Goal.com-Portrait: Marius Ebbers (FC St. Pauli)

„Mit drei Toren in dreieinhalb Spielen“ hat Angreifer Marius Ebbers aktuell an der „schönen Momentaufnahme“ beim FC St. Pauli einen großen Anteil: Der Kiezklub blickt mit zehn Punkten nach vier Spieltagen bereits von der Tabellenspitze auf die Konkurrenz. Marius Ebbers hat das im Moment noch verbotene Wort „Bundesliga-Aufstieg“ zwar noch nicht in den Mund genommen, doch der 31-Jährige kennt dieses Gefühl schon sehr gut…

Seit Sommer 2008: Marius Ebbers stürmt für den FC St. Pauli (firo)
Von Sebastian HEIER

Hamburg.
Vier Spiele, drei Tore, wenn sich diese Quote hochrechnen lässt, steht Marius Ebbers am Ende der Saison 2009/10 bei insgesamt knapp 25 Treffern – so viele hat der Angreifer in seiner Karriere noch nie in einer Spielzeit erzielt, es wäre sein persönlicher Rekord. Doch von solchen Zahlenspielen will „Ebbe“, wie er von St. Pauli-Coach Holger Stanislawski genannt wird, gar nichts wissen. „Ich sehe die Leistung ungern nur auf mich bezogen“, gibt sich der in Essen geborene Ebbers bescheiden. Eine Erfolgsformel für seinen Beruf, den man wohl schlicht und einfach als „Torjäger“ bezeichnen kann, hat der mittlerweile 31-Jährige dennoch aufgestellt: „Wenn es in der Mannschaft gut läuft, dann läuft es auch bei einem Stürmer meistens gut.“

Ebbers, der Tormarkenschweiger

Aktuell läuft es beim FC St. Pauli sogar richtig gut: Vier Spiele sind in der zweiten Bundesliga absolviert, der FC St. Pauli hat zehn Punkte auf dem Konto und führt die Liga an. Unter Trainer Holger Stanislawski spielt der Kiezklub einen spektakulären Offensivfußball und mittendrin in diesem Spektakel ist auch Marius Ebbers, der seinen Teil dazu beitragen will, dass der FC St. Pauli einen guten Fußball spielt. „Alles andere, wie beispielsweise der Titel zum Torschützenkönig, ist völlig egal, den Anspruch habe ich nicht“, erklärt Ebbers. Eine Tormarke habe er sich schon gesetzt und auch eine Zahl habe er schon im Kopf, doch diese will „Ebbe“ ganz für sich alleine behalten. Ein ungewohntes Schweigen, denn auf dem Trainingsplatz sticht der 31-Jährige nicht nur mit seinem blonden Haar heraus, sondern auch mit seinen lockeren Sprüchen in Richtung seiner Mannschaftskollegen.

„Ich mache jeden Spaß“

Im Kreis der eigentlich noch recht jungen Mannschaft vom FC St. Pauli nimmt der Angreifer die Rolle des erfahrenen Profis ein, „das versuche ich natürlich auch auf dem Platz umzusetzen“, so Ebbers. Den jüngeren Spielern versucht er dabei „den einen oder anderen Tipp zu geben“, aber „ob das immer so richtig ist, ist wieder eine andere Sache.“ Seine erfahrene Rolle in der Mannschaft bewertet er dabei allerdings nicht über, denn er fühlt sich, nach eigenen Aussagen, noch immer relativ jung. „Ich bin nicht der Typ, der als älterer Spieler ruhig ist, im Gegenteil: Ich mache jeden Spaß mit und deswegen bewerte ich mein Alter und meine Erfahrung auf gar keinen Fall über“, erklärt Ebbers.

