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Thomas Müller: Alarm schlagen? "Sind wir hier bei der Feuerwehr, oder was?"

Das Traumfinale gegen den BVB ist perfekt – das ist auch das Einzige, was an diesem Abend perfekt war. Müller und Co. bleiben cool, während Sammer tobt.

NACHBERICHT

Tolles Ergebnis, Finale perfekt, und dennoch gibt es wenig, was den FC Bayern München derzeit zufrieden stellt. Seit Wochen ist eine gewisse Lethargie zu erkennen, auch die Spieler wissen, was die Stunde geschlagen hat. Trotz des 5:1-Erfolges gegen den 1. FC Kaiserslautern wirkten sie nicht zufrieden, dabei gibt es doch die große Revanche gegen Borussia Dortmund.

Die Zuschauer sahen nicht das erhoffte Spektakel oder gar ein anderes Gesicht der Bayern im Vergleich zu den letzten Wochen. Der Zweitligist spielte zu Beginn frech auf und überraschte den einen oder anderen damit, kein Beton angerührt zu haben. Pep Guardiola sprang bereits im Dreieck, auch Matthias Sammer sah man hin und wieder in der Coaching Zone. Letzterer fand danach unmissverständliche Worte.

"Wir sind glücklich, dass wir weiter sind, aber ich bin nicht glücklich, wie wir spielen", sagte der Sportvorstand bei Sky und erhöhte prompt den Druck: "Ich habe das Gefühl, wir brennen nicht." Man gehe "zu lieb, zu nett, wie in einer Kuscheloase" miteinander um. Wir müssen uns fragen, ob wir noch zwei Titel wollen." Ist das Jammern auf hohem Niveau? Immerhin ist Bayern der Triple-Verteidigung einen weiteren Schritt näher.

Keine Sorgen bei Lahm

"Spielerisch war es nicht die Glanzleistung, in der Anfangsphase war es etwas zu hektisch", analysierte Thomas Müller. Arjen Robben sah es ähnlich: "5:1 hört sich einfach an, aber das war es nicht, vor allem am Anfang." Bei der Elf von Pep Guardiola stimmt etwas nicht, und das seit Wochen: "Ich beobachte auch, dass es nicht hundertprozentig läuft, das sieht jeder, auch wenn wir gewonnen haben. Die grundsätzliche Sicherheit und die absolute Kontrolle war vor allem in der ersten Halbzeit nicht ganz vorhanden", meinte Müller gewohnt selbstkritisch.

Kapitän Philipp Lahm wirkte dennoch alles andere als beunruhigt: "Ich mache mir keine Sorgen, weil die Mannschaft in der jüngsten Vergangenheit gezeigt hat, dass sie da ist." Seine Reaktion zu Sammers Ausbruch war trocken: "Wenn er das so sieht, dann wird’s so sein."


 
Machen sich etwa die vielen Systemumstellungen in der Saison ausgerechnet jetzt bemerkbar? "Ich finde das zu einfach. Wir haben in der ganzen Saison das System und die Taktik geändert. Daran liegt es nicht", erklärte Robben.

Nicht bei der Feuerwehr

Es bleibt dabei: Nach wie vor ist überhaupt nichts passiert, der FC Bayern hat alles selbst in der Hand. Müller war weit davon entfernt, Alarm zu schlagen: "Sind wir hier bei der Feuerwehr, oder was?", ließ er sich einmal mehr zu einem seiner berüchtigten Sprüche hinreißen.

"Es läuft in den letzten Spielen nicht so, wie wir es gewohnt sind. Es bringt aber nichts, das auszudrücken, sondern wir Spieler müssen uns auf dem Platz mehr unterstützen. Das geht nur über die Spieler, aber es ist nicht ganz einfach, den Hebel wieder umzulegen. Es fehlt nicht viel zu einer Topleistung, aber so ein bisschen müssen wir wieder zusammenrücken."

Eine Woche haben die Bayern Zeit, eine Einheit zu werden. Die Spieler selbst wirken nicht beunruhigt, aber besorgt. Das Problem liegt auf der Hand, die Lösung muss nun der Trainer finden.

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