedenkt man, dass Ajax Amsterdam nochmals 7 Millionen Euro on top bekommt bei einem Weiterverkauf.

Kein VfB und keine Bergkamp-Reinkarnation
Zunächst scheint alles sehr schnell zu gehen, doch die meisten europäischen Topclubs, haben ihre Kaderplanung bereits abgeschlossen, als „The Hunter“ aufs Abstellgleis gerät. Es kristallisiert sich heraus, das einzig und allein der VfB Stuttgart bereit ist bis zu zwanzig Millionen Euro für den erhofften Gomez-Nachfolger auf den Tisch zu legen, doch das vor kurzem noch als das größte Sturmtalent der Welt bejubelte Kaufobjekt hat sich seine Post-Ajax-Zukunft weder im Schwabenländle, noch in der Bundesliga vorgestellt, auch wenn Horst Heldt, die Chance auf Champions-League-Teilnahme als Argument aufs Tablett legt. Letztendlich scheitert ein Transfer auch am schlechteren Steuersatz, weswegen Huntelaar plötzlich das Image eines geldgierigen Söldners in der BRD aufgestempelt bekommt. Doch wer kann ihm diese Entscheidung verübeln? Zunächst verdichten sich die medialen Gerüchte auf einen Wechsel zu Arsenal, die gerade erst Adebayor an Manchester City abgegeben hatten. Ein Szenario, das Erfolg versprach: Einerseits hätte Klaas-Jan Huntelaar Lust auf die englischen Premier League verspürt (wo zudem auch der Steuersatz stimmt...) und die „Gunners“ hätten eine Reinkarnation von Dennis Bergkamp präsentiert bekommen. Kurioserweise hätte es ein mystisches Vorzeichen dafür gegeben: Klaas-Jan Huntelaar war nämlich der erste Spieler, dem ein Tor im neuen Emirates Stadium der Londoner gelang – beim Abschiedsspiel von Dennis Bergkamp im Juli 2006...
Kein van-Basten-Szenario in Mailand
Doch Huntelaar hat sich eine noch größere Ajax-Legende ausgesucht, in dessen Fußstapfen er treten wollte. Der AC Mailand entschloss sich nämlich plötzlich doch, den Goalgetter zu kaufen, statt nur zu leihen und bekam für 15 Millionen Euro den Zuschlag. Silvio Berlusconi hoffte, dass der 26-jährigen Holländer genau so einschlagen würde wie sein Landsmann Marco van Basten, den er 1987 eigenhändig zu Milan lotste. Zwischen seiner Zeit von 1987 bis 1993, erzielte van Basten eine traumhafte Quote von 90 Treffern in 147 Spielen für die „Rossoneri“ und nach seiner Ankunft gewann der Club nach jahrelanger Durstrecke erstmals wieder die Scudetti. Ausgerechnet im Derby gegen Inter bestritt Huntelaar sein Pflichtspieldebüt für seinen neuen Arbeitgeber, der aussagekräftig mit 0:4 an die Wand gespielt wurde. Schon früh hatten die Lombarden jedoch die Hoffnung in ihren Neuzugang aufgegeben. Marco Borriello bekam einen Stammplatz, immerhin Inzaghi passierte er gelegentlich in der Stürmer-Rangliste, mit der Ankunft von Massimiliano Allegri geriet der Vogelliebhaber endgültig aufs Abstellgleis. Dabei lehrte Berlusconi die Geschichte doch, dass sich Geduld mit Holländern auszahlen könnte: Auch Marco van Basten hatte in seinem ersten Jahr für Milan Probleme. Als vermeintlicher Reservist fuhr er 1988 mit zur EM und verlies das Turnier in Deutschland als bester Spieler der Welt samt Hollands bisher einzigem internationalen Titel, der Europameisterschaft. Auch Huntelaar hatte im Sommer Erfolg und wurde Vizeweltmeister. Noch vier Treffer fehlen dem Angreifer, um van Basten in der ewigen Oranje-Topscorerliste einzuholen, seine Quote ist jetzt schon besser als die des ehemaligen Bondscoaches.
