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Zum Ende der Saison hin geht dem Revierklub offenbar die Puste aus. Gedanklich liegt man auf einem Punktepolster und verliert sich in Ideenlosigkeit.

KOMMENTAR
Von Hassan Talib Haji

Gelsenkirchen. Als ich am Sonntagabend nach der 0:1-Pleite gegen Borussia Mönchengladbach die Veltins-Arena verließ, sah ich die pure Enttäuschung in den Gesichtern der Schalke-Fans. Sie schlichen mit der zweiten Niederlage in Folge im Gepäck nach Hause. Ihre Mannschaft präsentierte sich gewillt, aber nicht gekonnt. Gerade auf den Kopf kommt es im Saisonendspurt an, und genau da scheint sich ein falscher Weg anzubahnen.

Denn sind wir ehrlich: Fußball spielen kann diese junge Truppe von Jens Keller und sie hat es in der Rückrunde auch erfolgreich getan. Allerdings aus der Position des Jägers und nicht des Gejagten, was offenbar für den Kopf, die Gedanken und das Nervenkostüm der Spieler einfacher zu bewältigen ist. In den letzten beiden Spielen war deutlich zu sehen, dass Schalke nicht nur personell weiter am Stock geht, sondern auch Schwierigkeiten hat, mit der Situation umzugehen. Wenn dann der Gegner auch noch so taktisch diszipliniert wie Favres Borussia auftritt, dann stößt Königsblau momentan zu schnell an die eigenen Grenzen. 

Nerven gezeigt

Die Niederlage beim VfB Stuttgart (1:3) und nun die Heimschlappe gegen Borussia Mönchengladbach sind Gift für das Selbstvertrauen. Zudem ist der Traditionsklub durch das zwischenzeitliche Punktepolster von sieben Zählern auf Rang vier in eine Komfortzone gelangt, die für das junge Team gedanklich zu schön ist.

Dies wird befeuert, durch Sätze wie: "Wir haben es nach wie vor selbst in der Hand." Hier wird Schalke 04 aufpassen müssen, dass sich solche Gedankengänge nicht umkehren und daraus eine Noch-ist-nichts-passiert-Mentalität wird. Denn diese Denkweise verschleiert den Weg zum Saisonziel "Direkter Einzug in die Champions League". Aber was wäre dieser Klub ohne die dazugehörende Dramaturgie? 

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