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Generalprobe gelungen, Auftritt vergeigt: Zum zweiten Mal hintereinander droht ein Team aus der Heimat Sami Khedira und Mesut Özil den Weg ins Finale zu verstellen.

Madrid. In Dortmund zu verlieren, gefällt vermutlich keinem einzigen Gelsenkirchener so wirklich. Aber neben Mesut Özil erlebte auch der gebürtige Schwabe Sami Khedira mit Real Madrid einen enttäuschenden Abend im Signal Iduna-Park: 1:4 unterlagen die Königlichen der heimischen Borussia. Zum zweiten Mal hintereinander ist es ein Team aus der Heimat ein Team aus der Heimat, dass den beiden Königlichen den Weg ins Finale zu verbauen droht: Letzte Saison verhinderten die Bayern im Elfmeterschießen den Finaleinzug.

Generalprobe gelungen, Auftritt vergeigt

Dabei war die Generalprobe noch gelungen: In La Liga gab es für Özil gegen Betis den Rollentausch mit Cristiano Ronaldo, der diesmal als Vorbereiter glänzte. Özil traf stattdessen doppelt, eröffnete zum 1:0 und setzte mit dem 3:1 auch den Schlussstein hinter die Revanche für die Hinrunden-Niederlage in Sevilla. Sein zweiter Doppelpack hintereinander. In der Hauptstadt sah man den Deutsch-Türken in bester Betriebstemperatur in seine Heimat reisen - wo alles etwas anders lief, als erwartet. Ganze vier Male mussten die beiden Nationalspieler ihren Dortmunder DFB-Kollegen beim Jubeln zuschauen.

Wegen der verspäteten Ankunft von Jung-Vater Di Maria begann Modric in der zentralen Offensive, wenn auch tiefer, Özil wich auf den rechten Flügel aus - nicht sein Hoheitsgebiet. Ob es an der starken linken BVB-Seite mit Schmelzer und Reus lag, oder dem mangelnden Zusammenspiel mit Ramos: Der Mittelfeldmann blieb blass, ohne Torschuss und leistete sich einige Ballverluste. "Unsichtbar im wichtigsten Spiel der Saison, ohne Physis und Ideen", urteilte die Marca kritisch und sah ihn gemeinsam mit Pepe als schwächsten Spieler der Partie.



Landsmann Sami Khedira musste den Schwarz-Gelben im neu formierten Mittelfeld mit Modric ein ums andere mal hinterrennen. Als Raumzusteller erledigte er seine Sache solide. Im Spielaufbau konnte der frühere Stuttgarter hingegen kaum Akzente setzen, war stattdessen immer wieder zu brachialen Rettungstaten und Klärungen gezwungen, die ein kontrolliertes Umschaltspiel kaum erlaubten. Für das taktische Foul an Reus sah er in der 54. Minute die gelbe Karte.

Das Finale abschreiben wollten aber nur die wenigsten unter den Königlichen. "Wir können es im Rückspiel schaffen, auch wenn wir jetzt mit diesem Resultat nicht glücklich sind. Wir müssen jetzt sechs Tage warten, dann können wir das Resultat drehen", war sich Khediras Nebenmann Xabi Alonso sicher. Der Routinier kennt das Final-Gefühl, gewann 2005 mit Liverpool den begehrten Henkelpott gegen Milan.

Doch auch im dritten Anlauf unter Jose Mourino scheint Madrid im Halbfinale zu scheitern. "Es ist natürlich sehr enttäuschend. Wenn ich verliere und ich es nicht verdient habe, ist es ein Drama. Wenn ich verliere und ich es verdient habe, ist dies eine Situation, die ich nicht akzeptiere", sagte der Portugiese nach dem Spiel. Nächste Woche bietet sich dann die letzte Gelegenheit, die Situation zu korrigieren – dazu braucht es aber mindestens drei Tore im Santiago Bernabeu.

EURE MEINUNG: Dreht Real das Halbfinale gegen den BVB noch?

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