Hannovers Neuzugang Emanuel Pogatetz: „Mad Dog“ im Porträt

Viel haben die „Roten“ bisher nicht getan auf dem Transfermarkt. Jörg Schmadtke & Co. sind noch immer auf der Suche nach Verstärkungen für die Mannschaft - die Innenverteidigung aber scheint keiner Nachbesserung zu bedürfen. Denn auf dieser Position ist man bereits fündig geworden - und hat offenbar einen echten Glücksgriff gelandet.

Von Claas PHILIPP

Pogatetz - Henry - Middlesbrough-Arsenal (AFP)
Hannover. Der Name klingt nicht gerade nach jemandem, den Stürmer gerne als Gegenspieler gegen sich hätten. „Mad Dog“, so nennen sie ihn seit seiner Zeit beim FC Middlesbrough, in der Emanuel Pogatetz seinen Ruf als „wilder Hund“ auch gerne mal unter Beweis gestellt hat. Fünf Jahre war der Innenverteidiger auf der Insel aktiv, ging mit Middlesbrough nach dem Abstieg 2009 für ein Jahr in die zweite englische Liga und wechselte im Sommer schließlich ablösefrei zu Hannover 96 - nach einer Saison, in der er vom Verletzungspech geplagt war und auf lediglich 13 Einsätze kam.

Erstes Gastspiel in der Bundesliga

In den Jahren zuvor aber hatte er bei den Engländern alles andere als eine Nebenrolle gespielt. Nachdem der Österreicher im Jahr 2000 von Sturm Graz zum FC Kärnten gewechselt war, ging es eine Saison später zunächst in die Bundesliga zu Bayer Leverkusen, wo er sich allerdings nicht durchsetzen konnten und in den folgenden Jahren an den FC Aarau, den Grazer AK und an Spartak Moskau ausgeliehen wurde.

24 Spiele Sperre

Bei den Russen verabschiedete Pogatetz sich unrühmlich, als er dem Spieler Jaroslav Kharitonskij mit einem Foul einen doppelten Beinbruch zufügte und für 24 Spiele gesperrt wurde. Die Sperre wurde im Nachhinein aber auf 8 Spiele verkürzt, so dass  Pogatetz nach seinem Wechsel zu Middlesbrough im Sommer 2005 dort bald wieder angreifen und sich einen Stammplatz auf der linken Verteidigerposition ergattern konnte.

Drei Monate Zwangspause

Dass „Mad Dog“ aber nicht nur austeilen, sondern auch einstecken kann, bewies Pogatetz im UEFA-Cup-Viertelfinale der Saison 2005/06 nach einem Zusammenprall mit Mladen Petrić, der seinerzeit noch beim FC Basel kickte. Die Folgen der schmerzhaften Begegnung: Ein Nasen-, ein Kiefer- und ein Jochbeinbruch - bereits drei Monate später stieg Pogatetz wieder ins Training ein.

„Nie weniger als 300 Prozent“

In der Folgesaison wurde der heute 27-jährige dann von links in die Mitte beordert und mimte fortan den Innenverteidiger bei Middlesbrough. Auf der neuen Position zeigte er überragende Darbietungen und war nun aus der Defensiv-Zentrale nicht mehr wegzudenken, wurde mit Lob überschüttet. „Pogatetz gibt nie weniger als 300 Prozent“, sagte etwa sein ehemaliger Coach und der frühere englische Nationaltrainer Steve McLaren - in der Spielzeit 2007/08 wurde er folgerichtig zum Mannschaftskapitän gewählt.

Unverzichtbar bei der Euro 2008

Auch in der österreichischen Nationalmannschaft spielte er natürlich eine Rolle, seit 2002 absolvierte er 37 Länderspiele. Wie unverzichtbar er auch dort war, beweist die Tatsache, dass er 2006 nach einer öffentlich geäußerten Kritik von Nationaltrainer Josef Hickersberger aus dem Team verbannt wurde, man auf ihn bei der EM 2008 aber nicht verzichten wollte - und ihn für das Turnier wieder zurück ins Boot holte.

Neuanfang bei 96

Nachdem er in der abgelaufenen Saison verletzungsbedingt zurückstecken musste, soll nun also bei Hannover 96 ein Neuanfang gestartet werden.  Dort will er schnell zum Führungsspieler werden: „Es ist einfach meine Art und Weise, auf dem Platz Kommandos zu geben und ich glaube, dass mich der Verein unter anderem auch deshalb verpflichtet hat“, ist auf der offiziellen Homepage von 96 zu lesen. In der Tat scheint er sich bereits in der Saisonvorbereitung einen Stammplatz in der Innenverteidigung erspielt zu haben, ist offenbar der neue Mann neben Karim Haggui.

Pogatetz will ins Nationalteam

So scheint es wieder bergauf zu gehen, und auch in der Nationalmannschaft will Pogatetz wiederangreifen: „Ich versuche, mich einfach durch Leistung aufzudrängen. In erster Linie war es für mich wichtig, wieder zurück zu alter Form zu finden und ich glaube, auf einem sehr guten Weg zu sein. Ich hoffe natürlich, in Hannover gute Leistungen zu bringen und dem Teamchef so zeigen zu können, dass er wieder auf mich zurückgreifen kann.“ Wenn er die Eindrücke der vergangenen Wochen bestätigen kann, dürfte das nur eine Frage der Zeit sein.

Eure Meinung: Welche Rolle wird Pogatetz in der kommenden Saison spielen?



 
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