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Wöchentlich nehme ich die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im BORUSSIA-PARK, was geht ab? Meine befangene Meinung findet ihr hier.

Mönchengladbach. Da ich das internationale Geschäft ja bereits letzte Woche abgehakt hatte, konnte ich auch die erwartete Niederlage von Borussia Mönchengladbach gegen den FC Schalke 04 mit einem Schulterzucken hinnehmen. Das Spiel stellte ja immerhin eine marginale Steigerung zur Vorwoche da. Angesichts der Aufstellung, die Lucien Favre ins Rennen schickte, musste man ohnehin annehmen, dass diese Spielzeit wie angekündigt eine Übergangssaison bleiben soll und man die x-te Chance auf den Europapokal gar nicht nutzen will.

Wie viele Spiele sind einem Profi eigentlich zuzumuten?

Lucien Favre erklärte vor der Partie dem erstaunten Sky-Reporter, dass Luuk de Jong nun zum dritten Mal nicht in der Startelf stehe, da er zuvor ja sagenhafte elf Partien hintereinander bestritten habe.  Nun es waren sogar zwölf Spiele, wobei der Niederländer gegen Hamburg und Dortmund aber ebenfalls nur eingewechselt wurde. Aber was soll das? Ich habe sogar schon von Kickern gehört, die gar 34 Mal pro Saison am Ball gewesen sind und dabei nicht eine Minute verpasst haben. Bei Amin Younes lieferte Favre vor drei Wochen ebenfalls eine solche Erklärung. Dort ging es um sechs Spiele, die der Youngster hintereinander absolviert hatte, wie der Coach errechnete, bevor Younes kaum noch eine Rolle spielte.

"Natürlich bist du enttäuscht, wenn du nicht spielst. Ich muss jeden Tag im Training zeigen, dass ich spielen will", gab de Jong zuletzt zu Protokoll. Sympathisch, zurückhaltend und motiviert - doch wie lange wird sich der Niederländer öffentlich so noch äußern? Der must doch irgendwann mal einen dicken Hals bekommen. Wenn sich ein Spieler charakterlich so einwandfrei gibt, dann gehe zumindest ich davon aus, dass sich der Stürmer im Training voll rein hängt, sich unterordnet, dem Coach nicht jeden Tag einen blöden Spruch drückt und sich deshalb nicht nur durch seine zuletzt gezeigte Treffsicherheit für die Startelf anbietet.

Was erwartet Lucien Favre eigentlich vom teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte?

Politikum de Jong?

Gerät Luuk etwa zum Politikum? Sollte Max Eberl den Rekordtransfer gegen den Willen von Lucien Favre perfekt gemacht haben? Das ist eigentlich nicht vorstellbar. Aber es ist noch weniger vorstellbar, dass sich ein Trainer durch fragwürdige Personalpolitik und persönliche Eitelkeiten selbst schwächt, oder etwa doch? Jedenfalls riecht es förmlich nach einer Demontage unseres millionenschweren Einkaufs und so kann ich auch nicht begreifen, dass  ein Coach zwecks Wahrung seines Lieblingssystems, jemanden wie Peniel Mlapa lieber bringt als einen, der nun wirklich das Zeug zum zuverlässigen Knipser mitbringt.

Jetzt mal ehrlich: Werden die Spielminuten bei der Borussia demokratisch verteilt? Dann frage ich mich doch, warum Juan Arango oder Patrick Herrmann nicht mal eine Pause bekommen, denn die hätten ihr Kontingent bereits übererfüllt und wirken zudem seit Wochen überspielt. Aber wenn Favre bei den beiden Offensivkräften auf den einen großen Moment hofft, dann sollte er dieses Vertrauen auch de Jong schenken, der zuletzt ja mit seinen Toren in die Bresche gesprungen ist.

Durfte zuletzt drei Mal hintereinander von Beginn an ran: Peniel Mlapa

Peniel Mlapa aus der Startelf

Bei Mlapa fehlt mir im Moment der Glaube, dass er seine zweifellos vorhandenen Anlagen in die richtigen Bahnen lenkt und aus meiner Sicht hätte er gegen Schalke auch nach 20 Minuten vom Feld gemusst. Selbst wenn der Deutsch-Togolese mal seine Schnelligkeit ausspielt und sich in eine aussichtsreiche Position bringt, fehlen ihm vor dem Tor Nerven und Kaltschnäuzigkeit. Dabei wirkt er oft ungelenk und entscheidet sich häufig falsch. Natürlich soll Mlapa weiter die Chance erhalten, an seinen Defiziten zu arbeiten, aber vielleicht kann das zunächst im Training und der kommenden Saisonvorbereitung passieren und nicht in der Startelf kurz vor dem Finale dieser Spielzeit.

Was bringt der Sommer?

Auf die bald beginnende Transferperiode dürfen wir Anhänger der Fohlenelf durchaus gespannt sein. Man will die Offensive ja vor allem mit schnellen Spielern verstärken und hat mit der Verpflichtung von Max Kruse schon einen ersten Schritt in diese Richtung getan. Dabei stellt sich mir allerdings die Frage, ob man Zuspieler für eine echte "Neun" sucht oder diese langfristig ersetzen will. Vielleicht sollte Favre zumindest versuchen, das System ein wenig mehr in Richtung de Jong auszurichten, bevor man sein Potenzial gänzlich brachliegen lässt.

Außerdem sollte unter den Neuverpflichtungen mal wieder ein echter "Häuptling" sein, vielleicht so einer wie Luuks Bruder Siem de Jong. Der Kapitän von Ajax Amsterdam könnte sich zwar eine Familienzusammenführung in der Bundesliga vorstellen, kann dem Spielstil der Borussia allerdings nicht viel abgewinnen.  Was wiederum ein Grund mehr wäre, sich mal über die grundsätzliche Ausrichtung der Fohlen Gedanken zu machen.


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