thumbnail Hallo,

Wöchentlich nehme ich die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im BORUSSIA-PARK, wo zwickt es? Meine befangene Meinung findet ihr hier.

Mönchengladbach. So, nach kurzer Pause geht es hier mit meiner Kolumne wieder weiter. Genug passiert ist ja rund um den BORUSSIA-PARK. Dementsprechend möchte ich auch das Thema Mike Hanke hier noch einmal aufgreifen, mich bei unserem Stürmer bedanken und den Hut vor ihm ziehen. Dabei will ich mich nicht von den nackten Zahlen leiten lassen, denn elf Tore und zehn Vorlagen in bislang 71 Bundesligapartien für Borussia Mönchengladbach lesen sich ja erst einmal nicht so berauschend.

Präsenz nicht mehr im Präsens

Mein Dank gilt vielmehr Hankes Präsenz auf und neben dem Platz und seinem perfekten Zusammenspiel mit Marco Reus. Beides war für die Entwicklung der Borussia in den letzten beiden Jahren durchaus hilfreich. Der 29-Jährige gilt mit seiner Erfahrung als wichtiger Ansprechpartner für unsere Nachwuchskicker, hat sich nach dem Klassenerhalt in der Saison 2010/2011 als Dantes Friseur hervorgetan und der Mannschaft als Zeremonienmeister Nachhilfe beim Feiern eines hervorragenden vierten Platzes in der letzten Saison erteilt. Ach ja, und einige seiner Tore waren auch nicht so unwichtig für die Fohlen. Allerdings hat Mike die von mir eben gerühmte Präsenz nicht in die Gegenwart retten können.

Gute Zeit: Mike Hanke und Marco Reus haben Spaß

„Raketentechnik“ ist out

Es ist auch nicht gelungen das „Reus-Raketen-System“ auf Mike Hanke und Patrick Herrmann zu übertragen und Lucien Favre macht auch keine Anstalten, dies mit dem erstarkten Amin Younes als Partner zu versuchen. Zudem passt der Trainer die Taktik nun endlich sanft an die Qualitäten unseres Topstürmers Luuk de Jong an, der zunehmend wichtiger für die Mannschaft wird und ohnehin gesetzt sein sollte. Auch wenn es beim effizienten Miteinander in der Offensive noch weiterer Modifikationen bedarf - einen Platz für Hanke gibt es in der Fohlenelf nicht mehr. Deshalb halte ich auch eine Trennung von dem sympathischen Angreifer für unumgänglich. Auch wenn es wehtut, der bevorstehende Abgang eher nicht so elegant in die Wege geleitet wurde und auch, wenn sich der ehemalige Nationalspieler als echter Borusse erwiesen hat. Der Schlussstrich kommt zum richtigen Zeitpunkt.

Mach et joot, Mike!

Ich wünsche unserem Stürmer alles Gute für die Zukunft und drücke ihm die Daumen, dass er wie proklamiert einen großen Klub findet, dessen System ihm entgegenkommt und der ihm noch ein paar gute Jahre auf hohem Niveau bescheren kann. Ich widerspreche Mike zwar, dass sich die Anhänger der Borussia ausnahmslos seinen Verbleib wünschen, sage aber auch: „Danke Hanke“. Danke, dass du für dich ausschließt, den Gang in die zweite Liga anzutreten, um dich dort einem ehemaligen Rivalen der Elf vom Niederrhein anzuschließen, der dich ohnehin nicht verdient hat und deren Fans dies vermutlich auch nicht zu würdigen wüssten. Ganz sicher weiß ich aber, dass du dich auch für den Rest der Spielzeit noch ordentlich reinhaust und dich anständig von Mannschaft und Fans verabschieden wirst. Dazu bist du einfach zu sehr Profi.

Festwochen im Park

Für den Rest des Teams gilt es natürlich ebenso, im letzten Saisondrittel das Gaspedal bis zum Anschlag durchzutreten. Einem langen, freien Wochenende folgt seit Wochenbeginn die hochtourige Vorbereitung auf die nächsten beiden Heimpartien gegen Werder Bremen und Hannover 96. Nach vier Punkten aus den letzten beiden Auseinandersetzungen mit den Spitzenmannschaften aus Dortmund und Frankfurt ist es nun Zeit für die nächsten Big Points. Denn gegen zwei Mannschaften, die sich bis dato auswärts nicht gerade als Koryphäen erwiesen haben, sollten im BORUSSIA-PARK durchaus zwei Dreier drin sein. Bislang verpassten die Fohlen in dieser Saison immer dann die Gelegenheit, auf die internationalen Plätze zu springen, wenn sie wirklich zum Greifen nah war.

Luuk de Jong und Martin Stranzl bejubeln den entscheidenden Treffer gegen Eintracht Frankfurt

Die Ansätze aus den zurückliegenden Bundesligapartien geben zwar Anlass zur Hoffnung, doch wir reden immer noch nur über Ansätze. Wenn ich sehe, wie Luuk de Jong gegen Frankfurt mit eingebunden wurde und sich auch defensiv reinhängte, wie eine fein einstudierte Ecke zum Siegtreffer führte, dann wird mir zwar warm ums Herz, allerdings sah ich auch eine zweite Spielhälfte ohne jegliche Chancen, was mir wiederum die Tränen in die Augen trieb und mich zu der Frage nötigt, wohin plötzlich Ballsicherheit und Durchschlagskraft entschwunden waren.

Wunschkonzert

Ich wünsche mir, dass die Borussia spielerisch weiter in die Gänge kommt und wir uns nicht allzu sehr auf die von Lucien Favre früher so stiefmütterlich behandelten Standards verlassen müssen, die in dieser Spielzeit geübt wurden und uns zu dem ein oder anderen Erfolg verholfen haben – siehe Frankfurt.

Ich wünsche mir weiter, dass unser Umschaltspiel reibungsloser funktioniert als zuletzt und der Ball nicht so häufig und überhastet dem Gegner zugetragen wird. Gerade Granit Xhaka, der für den gesperrten Thorben Marx dem Sechserkollegen Havard Nordtveit als Adlatus zur Seite stehen könnte, sollte sein Potenzial dahin gehend mal abrufen und zeigen, dass er aus diversen Zusatzschichten gelernt hat.

Unterm Strich wünsche ich mir aber einfach nur sechs Punkte aus den beiden Heimspielen und eigentlich ist mir egal, wie wir das schaffen. Denn dann wird das Thema Europa wieder ein ganz heißes sein.

Schwarzweißgrüne Grüße

Euer

Gregor Becker

EURE MEINUNG: Ist es richtig, dass Borussia Mönchengladbach den Vertrag mit Mike Hanke nicht verlängert hat?

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