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Chefcoach Mirko Slomka will bei Pierre-Michel Lasogga kein Risiko eingehen. Taktisch fehlt den Hamburgern gegen Nürnberg somit erneut eine wichtige Option.

EDITORIAL
Von Daniel Jovanov

Hamburg. Als Sportchef Oliver Kreuzer Artjoms Rudnevs im Winter zu Hannover 96 verlieh, ahnte man beim Hamburger SV noch nicht, vor welchen Herausforderungen man bei einem Ausfall des einzigen echten Stürmers stehen würde. Die Überlegung Rudnevs abzugeben, der sich völlig demoralisiert präsentierte, schien aus damaliger Sicht der richtige Schritt zu sein. Keinen Back-Up für Pierre-Michel Lasogga zu verpflichten, allerdings nicht.

Stattdessen reagierte der HSV auf die schwere Knieverletzung von Maximilian Beister in der Wintervorbereitung, der bis dahin eine erfolgreiche Hinrunde mit fünf Toren und sechs Vorlagen in der Bundesliga spielte. Der niederländische Nationalspieler Ola John wurde quasi zum Nulltarif als direkter  Ersatz verpflichtet.

Sein Befürworter Bert van Marwijk ist in Hamburg jedoch längst passe; der 22-Jährige spielt unter Mirko Slomka vorerst keine Rolle mehr. Lasogga hingegen ist außerordentlich wichtig im Spielsystem der Hamburger. Ohne ihn geht im Offensivspiel wenig, weil sein Vertreter Jacques Zoua bislang nicht dadurch auffiel, lange und hohe Zuspiele in der Sturmspitze festzumachen und somit Zeit für das Nachrücken seiner Kollegen zu schaffen.

Van der Vaart kehrt zurück

Zwar holte der Kameruner in der vergangenen Woche den entscheidenden Elfmeter zum 1:1 gegen Eintracht Frankfurt raus und kam ein Mal gefährlich zum Abschluss, doch Slomka wird auf den erneuten Ausfall von Lasogga reagieren und das System des HSV umstellen müssen. Da die Option, lange Bälle in die Spitze zu spielen, wegfällt, ist das Spiel der Rothosen berechenbarer, was Slomka vor eine zusätzliche Herausforderung stellt. Auch die Rückkehr von Rafael van der Vaart, der krankheitsbedingt fehlte, wird das Offensivproblem nicht lösen können. Ohne einen kopfballstarken Sturmpartner blieb der Kapitän in dieser Spielzeit des Öfteren blass, steckt zudem seit einigen Monaten in einem Formtief.

Traf in dieser Saison bislang nur einmal: Jacques Zoua (22)

Die Verantwortung, Tore zu erzielen, wird erneut auch auf den Schultern des erst 20-jährigen Hakan Calhanoglu lasten, der vier seiner sieben Saisontreffer aus Standardsituationen erzielte. Offensivpartner Ivo Ilicevic könnte mit seinen Tempodribblings für gefährliche Aktionen in Strafraumnähe sorgen, um dem türkischen Nationalspieler die ein oder andere Freistoßgelegenheit zu ermöglichen. Neben zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen droht beim HSV noch eine weitere Gefahr: Heiko Westermann, Rafael van der Vaart, Milan Badelj und Jacques Zoua (alle jeweils vier) und Tolgay Arslan (9) fehlen bei einer weiteren Gelben Karte ein Spiel. Läuft es unglücklich im Heimspiel gegen Nürnberg, ist eine Woche später im nächsten Abstiegsduell gegen Stuttgart sehr viel Improvisationstalent gefragt.

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