Geborgenheit auf Schalke?
Doch Milan verlor den Glauben an den Mythos, auch wenn der Niederländer von allen Stürmern die wenigsten Minuten für seine sieben Tore benötigte im Durchschnitt. In einer Kauflaune zum Ende der Transferphase verpflichtete Berlusconi Zlatan Ibrahimovic und Robinho und stellte Huntelaar endgültig vor die Tür, auch um mit dessen Ablöse die beiden Hochkaräter zu verpflichten. Schalke 04 suchte nicht nur für die Champions League noch nach einem Kuranyi-Nachfolger mit Torgarantie, der Holländer sah in Gelsenkirchen einen Stammplatz bei einem Traditionsverein nahe der Heimat. Letztendlich gab sich „The Hunter“ doch noch einen Ruck und wechselte in die Bundesliga, was 2009 noch ein Tabu für ihn war. Zusammen mit Raul will er den Traumsturm der Liga bilden und mit den „Knappen“ oben angreifen.
Eure Meinung: Wird Huntelaar bei Schalke einschlagen?
Für Hiddink nur ein „Fliegengewicht“
Schon früh wurde der Vollblut-Stürmer von Scouts der PSV Eindhoven entdeckt, die den Schützling erst einmal in der Jugendabteilung von De Graafschap nahe seiner Heimat weiter reifen lassen. 2000 holte ihn die Philips-Werkelf schließlich in die A-Jugend, wo er sein Talent direkt voll entfaltete und am Fließband traf. In der ersten Elf des PSV kam Huntelaar allerdings nur einmal zum Zug, als Joker für Mateja Kezman im November 2002. Für den Rest der Saison lieh der Club den Stürmer zurück an die „Superboeren“ aus Doetinchem aus, ehe er Folgejahr als Leihe für AGOVV Apeldoorn in der Jupiler League, Hollands zweiter Liga, mit 26 Treffern in 35 Spielen Torschützenkönig wurde und somit das Interesse des SC Heerenveen weckte. Die PSV ließ das Megatalent ziehen, da Guus Hiddink für das „Fliegengewicht“ keine Verwendung fand. Mag sein, dass Klaas-Jan Huntelaar bis heute nicht gerne die Muskeln spielen lässt, aber in den ersten anderthalb Jahren in der Eredivisie gelang ihm für den Club aus Friesland mit 34 Toren in 46 Ligapartien erneut ein treffsicheres Kunststück.
Besser als Bergkamp und Litmanen
Nicht weiter verwunderlich, dass Rekordmeister Ajax Amsterdam den am 12. August 1983 geborenen Angreifer noch in der Winterpause der Saison 2005/06 für 9,5 Millionen Euro abwarb. Huntelaars Engagement in der niederländischen Hauptstadt entwickelte sich zur reinsten Erfolgsstory: Im Kalenderjahr 2006 wird „the Hunter“ (zu Deutsch: „der Jäger“), wie man ihn nennt, nämlich offizieller Welttorjäger mit 34 Ligatreffern und verewigt sich als zweiterfolgreichster Schütze der letzten 50 Jahren in den nationalen Geschichtsbüchern, nachdem er in der Saison 2005/06 in allen Wettbewerben, inklusive U-21-Nationalmannschaft 54 Buden erzielt. Die Fans identifizieren sich rasch mit dem bescheidenen Blondschopf, der in der Folgesaison 2006/07 zum Kapitän des Traditionsvereins ernannt wird und im Sommer in der Rotterdam de Kuip den holländischen Pokal in die Höhe halten kann. 2007/08 legt er allerdings noch einen drauf und erzielt in 34 Spielen 33 Tore. Den Kampf um den Goldenen Schuh verliert Huntelaar zwar gegen Cristiano Ronaldo und Daniel Güiza knapp, aber in Amsterdam nimmt ihm das niemand übel. Für Ajax erzielte der seit 2000 verheiratete Goalgetter in 92 Ligaspielen 76 Tore, insgesamt sogar 105 Treffer und damit mehr als Clublegenden wie Jari Litmanen und Dennis Bergkamp. Man sprach vom „neuen Marco van Basten“ und ausgerechnet der noch erfolgreichere Ajax-Angreifer ermöglicht als „Bondscoach“ am 16. August 2006 beim Test gegen Irland sein Länderspiel-Debüt für die „Elftal“, nachdem der Huntelaar sich bereits mit 18 Toren in 21 Spielen für „Jong Oranje“ empfohlen hatte.Teures Missverständnis: Ein bescheidenes Deichkind im königlichen Haifischbecken
