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Der Ex-Bayern-Stürmer erlebte eine Saison zum Vergessen. Zwei schwere Knieverletzungen kosteten ihn das Spieljahr inklusive WM. Doch jetzt will er noch stärker zurückkommen.

Florenz. Die Saison in der italienischen Serie A geht am Wochenende los, aber für Mario Gomez vom AC Florenz steht schon vor dem Topspiel-Auftritt am Samstag beim AS Rom eine wichtige Entscheidung an. Die hat allerdings nicht er zu treffen, sondern der Bundestrainer. Nachdem Jogi Löw bei der Weltmeisterschaft in Brasilien auf den ehemaligen Stuttgarter und Münchner aus Fitnessgründen verzichtet hat, beruft er nun am Donnerstag oder Freitag seinen Kader für die Länderspiele gegen Argentinien und Schottland, die in der kommenden Woche anstehen. Ist Mario Gomez mit dabei oder nicht?

"Natürlich möchte ich und werde ich wieder in den Kreis der Nationalmannschaft zurückkehren", gab er sich in der Sport Bild zuversichtlich, was seine Karriere im Trikot mit dem Adler auf der Brust angeht. Gomez will den Beweis erbringen, dass er nach dem Rücktritt von Miro Klose die neue Nummer eins im deutschen Sturm ist – vor allem aus dem Grund, weil er vorher die Nummer zwei war.

Stürmer mit Zukunft?

Doch ob das der Bundestrainer ähnlich sieht, wird sich zeigen. Jogi Löw hatte Gomez bereits bei der Bekanntgabe seines erweiterten WM-Kaders aussortiert, weil der Fiorentina-Star nach seinen Verletzungsproblemen nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Stattdessen blieb zunächst Kevin Volland als Klose-Ersatz übrig, aber auch der Hoffenheimer fiel bei der Benennung des endgültigen Kaders durch das Sieb, sodass Miro Klose der einzige deutsche Stürmer in Brasilien war. Und auch der Lazio-Angreifer kam zunächst nicht in der Startelf zum Einsatz, weil Löw die flexibleren Mario Götze und Thomas Müller in der Offensive bevorzugte. "Ich war der Meinung, dass er vielleicht nicht in der Lage ist, bei diesem Turnier körperlich zu bestehen", sagte Löw nach der Nichtberücksichtigung von Gomez.

Echte Argumente für eine Rückkehr ins Nationalteam kann Gomez noch nicht liefern, denn sein Klub hat in der neuen Saison noch kein Pflichtspiel absolviert. Nominiert ihn der Bundestrainer trotzdem, wäre das genauso ein deutliches Zeichen für die Zukunft, wie es auch der Fall wäre, wenn Gomez weiterhin fehlen würde. Dann könnte der Stürmer seine Karriere im DFB-Team aller Voraussicht nach endgültig abschreiben und jedes Tor, das er für Fiorentina schießt, würde nur dem Klub, aber nicht auf dem Weg zu seinem persönlichen Ziel Nationalmannschaft helfen. Schub oder Rückschlag? Das alles wird sich zeigen, bevor der erste Anpfiff in der Serie A erfolgt.

"Ihr verdient diesen Mann"

Und in der italienischen Liga will Gomez seinen zweiten Beweis erbringen. Dort kam er im Juli des vergangenen Jahres an, nachdem bei den Bayern klar wurde, dass es für ihn dort keinen Platz mehr geben würde. Denn der Platz in der Sturmmitte ging an Mario Mandzukic, der allerdings auch von Trainer Pep Guardiola nicht das uneingeschränkte Vertrauen geschenkt bekam – und inzwischen ebenfalls das Weite gesucht hat. Gomez ging für rund 16 Millionen Euro Ablöse nach Florenz und war dort das lebende Versprechen, dass es mit den Violetten bergauf gehen sollte. 25000 Fans kamen zu seiner Vorstellung ins Stadion Artemio Franchi und Präsident Andrea Della Valle verkündete: "Ihr verdient diesen Mann. Gomez ist für Euch nach Florenz gekommen!"

Ihren neuen Star mit der Rückennummer 33 bekamen die Fiorentina-Anhänger allerdings danach nur noch selten zu sehen. Schon im dritten Ligaspiel verletzte sich Gomez gegen Cagliari und musste mit einem Teil-Abriss des Innenbandes im linken Knie wochenlang pausieren. Danach entzündete sich das Gelenk, sodass dem Angreifer das Comeback erst im Frühjahr gelang. Es folgten nur zwei Spiele über 90 Minuten – und dann erneut eine Knieverletzung, diesmal auf der rechten Seite. Erst am letzten Saison-Spieltag der Serie A stand der Deutsche wieder im Kader, aber für einen WM-Einsatz reichte es damit nicht mehr.

In Florenz will Gomez jetzt beweisen, dass er fit ist, dass er sein Geld wert ist, dass er viele Tore schießen kann und dass er die Hoffnungen der Fiorentina-Fans erfüllen kann. In der Vorbereitung sah es für den 29-Jährigen ziemlich gut aus. Er machte die meisten Treffer für sein Team, darunter auch ein Tor beim 2:1-Testspielsieg gegen Real Madrid. "Er kann noch mehr leisten. Seine Geschichte, seine Torquote, seine Erfolge sprechen für sich", ist sich Trainer Vincenzo Montella sicher. Gomez selbst sagte der Gazzetta dello Sport: "Ich habe den tollen Empfang nicht vergessen. Jetzt bin ich bereit, den Fans etwas zurückzugeben." Es ist in jedem Fall eine ganz wichtige Woche für Mario Gomez, der es vielen Leuten beweisen möchte.

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