Aufstiegsparty im Jahr 2005 und 2006

Über den Bundesliga-Aufstieg im kommenden Jahr möchte der 31-Jährige noch nicht reden, denn aktuell sei es nur eine Momentaufnahme. Dabei hat Ebbers dieses Glückgefühl schon zwei Mal erlebt: Mit dem 1. FC Köln gelang ihm im Jahr 2005 der Aufstieg ins Fußball-Oberhaus und zwölf Monate später gleich noch einmal, damals mit Alemannia Aachen. Die erste Bundesliga-Luft durfte er jedoch schon viel früher schnuppern, denn nach seinem Wechsel vom Jugendverein Schwarz-Weiß Essen zum MSV Duisburg debütierte Ebbers am 14. November 1998 gegen den VfL Bochum. In einem Zwei-Minuten-Einsatz feierte der damals 20-Jährige seinen ersten Einsatz im deutschen Fußball-Oberhaus.



Den 20-jährigen Ebbers zog es in der Folgezeit zur SG Wattenscheid 09. Dort kam er in 17 Spielen auf 14 Tore und der MSV Duisburg holte den jungen Torjäger wieder zurück. Nachdem sich Ebbers auch im Dress der „Zebras“ den Ruf eines Torjägers aufgebaut hatte, klopfte der 1. FC Köln an seine Tür. Im Sommer 2005 ging es weiter zur Alemannia aus Aachen, ehe Marius Ebbers im Sommer des Jahres 2008 beim FC St. Pauli landete.



Torjäger, Familienmensch und Aufsteiger 2010?

Auch wenn „Ebbe“ noch den meisten Bezug zu Aachen hat, sind die Kapitel seiner Ex-Vereine längst abgeschlossen. Überhaupt hat der Angreifer nur noch wenig Zeit, sich um andere Dinge als die Familie und den FC St. Pauli zu kümmern. „Ich bin verheiratet, wir haben einen Hund und wir haben jetzt einen acht Monate alten Sohn, deswegen bleibt dann auch nicht viel Zeit für andere Sachen – das alles ist aber auch wunderschön!“ Marius Ebbers, von Beruf „Torjäger“, in seiner Freizeit Familienmensch und vielleicht im Jahr 2010 zum dritten Mal ein Aufsteiger…

HIER: Exklusiv-Interview mit Marius Ebbers (Teil 1): „Wir reden nicht über den Aufstieg“

HIER: Exklusiv-Interview mit Marius Ebbers (Teil 2): „Am 4. Spieltag auf Platz 1 zu stehen bringt gar nichts!“


 
Goal.com-Flutlicht
  1. Mit Rio Ferdinand, Domenico Criscito & Marko Marin: Große Namen, die bei der EM fehlen Mit Rio Ferdinand, Domenico Criscito & Marko Marin: Große Namen, die bei der EM fehlen

    Die endgültigen Aufgebote der 16 EM-Teilnehmer sind bekannt. Bei der Auswahl der Nationaltrainer sind hochgehandelte Akteure außen vorgeblieben - wir präsentieren einige davon.

  2. Das Video-Profil: Der „kroatische Cruyff“ - Luka Modric ist heiß auf die Europameisterschaft Das Video-Profil: Der „kroatische Cruyff“ - Luka Modric ist heiß auf die Europameisterschaft

    Rund eine Woche vor dem Start der EM stellt Euch Goal.com-Kroatien-Experte Luke Matthews Tottenham- und Kroatien-Mittelfeldmann Luka Modric vor.

  3. „Jovanovs Rothosen“, die HSV-Kolumne: Leere Kassen, Barca und das Millionengeschäft „Jovanovs Rothosen“, die HSV-Kolumne: Leere Kassen, Barca und das Millionengeschäft

    Jeden Mittwoch heißt es: Nur der HSV! Daniel Jovanov gewährt euch exklusive Einblicke und versorgt euch mit Infos zu allen wichtigen Themen rund um den Volkspark.

  4. Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de! Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!

    Ob Bundesliga, Fußball International oder EM 2012 - Tippe jetzt online gegen Freunde und Kollegen in deiner eigenen Tipprunde