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Real: Ancelotti kann es nur besser machen als Mourinho

Auch Mourinho holte in seiner Debüt-Saison den spanischen Pokal. Nachfolger Ancelotti hat in den verbleibenden Wettbewerben aber mehr Erfolgs-Aussichten als sein Vorgänger.

Madrid. Die Copa del Rey wird so langsam zum Lieblingswettbewerb von Real Madrid. In den vergangenen vier Jahren holten die Königlichen zweimal den Titel holte und wurden einmal Vize. Allerdings ist die Copa-Zukunft weitaus vielversprechender als die Copa-Vergangenheit. In Jose Mourinhos Debüt-Saison 2010/11 gelang dem Portugiesen mit dem 1:0-Sieg über Barca der wohl wichtigsten Erfolg seiner Amtszeit. Drei Jahre später jubelt Real unter Carlo Ancelotti erneut gegen den Erzrivalen, doch dieses Mal könnte es auch zu mehr reichen.

Es winken in La Liga und der Champions League noch Titel, vielleicht sogar das Triple. Mehr als ein Jahrzehnt ist vergangen, seit Real Madrid zu diesem Zeitpunkt in der Saison noch auf drei Hochzeiten tanzte. Und nun, da der erste sicher ist, warum sollen nicht weitere folgen? Die Lage in der Primera Division ist allerdings kompliziert. Viel hängt von den letzten Partien Atleticos ab. Real ist auf einen Ausrutscher der Rojiblancos um Coach Diego Simeone angewiesen. Europa allerdings ist eine andere Geschichte – zumindest jetzt!

Das Aufeinandertreffen mit den Bayern im Champions-League-Halbfinale wurde unter den Madridistas eher verhalten begrüßt. Immerhin ist die frühere "Bestia Negra" der aktuelle Titelverteidiger und fraglos eines der stärksten Teams Europas, das auch noch von Pep Guardiola trainiert wird. Und nach dem knappen Weiterkommen gegen Dortmund hatte Real nicht unbedingt Oberwasser. Die psychologische Ausgangslage hat sich nach dem Copa-Finale aber geändert: Der Sieg gegen das lange Jahre dominierende Barca dürfte einiges an Kräften und Selbstbewusstsein für das kommende Duell freisetzen.

Der Copa-Gewinn: Ein psychologischer Wendepunkt?

"Jetzt sind wir noch motivierter für die Champions League", sagte Dani Carvajal nach dem Sieg in Valencia und vor dem Siegeszug durch Madrid, der traditionell an der Plaza de Cibeles beginnt. Seine Team-Kollegen werden den Erfolg vom Mittwoch kaum anders bewerten. Der Titel von Mestalla hat für Madrid einen doppelten Wert: Er ist Beweis der Stärke und Aufbauhilfe zugleich. Gegen die Bayern steht vielleicht sogar wieder Tormaschine Cristiano Ronaldo zur Verfügung.

Unter Mourinho gab es 2011/12 das Königsklassen-Halbfinal-Aus gegen den FCB nach Elfmeterschießen. Doch Ancelotti hat Real auch spielerisch verfeinert ohne die große Stärke, das Konterspiel, dabei zu beschneiden. Ein großer Unterschied zum reinen Konter-Taktiker Mourinho, der das Potenzial eines Modric beispielsweise bei Weitem nicht so gut zur Geltung kommen ließ wie Ancelotti.

25 Jahre ist das letzte Double Real Madrids her. Ancelotti und seine Männer haben es nun selbst in der Hand. Mehr jedenfalls als noch vor drei Jahren unter Mourinho.

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