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Am Samstag drehte die Berliner Hertha einen 0:1-Pausenrückstand. Großen Anteil daran hatte vor allem der Nationalspieler Tunesiens, den eine besondere Eigenschaft auszeichnet.

Berlin. Es läuft die 48. Spielminute, als Adrian Ramos Schlussmann Heinz Müller umkurvt und die Kugel quer legt. Der zum zweiten Durchgang eingewechselte Sami Allagui hat keine Probleme, den Ball zum zwischenzeitlichen 1:1 über die Linie zu drücken. Jos Luhukays Joker sticht also sofort – mal wieder. Denn ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Tunesier frei von jeglichen Anlaufschwierigkeiten ist.

Allagui: "Wir wollten unbedingt"

In der Bundesliga war es bereits sein vierter Treffer, der ihm nach maximal drei Minuten Einsatzzeit gelang. Natürlich weiß er um diese seine Stärke, ist sie doch alles andere als alltäglich. "Ja, das habe ich schon einmal", antwortet Allagui einem Reporter, der wissen wollte, ob dem 27-Jährigen in der Vergangenheit schon einmal ein ähnlich schneller Treffer gelang. "In Mainz zuhause gegen Leverkusen, ich bin mir aber nicht sicher", glaubt der Tunesier ein Beispiel zu nennen, irrt sich damit jedoch zum ersten Mal an jenem Samstag.

Auf dem Platz fällte er zuvor stets die richtigen Entscheidungen. So brachte Hertha BSC nicht nur zurück in die Partie, sondern später auch noch auf die Siegerstraße. Mit einer Körpertäuschung ließ Allagui Joo-Ho Park aussteigen, sein strammer Schuss fand dann den Weg durch die Hosenträger Müllers ins Tor. "Man hat gesehen, dass wir unbedingt wollten", beschreibt der 27-Jährige die Leistungssteigerung im zweiten Durchgang – es passt aber auch perfekt als Beschreibung seines zweiten Treffer.

Als Joker also ein Doppelpack – ein Modell für die Zukunft? "Auf jeden Fall, wenn es hilft, dass wir jedes Spiel gewinnen", so Allagui, der aber sofort ergänzt: "Ich will natürlich immer von Anfang an spielen – das weiß auch jeder."

Verbundenheit zu Ex-Klub

Dass er nicht mehr regelmäßig in der Startelf stand, war letztlich einer der Hauptgründe für seinen Wechsel vom FSV Mainz 05 zur Hertha. Dieser liegt erst ein Jahr zurück, entsprechend verhalten jubelte der Tunesier. Seine Aussagen nach dem Spiel untermauerten diese Geste: "Ich war sehr glücklich, alle wiederzusehen. Mir tut es für sie Leid. Ich hoffe, dass sie nächste Woche wieder punkten."

Während des Spiels konnte sich Allagui ein derartiges Maß an Sympathie für die Mainzer natürlich nicht erlauben – Gnade dürfe man als Sportler nicht haben. "Ich bin Spieler von Hertha BSC und ich spiele mit vollem Herzen hier."

Fathi schwer enttäuscht

Dies tat einst auch Malik Fathi. Der in Berlin geborene Deutsch-Türke spielte zwischen 2001 und 2008 für den Hauptstadtklub. Folglich war es auch für ihn eine besondere Partie: "Ich habe mich auf das Spiel gefreut." Tatsächlich durfte er gegen seinen Ex-Klub dann auch ran, wie Allagui kam er zur Pause. Es war im Übrigen sein erstes Bundesliga-Spiel in dieser Saison. So erfolgreich wie der Tunesier agierte er jedoch nicht. Im Gegenteil: Mit ihm fingen sich die Gäste alle drei Gegentore. "Dass es dann so läuft, ist umso bitterer", ärgerte sich Fathi und ergänzte: "Das ist absolut scheiße!"

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