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Schalker Fehlstart macht Horst Heldt "wütend"

Was nach dem Auftritt vor einer Woche zu befürchten war, ist nun bittere Realität: S04 legt einen klassischen Fehlstart hin. Und nun kommen ausgerechnet die Bayern …

Aus der HDI-Arena in Hannover berichtet Claas Philipp

Beim FC Schalke 04 hatte man sich nach der blamablen Pokal-Niederlage bei Dynamo Dresden eigentlich eine Trotzreaktion erhofft. Die aufgekommene Unruhe sollte im Keim erstickt, die Trainerdiskussion zu den Akten gelegt werden. Daraus aber wurde nichts - auch zum Bundesliga-Auftakt setzte es eine Niederlage, bei Hannover 96 mussten die Gelsenkirchener sich mit 1:2 geschlagen geben.

Dabei war man in der HDI-Arena bereits auf Siegkurs, nachdem sich beide Mannschaften in der ersten Halbzeit weitgehend "neutralisiert" hatten, wie S04-Sportvorstand Horst Heldt es formulierte. Kurz nach der Pause schlug Schalke dann zu - "beim ersten großen Fehler, den Hannover gemacht hat", so Heldt. "Wir sind mit einem schönen Angriff in Führung gegangen und hatten eigentlich alles im Griff."

Klaas-Jan Huntelaar war es, der für das 1:0 Gäste sorgte. Der Niederländer schob nach einem clever ausgespielten Konter der Gäste ein, nachdem er mustergültig von Eric-Maxim Choupo-Moting bedient wurde. Huntelaar stand zwanzig Minuten später jedoch erneut im Blickpunkt, in der wohl entscheidenden Szene der Partie leistete der 31-Jährige sich in der gegnerischen Hälfte einen Ballverlust, der schließlich im Ausgleichstreffer mündete.

"Klaas-Jan Huntelaar verliert den Ball, obwohl das total unnötig gewesen ist", ärgerte sich Heldt später über die Unachtsamkeit seines Stürmers. "Er braucht den Ball nur zu Christian Fuchs rausspielen - das passiert nicht, er verliert den Ball und dann geht die Post nach hinten ab." So konnte Leonardo Bittencourt an Kevin-Prince Boateng vorbei die Linie runter marschieren und den in der Mitte postierten Torschützen Edgar Prib bedienen.

Huntelaar war allerdings nicht der Einzige, der in dieser Situation nicht aufpasste - vielmehr war es eine Kette von Fehlern: "Kevin muss ein taktisches Foul machen, das gelingt ihm nicht und Ayhan ist in der Mitte vor dem Mann und kann das Tor eigentlich auch verhindern."

Der Schalker Gegentreffer fiel ausgerechnet in einer Phase, in der das Team von Jens Keller dem 2:0 deutlich näher war. Die Blau-Weißen hatten das Kommando übernommen und sich Chancen herausgespielt, 96 durfte sich bei Keeper Ron-Robert Zieler bedanken, dass man im Spiel blieb. Auch Hannovers Innenverteidiger Christian Schulz musste anerkennen: "Die waren auf Wiedergutmachung aus und sehr gut dabei."

Trainer-Diskussion "muss man aushalten"

Mit dem Ausgleich aber war all das wie weggeblasen. Nur 180 Sekunden später verlor auch Roman Neustädter im Angriff den Ball, 96 konterte eiskalt und Neuverpflichtung Joselu netzte mit einem sehenswerten Distanzschuss zum letztlich entscheidenden 2:1 ein - Schalke fiel in der Folge nichts mehr ein. "Was mich ärgert, sind die Ballverluste, die wir in der Vorwärtsbewegung hatten", ließ Heldt durchblicken, "das macht einen natürlich wütend. So kommst du hier unter die Räder wegen zwei Situationen, in denen du dich nicht clever angestellt hast."

Nun steht Schalke nach den ersten Partien mit zwei Niederlagen da, für Heldt "zwei unnötige Niederlagen". Trainer Keller wurde von einigen schon nach der Pleite in Dresden angezählt, nun hat man in Gelsenkirchen endgültig wieder die fast schon traditionelle Trainerdiskussion. Die werde man "nicht vermeiden können", weiß Heldt. "Die findet statt, wenn man zweimal nacheinander verliert. Das Entscheidende ist ja, dass sie bei uns nicht stattfindet." Dass die Personalie Keller dennoch zur Debatte steht, müsse "man dann auch aushalten".

Am kommenden Wochenende ist nun ausgerechnet der FC Bayern München zu Gast in der Veltins-Arena - es droht die dritte Niederlage im dritten Spiel. "Das Schöne ist, dass wir das Spiel trotzdem erst spielen dürfen", macht sich der S04-Manager Mut. Optimistisch mache ihn, "dass keiner einen Pfifferling auf uns setzt". Die Außenseiterrolle als Trumpf - das klingt nicht wirklich überzeugend.

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