Als bei Real Madrid die Tormaschine Ruud van Nistelrooy wegen einer Knieverletzung im Winter der Saison 2008/09 lange ausfällt, sucht man einen Angreifer mit einer ähnlich bombastischen Quote – und wird fündig in Amsterdam, wo Huntelaar für 27,5 Millionen Euro (davon 2,5 Millionen an den SC Heerenveen) zu den „Königlichen“ wechselt, nachdem Valencia und Manchester City eine Transferperiode zuvor bis zu 40 Millionen Euro für den Torjäger geboten hatten, wie bekannt wurde. Bei seinem emotionalen Abschied samt Feuerwerk verspricht der Spielführer den Ajacieden irgendwann einmal wiederzukehren. Dass so ein bescheidenes Deichkind aus den niederen Landen in einem Haifischbecken wie Real Madrid völlig falsch aufgehoben war, erfuhr Klaas-Jan Huntelaar an eigener Haut erst ein Semester später. Nach kurzer Eingewöhnungsphase erzielte er auch in der Primera Division seine Tore, acht an der Zahl bei zwanzig Einsätzen, man beachte aber: Viele davon nur als Einwechselspieler. Während nach der verpatzten Meisterschaft und einer historischen Blamage beim „Clasico“ im Camp Nou, das Zähnefletschen der Fußballer-Egos und Schlipsträger gleichermaßen beginnt, hält Huntelaar die Füße still – und wird aussortiert, weil der wiedergekehrte Präsident Florentino Perez mit extrovertierten Charakterköpfen wie Cristiano Ronaldo, Kaka und Karim Benzema, eine galaktische Prunktour abzieht, die vor allem den Oranje-Clan von Real trifft. Der große Traum von einer heilen Sportkarriere platzt, doch es liegt in Huntelaars Natur, dass der Wintereinkauf dem Konflikt und sich mit seinem Schicksal abfindet, denn schließlich ist das Missverständnis für Real ein teures, bedenkt man, dass Ajax Amsterdam nochmals 7 Millionen Euro on top bekommt bei einem Weiterverkauf.

Huntelaar spielt bei Schalke erneut mit Raul zusammen
Kein VfB und keine Bergkamp-Reinkarnation
Zunächst scheint alles sehr schnell zu gehen, doch die meisten europäischen Topclubs, haben ihre Kaderplanung bereits abgeschlossen, als „The Hunter“ aufs Abstellgleis gerät. Es kristallisiert sich heraus, das einzig und allein der VfB Stuttgart bereit ist bis zu zwanzig Millionen Euro für den erhofften Gomez-Nachfolger auf den Tisch zu legen, doch das vor kurzem noch als das größte Sturmtalent der Welt bejubelte Kaufobjekt hat sich seine Post-Ajax-Zukunft weder im Schwabenländle, noch in der Bundesliga vorgestellt, auch wenn Horst Heldt, die Chance auf Champions-League-Teilnahme als Argument aufs Tablett legt. Letztendlich scheitert ein Transfer auch am schlechteren Steuersatz, weswegen Huntelaar plötzlich das Image eines geldgierigen Söldners in der BRD aufgestempelt bekommt. Doch wer kann ihm diese Entscheidung verübeln? Zunächst verdichten sich die medialen Gerüchte auf einen Wechsel zu Arsenal, die gerade erst Adebayor an Manchester City abgegeben hatten. Ein Szenario, das Erfolg versprach: Einerseits hätte Klaas-Jan Huntelaar Lust auf die englischen Premier League verspürt (wo zudem auch der Steuersatz stimmt...) und die „Gunners“ hätten eine Reinkarnation von Dennis Bergkamp präsentiert bekommen. Kurioserweise hätte es ein mystisches Vorzeichen dafür gegeben: Klaas-Jan Huntelaar war nämlich der erste Spieler, dem ein Tor im neuen Emirates Stadium der Londoner gelang – beim Abschiedsspiel von Dennis Bergkamp im Juli 2006...
