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Auf kurioseste Art und Weise haben sich die Fans von Schalke 04 und Borussia Dortmund ihre Antipathie in den letzten 50 Jahren gezeigt. Goal.com öffnet das Nähkästchen für Euch.

Pott. Die ewige Rivalität zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 wird am Samstag wieder ihren Siedepunkt erreichen: in Gelsenkirchen wird das 142. Revierderby ausgespielt. Seit den Nachkriegsjahren spielte Dortmund langsam aber sicher auf einem Niveau mit den Abräumern aus Gelsenkirchen, bald wurde aus dem Kräftemessen eine Religion. In jeder Rivalität steckt auch eine indirekte Wertschätzung des anderen. In Zeiten des absoluten Triumphes wird über den verhassten Nachbarn gesungen - warum nur gesungen? Man kann auch ein Flugzeug mieten, dass ein Spruchband direkt zum Stadion der anderen bringt! So wurden die Fans in den letzten 50 Jahren wahnsinnig kreativ, folgend sind ein paar Highlights aufgeführt.

Schalke im Goldenen Buch der Stadt Dortmund

Als Schalke 04 1934 die Meisterschaft holte, feierte das gesamte Ruhrgebiet. Damals waren die Schalker das Maß aller Dinge, Borussia Dortmund spielte noch lange nicht auf einem Level mit. Mit einem großen Partyzug durch das Revier wurde der Titel gefeiert, der extra in Dortmund Halt machte, damit Tausende von Dortmundern den Gelsenkirchenern zujubeln konnten. Und das ist noch nicht alles: Liebe Dortmunder, schaut mal in euer goldenes Buch der Stadt. Dort hatte sich der frischgebackene Meister auf der Party-Tour auch noch schnell verewigt. Bis 1913 trug übrigens auch der BVB Blau und Weiß. Erst danach kam man zu den inzwischen imagebildenden Farben Schwarz und Gelb.

Po-pularität und zahme Löwen

Als Schalke im Hinspiel der Saison 1969/70 das 1:0 gegen Borussia Dortmund schoss, waren die Schalker Fans nicht zu bremsen und stürmten das Feld. Ein positiv besetzter Platzsturm? Von den Massen und den Szenen überwältigt, ließ man kurzerhand die Hunde los. Ernsthaft. Ein heute noch berühmter Polizeihund namens Rex tat seinen Dienst für Recht und Ordnung und biss beherzt in den nächsten Po! Dieser gehörte allerdings S04-Abwehrspieler Friedel Rausch. „Überall wo man mich auf der Straße erkannte, sprach man mich aus Flachs mit Wau-Wau an“, zitierte ihn viele Jahre später Uefa.com. Im Rückspiel fackelte Schalke-Präsident Günter Siebert nicht lange und empfing die Dortmunder mit einem zahmen Löwen. Der machte Eindruck. Da hätte sich auch Rex zurückgehalten, einen Platzsturm gab es auch nicht.

50 Jahre ohne Titel

„Ein Leben lang, keine Schale in der Hand!“ Das ist ein berühmter Schmähgesang der BVB-Fans, die 2007 das 50. Jubiläum des ausgebliebenen Titels für Schalke 04 mit einer großen Party beim Auswärtsspiel in Leverkusen feierten. Es wurde sogar extra ein Flugzeug gemietet, das den Spruch aus dem Rheinland in den Pott trug. Es kreiste zunächst gut sichtbar über Leverkusen und flog selbstverständlich weiter, um auch den Schalkern noch drei Minuten Freude zu schenken. Das muss Liebe sein.

Tönnies mit Wurst und Bier unter Fans

Wenn es zum Derby geht, kann niemand Clemens Tönnies mehr in der VIP-Loge halten. Dann geht es ab zu den Fans auf die Tribüne! Vorher organisiert er sich meistens über den Fanclub vier Karten und dann gibt es Bier und Wurst im Fanrudel. Im November 2011 erlebte er Sachen, die ihn eher weniger beglückten: Als neben ihm im Block Bengalos gezündet wurden, griff er zum Handy und fotografierte die Übeltäter. Tatsächlich wurden mit Hilfe seiner Fotos die Lümmel gefasst! „Es knallte und stank unglaublich. Ich hatte zwar keine Angst, habe aber hautnah erlebt, wie gefährlich die sprühenden Funken sind“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende damals der Bild. Seit damals hat sich die Pyro-Debatte verselbstständigt, so oder so wird neben Tönnies wohl so schnell niemand mehr ein Feuerwerk zünden.



BVB-Land in Gelsenkirchen

Im späten Dezember 2010, als Deutschland unter Schneemassen begraben war, musste auch Schalke dafür sorgen, dass das eh schon lädierte Dach ihrer Arena vom Schnee befreit wurde. Einer der Arbeiter war Borusse. Das muss den Herren bei der Einstellung wohl entgangen sein. Also brachte er seine BVB-Flagge mit zur Arbeit und rammte diese in die Schneedecke auf der Schalke-Arena. Die Anhänger der Borussia feierten ihn wie einen Held, Arena-Chef Ulrich Dargel fand gegenüber Bild klare Worte: „Dieser Scherz geht zu weit. Der betreffende Arbeiter wird unsere Baustelle nie wieder betreten. Er war zum Schnee-Schippen hier, und nicht, um unsere Arena zu dekorieren!“ Verstehen Sie Spaß?

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