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Gerade wieder genesen, stand Danny Welbeck am Wochenende für ManUnited wieder in der Startelf. Ein erneuter Tiefschlag für Shinji Kagawa, der wieder die Bank drücken musste.

KOMMENTAR
Von George Ankers

Als Fan der Premier League muss man sich dieser Tage schon wundern: Shinji Kagawa und Juan Mata, zwei Attraktionen dieser Liga, werden uns vorenthalten! Beide Spieler verkörpern in guter Form beste Unterhaltung und während Mata bei Chelsea zumindest hochkarätige Konkurrenz auf seiner Position hat, beraubt sich Uniteds Trainer David Moyes durch die stetige Nichtberücksichtigung Kagawas einer wertvollen Option. Diese Entscheidung wirkt immer wieder auf's neue fahrlässig. Warum also trifft er sie immer wieder?

Der japanische Nationalspieler steht im Kader für das Capital-One-Cup-Match am Mittwochabend gegen Liverpool. Und vermutlich wird er dann auch von Anfang an randürfen. Aber als es wirklich drauf ankam, beim Manchester-Derby am Sonntag, da war er nur Zuschauer.

Stark vorne, selten hinten

Während die "Red Devils" vom Nachbarn zerlegt wurden, entschied sich Moyes, nur eine Auswechslung vorzunehmen: Er brachte Tom Cleverley, Shinji Kagawa durfte sich nicht versuchen. Und das trotz dessen 70 starken Minuten zuvor in der Champions League gegen Bayer Leverkusen (4:2). Was Kagawa um Duell mit der Werkself allerdings vermissen lassen hatte, war die Arbeit nach hinten. Sein Trainer sprach anschließend davon, dass es immerhin gelungen sei, in der zweiten Halbzeit weiteren Schaden zu verhindern. Dies darf getrost als Seitenhieb auf Kagawa verstanden werden.

Offiziell heißt es bei United, der Mittelfeldspieler solle nach seinem anstrengenden Sommer beim Confederations Cup nicht verheizt werden. Doch dann stand am Sonntag Danny Welbeck in der Startelf, obwohl der nach einer Knieverletzung erst am Freitag wieder ins Training eingestiegen war. Sollte er sich nun Sorgen darum machen, wie (un-) vorsichtig der Verein mit seiner Gesundheit umgeht?



Es drängt sich der Verdacht auf, dass Moyes nicht sicher ist, wie er Kagawa einsetzen muss. Der 24-Jährige verkörpert einen Spielertyp, den der Schotte in Everton nie in seinen Reihen hatte. Der neue Coach gibt offen zu, dass er weiterhin seine Mannschaft kennenlernen muss. Und im schwierigen Eingewöhnungsprozess, will er von seinen bewährten Methoden und Spielformen natürlich nicht abrücken. Entweder das, oder er mag ihn einfach nicht!

Ein offensiver Mittelfeldspieler sollte geholt werden

Dass United am Ende der letzten Transferperiode Marouane Fellaini kaufte, sollte nicht verdrängen, dass Thiago Alcantara und Cesc Fabregas ganz oben auf Manchesters Wunschzettel standen. Es kam also ein zentraler Mittelfeldspieler und es ist daher nicht auszuschließen, dass die Verpflichtung eines offensiven Mittelfeldakteurs nach wie vor angepeilt wird. Dessen dürfte sich auch Kagawa bewusst sein.

Borussia Dortmunds Fans nähmen ihren ehemaligen Liebling nur zu gern zurück, soviel steht fest. Die witzig gemeinte "#freeshinji"-Kampagne zog eine Menge Aufmerksamkeit auf sich und Goals BVB-Experte Stefan Döring wäre von einer Rückkehr im nächsten Jahr nicht überrascht.

"Ich halte eine Rückkehr im Winter durchaus im Rahmen des Vorstellbaren. Eine Geschichte a la Sahin (Leihe mit anschließender Kaufoption) könnte ich mir vorstellen. Allerdings nur, sollte er bis zum Winter immer noch keinen Stammplatz bei United haben", so Döring.



"Sportlich wäre er in jedem Fall ein unbestrittender Gewinn. Gerade weil der BVB zuletzt immer mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte. Mit ihm wären sehr viele Varianten realisierbar. Und: Der Lewandowski-Abgang im kommenden Sommer könnte so abgefangen werden", weiß Döring, "Reus in die Spitze und dahinter ein ungemein variables Mittelfeld. Ich denke, dass es eine Kontaktaufnahme gegeben hat. Die Beziehungen zwischen dem Verein und dem Spieler sind aber auch nie abgerissen. Nach nur einem Jahr England wollte er aber sicherlich noch nicht aufgeben."

Noch ist eine Flucht unwahrscheinlch

In der Tat ist es unwahrscheinlich, dass Kagawa flüchtet, solange er noch eine kleine Chance sieht, es in Moyes' Team zu schaffen. Bei den Fans im Old Trafford ist er trotz einer von Verletzungen geprägten Debütsaison beliebt. Und zieht man Ashley Youngs schwache Form in Betracht, sollte er seine Chance erhalten. Dass er in England vermutlich das Dreifache seines BVB-Gehalts verdient ist ebenfalls ein Anreiz, sich dort durchzubeißen.

Ein Politikum um einen Wechsel im Stile Wayne Rooneys, wird es mit Kagawa jedenfalls nicht geben. Aus Manchester melden die Trainingskiebitze jedenfalls, Kagawa bleibe entspannt, schaue nach vorn und konzentriere sich auf seinen Job.

Im September hieß es, er habe nach einem Länderspiel gesagt, "fragt Moyes, warum ich nicht spielen darf", doch dies entpuppte sich als Übersetzungsfehler.

Die schmerzliche Klatsche im Derby am Sonntag beweist, dass Moyes sich noch auf der großen Bühne zurechtfinden muss. Kagawas Nichtberücksichtigung und das Werben um seine Ex-Schützlinge Fellaini und Baines zeigt, dass er im Moment nicht experimentieren möchte.

Doch es ist kein Zufall, dass United gegen Leverkusen die beste Angriffsleistung der Saison ablieferte. In jenem Match also, in dem Kagawa das Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff war. Moyes sollte mehr Mut haben und diesem Mann sein Vertrauen schenken. Es wäre ein großer Fehler, dieses Talent zu übersehen und dann womöglich wieder abzugeben.

EURE MEINUNG: Warum passt es zwischen Moyes und Kagawa noch nicht? Wird der Japaner sich bei United am Ende durchsetzen?

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