thumbnail Hallo,

Wöchentlich nehme ich die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im BORUSSIA-PARK, was geht ab? Meine befangene Meinung findet ihr hier.

Mönchengladbach. Tja, was soll man sagen? Mit der 1:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg vergab Borussia Mönchengladbach einmal mehr die Chance auf einen Big Point und den damit verbundenden Sprung auf die Euopapokalplätze. Wieder einmal wurde die bescheidene Hoffnung auf eine Mini-Serie mit zwei Siegen infolge enttäuscht. Und erneut erschlossen sich mir weder die Aufstellung noch die die Wechsel von Lucien Favre. Und zwar weder personell noch was den Zeitpunkt anging.

Bayern-System?

Warum sitzt Luuk de Jong, der uns zuvor mit dem jeweils siegbringenden Treffer drei 1:0-Erfolge brachte, auf der Bank? Warum ist Amin Younes wieder aus der Stammformation verschwunden und warum stehen dafür die mehr oder weniger glücklosen Peniel Mlapa und Mike Hanke auf dem Platz? Eifern wir den großen Bayern nach, bei denen Jupp Heynckes lieber auf den Läufer Mandzukic setzt und dafür auf die viel bessere Torquote eines Mario Gomez verzichtet? Guter Plan, aber Mandzukic trifft wenigstens irgendwann mal. Bei der Borussia brauchen Mlapa und Hanke gemeinsam 1.530 Minuten für vier Tore, de Jong erzielte derer sechs in 1384 Minuten. Aber ich weiß ja, so einfach ist Fußball nicht – oder doch?

Lucien Favre setzte gegen Wolfsburg wieder auf Peniel Mlapa und Mike Hanke

Schwaches Saisonfinale auch letztes Jahr

Jedenfalls  ist mir das alles nicht verständlich und deshalb erfreue ich mich an dem Erreichen des vorgegebenen Ziels. Ein einstelliger Tabellenplatz ist ja auch nicht schlecht und wenn ich Parallelen zu den letzten Partien der Vorsaison ziehe, ist ohnehin nicht mehr drin gewesen. Denn letztes Jahr verspielte die Borussia an den letzten zehn Spieltagen mit einem eines Abstiegskandidaten würdigen Schnitt von 1,3 Punkten pro Partie die fast schon sichere Teilnahme an der Champions League und musste sich am Ende mit Platz vier zufrieden geben.

Lag es damals daran, dass die Stammformation nur im Notfall angetastet wurde und der Mannschaft zusehends die Luft ausging, so ist es heute ähnlich. Zwar tauschte Favre mehr durch, probierte personell auch viel, doch die Zusatzbelastung aus dem Europapokal scheint gerade gegen Saisonende zusätzlichen Tribut zu fordern. So erkläre ich mir das zumindest und lasse damit alle Hoffnung fahren.

Gesund, gesünder, Borussia!

Deshalb werde ich an dieser Stelle nicht mehr kritisieren und ob der Zielerfüllung wie ein Wahnsinniger jubilieren. Dabei hilft mir die frohe Kunde von der Mitgliederversammlung unter der Woche natürlich außerordentlich. Denn inzwischen sind wir 58.233 Mitglieder, die auch ihren Anteil am Rekordergebnis aus dem Vorjahr haben. Ein Umsatzanstieg auf über 122 Millionen Euro und ein Gewinn nach Steuern von über 15 Millionen Euro, zeigen die sehr gute Arbeit aller Verantwortlichen und lassen Borussias Perspektive glanzvoll erscheinen.

Ich interessiere mich zwar mehr für Fußball als für Geld, aber ich freue mich schon jetzt auf die Transferperiode in einer turnierlosen Sommerpause. Dort werde ich dann zumindest wieder mal die mittleren Regale im Auge haben und haben und dabei hoffen, dass der Max dem Lulu was schönes kauft, damit der nächste Saison auch zufrieden ist. Dabei sollte das nichts aus der Bastelecke sein, damit unser Trainer gleich mit etwas "Fertigem" umgehen kann.

Liefert dem Boulevard wenig: Max Eberl

Eberls Arbeit erstickt die Spekulationen

Aber andererseits ist Max Eberl ja leider ein Fuchs, der unaufgeregt im Hintergund arbeitet und schnell Spieler präsentiert, mit denen vorher keiner gerechnet hat. Zudem hat er mit Max Kruse ja bereits einen vielversprechenden, bundesligaerfahrenen Mann verpflichtet, der uns sicher verstärken wird. Deshalb wird die Vorfreude auf den "Königstransfer"  vermutlich wieder nicht lange anhalten und zum Trainingsbeginn bereits das Gros des Kaders stehen. Das ist natürlich gut, nimmt aber der fußballfreien Zeit auch irgendwie die Spannung und dem Boulevard die Chance, die Anhänger mit zumeist lustigen bis hanebüchenen Spekulationen zu versorgen. Da kann man ja gleich den Rechner ausmachen und in Urlaub fahren.

Schade finde ich, dass die Verpflichtung des 15-jährigen Enes Ünal zunächst vom Tisch zu sein scheint. Gerne hätte ich die Entwicklung eines großen Talents in unserer Jugendabteilung verfolgt, wie das einst bei Marko Marin der Fall war, den viele Fans bereits  in jungen Jahren auf dem Zettel hatten.

Erfreuen wir uns also an den letzten drei Bundesligaspieltagen, an der guten Stimmung gegen Schalke und Bayern im wohl zweimal ausverkauften BORUSSIA-Park, denken nicht zu sehr an möglicherweise verpassten Chancen und pfeifen auf die Europa League.

Schwarzweißgrüne Grüße

Euer

Gregor Becker


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