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Bayerns Transferpolitik birgt Brisanz

Nach der Verpflichtung von Thiago Alcantara ist klar: Beim FC Bayern droht auch den Superstars ein Bankplatz. Diese Gemengelage ist für den Klub eine große Herausforderung.

KOMMENTAR 
Von Tim Röhn

Düsseldorf.
Nein, Sorge bereitet die Anzahl der Hochkaräter im Mittelfeld Karl-Heinz Rummenigge nicht. „Mir hat Qualität noch nie Sorge bereitet. Wir haben eine super Qualität, wir haben viele Spieler, aber ich finde das phantastisch“, sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München bei der Präsentation von Thiago Alcantara am Dienstag in München.

Der Mittelfeldspieler kommt vom FC Barcelona zum Triple-Gewinner, er ist der Wunschspieler des neuen Trainers Pep Guardiola. In Mario Götze und eben Alcantara sind damit in diesem Sommer zwei weitere Superstars zum Münchner Starensemble gestoßen, dessen Potenzial schon in der vergangenen Saison riesig war.

Dass der Klub – auf Weisung von Guardiola – auch die Verpflichtung von Alcantara realisiert hat, birgt zweifellos Brisanz. Im Mittelfeld der Bayern herrscht nun ein Überangebot, in der anstehenden Saison werden sich einige Top-Spieler mit der Reservistenrolle zufrieden geben müssen – und das in den Monaten vor der Weltmeisterschaft in Brasilien.

Guardiola wird bei den Bayern nicht nur seine Fähigkeiten als Trainer unter Beweis stellen müssen, sondern auch als Psychologe. Er muss dafür sorgen, dass die Unzufriedenheit Einzelner nicht den Erfolg des Kollektivs gefährdet.

Guardiola lag im Clinch mit Ibrahimovic

Es bleibt abzuwarten, ob er es wie Jupp Heynckes im Vorjahr schaffen kann, dass sich alle Stars bedingungslos den gemeinsamen Zielen verschreiben. In Barcelona hatte Guardiola mehrfach Probleme mit Spielern, deren Selbstbewusstsein mindestens so groß war wie ihre fußballerische Klasse: Mit Zlatan Ibrahimovic kam der Trainer überhaupt nicht zurecht, Deco und Ronaldinho musterte er kurz nach seiner Amtsübernahme aus.

Derlei Anekdoten aus der Vergangenheit lassen vermuten, dass auch dem FC Bayern unruhige Zeiten drohen. Würde Arjen Robben sich noch einmal mit einem Platz auf der Bank abfinden? Was geschieht, wenn Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger plötzlich nicht mehr gesetzt sind?

Klar ist: Auf die Eitelkeiten und die Befindlichkeiten Einzelner wird Guardiola keine Rücksicht nehmen. Das mag weh tun, hat den Spanier aber zu dem gemacht, was er in den Augen vieler Experten ist: der beste Fußballtrainer der Welt.

Diese Erkenntnis wird es sein, die auch Rummenigge beruhigt. Pep Guardiola ist in der Lage, den FC Bayern weiter zu verbessern und viele Titel zu gewinnen. Mit welchem Personal auch immer.

Eure Meinung: Wem droht beim FC Bayern die Reservistenrolle?

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