Kein van-Basten-Szenario in Mailand
Doch Huntelaar hat sich eine noch größere Ajax-Legende ausgesucht, in dessen Fußstapfen er treten wollte. Der AC Mailand entschloss sich nämlich plötzlich doch, den Goalgetter zu kaufen, statt nur zu leihen und bekam für 15 Millionen Euro den Zuschlag. Silvio Berlusconi hoffte, dass der 26-jährigen Holländer genau so einschlagen würde wie sein Landsmann Marco van Basten, den er 1987 eigenhändig zu Milan lotste. Zwischen seiner Zeit von 1987 bis 1993, erzielte van Basten eine traumhafte Quote von 90 Treffern in 147 Spielen für die „Rossoneri“ und nach seiner Ankunft gewann der Club nach jahrelanger Durstrecke erstmals wieder die Scudetti. Ausgerechnet im Derby gegen Inter bestritt Huntelaar sein Pflichtspieldebüt für seinen neuen Arbeitgeber, der aussagekräftig mit 0:4 an die Wand gespielt wurde. Schon früh hatten die Lombarden jedoch die Hoffnung in ihren Neuzugang aufgegeben. Marco Borriello bekam einen Stammplatz, immerhin Inzaghi passierte er gelegentlich in der Stürmer-Rangliste, mit der Ankunft von Massimiliano Allegri geriet der Vogelliebhaber endgültig aufs Abstellgleis. Dabei lehrte Berlusconi die Geschichte doch, dass sich Geduld mit Holländern auszahlen könnte: Auch Marco van Basten hatte in seinem ersten Jahr für Milan Probleme. Als vermeintlicher Reservist fuhr er 1988 mit zur EM und verlies das Turnier in Deutschland als bester Spieler der Welt samt Hollands bisher einzigem internationalen Titel, der Europameisterschaft. Auch Huntelaar hatte im Sommer Erfolg und wurde Vizeweltmeister. Noch vier Treffer fehlen dem Angreifer, um van Basten in der ewigen Oranje-Topscorerliste einzuholen, seine Quote ist jetzt schon besser als die des ehemaligen Bondscoaches.Geborgenheit auf Schalke?
Doch Milan verlor den Glauben an den Mythos, auch wenn der Niederländer von allen Stürmern die wenigsten Minuten für seine sieben Tore benötigte im Durchschnitt. In einer Kauflaune zum Ende der Transferphase verpflichtete Berlusconi Zlatan Ibrahimovic und Robinho und stellte Huntelaar endgültig vor die Tür, auch um mit dessen Ablöse die beiden Hochkaräter zu verpflichten. Schalke 04 suchte nicht nur für die Champions League noch nach einem Kuranyi-Nachfolger mit Torgarantie, der Holländer sah in Gelsenkirchen einen Stammplatz bei einem Traditionsverein nahe der Heimat. Letztendlich gab sich „The Hunter“ doch noch einen Ruck und wechselte in die Bundesliga, was 2009 noch ein Tabu für ihn war. Zusammen mit Raul will er den Traumsturm der Liga bilden und mit den „Knappen“ oben angreifen.
Eure Meinung: Wird Huntelaar bei Schalke einschlagen?
Goal.com-Flutlicht
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