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„Beckers Borussia“: Fener wegfegen!

Wöchentlich nehme ich die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im Borussia-Park, wo zwickt es? Meine befangene Meinung findet ihr hier.

Mönchengladbach. Nach der dramatischen Niederlage vom letzten Wochenende wird es nicht eben leichter sich seinen Optimismus in Sachen Borussia Mönchengladbach zu wahren. Aber wir haben nach langer Leidenszeit mit Fenerbahce zumindest wieder einen hochkarätigen Gegner in der Europa League (Vorbericht)vor der  Brust und da gilt es nun einfach den schwachen Ligastart wegzulächeln, und sich auch nicht von den verletzungsbedingten Ausfällen von Alvaro Dominguez und Patrick Herrmann die Petersilie verhageln zu lassen. Die beiden haben mich leistungsmäßig bislang ohnehin noch nicht vom Hocker gerissen und wer weiß, ob Lucien Favre gegen Fenerbahce überhaupt auf das Duo gesetzt hätte.

Granit Xhaka: Verantwortung auf statt neben dem Platz

„Am Donnerstag muss nach den drei schlechten Spielen endlich ein positiver Schritt folgen. Ein Sieg wäre für alle im Verein gut. Es ist wichtig, dass wir jetzt aufstehen und ein gutes Spiel machen. Dann können wir Sonntag auch in der Meisterschaft eine Reaktion zeigen“, erklärte Granit Xhaka zuletzt jedem, der es hören wollte. Wenn der junge Schweizer nun seiner apodiktischen Aussage auch endlich mal eine Top-Leistung hinzufügte, wäre ich dann auch zufrieden. Gerade Xhaka stellt sich zwar immer wieder den fragenden Journalisten und zeigt damit, dass er eine Führungsposition bei den Fohlen einnehmen will, untermauert diesen Plan bislang allerdings nicht immer mit Leistung. Haarsträubende Abspielfehler im Spielaufbau wechseln sich bei ihm gerne mit furchtbaren Stellungsfehlern in der Defensive ab.

Kurzum: Es fehlt einfach noch jene Konstanz, die seinen Vorgänger auf der Sechs auszeichnete. Ich will hier gar nicht in das gleiche Horn stoßen wie unser Trainer und ständig unseren Abgängen hinterher trauern, bin aber davon überzeugt, dass vielen Borussen-Anhängern erst jetzt auffällt, was Roman Neustädter für uns alles geleistet hat.

Und täglich grüßt der Boulevard

In diesen Zeiten ist es einfach wichtig, dass das Umfeld ruhig bleibt und wie ein Mann hinter der Mannschaft steht. Denn in diversen Redaktionen boulevardesker Käseblätter reibt man sich längst erfreut die Hände und drischt dabei mit Schmackes auf Trainer und Team ein. Dass die Borussia die jüngste Mannschaft in der Europa League ist und deshalb durchaus noch Zeit brauchen könnte, bleibt selbstverständlich unerwähnt, dafür versucht man lieber einen Keil zwischen Fohlen und Favre zu treiben, was ungleich höhere Auflagen garantiert. Anstatt sich also auf das Wesentliche konzentrieren zu können, müssen tagtäglich Erklärungen und Dementis her.

„Dass es zwischen der Mannschaft und dem Trainer Risse geben soll, ist völliger Blödsinn. Die gibt es nicht. Wir Spieler stehen hinter dem Trainer. Dass es nun sogar auf einmal Kritik an Lucien Favre gibt ist einfach nur völlig unangemessen. Der Trainer hat an der jetzigen Situation am wenigsten Schuld. Er steht immer zu uns - und das macht er jetzt auch“, machte zum Beispiel der angeschlagene aber gegen Fener einsatzbereite Marc-Andre ter Stegen seinem Unmut gegenüber dem Express Luft.

Volles Haus gegen „Aufbaugegner“ Fenerbahce

Als leidgeplagter Gladbach-Fan lässt man sich allerdings so schnell nicht von der Presse gängeln und so können sich Arango und Co in einem bis zum Bersten gefüllten Borussia-Park wieder der unglaublichen Unterstützung seiner Anhänger erfreuen und möglicherweise erweist sich Fenerbahce ja gar als Aufbaugegner. Denn der Kontrahent, dessen Stadion in Kadiköy, also im asiatischen Teil Istanbuls steht, hat aktuell ebenfalls so seine Probleme und auch die Historie gibt Anlass zur Hoffnung. Zwar ist man traditionell Dauergast auf internationalem Parkett, konnte aber dort noch nie einen Titelgewinn verzeichnen und war wegen Spielmanipulationen in der letzten Saison von der UEFA für diesen Wettbewerb ausgeschlossen. Bislang traf man insgesamt neun Mal auf deutsche Mannschaften und konnte dabei keinen Vergleich für sich entscheiden.

Aufregung um Alex

In der Qualifikation zur Champions League zog man in diesem Jahr gegen Spartak Moskau knapp den Kürzeren und hinkt auch in der Süper Lig als Tabellensechster mit nur neun Punkten aus den ersten sechs Spielen den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Toptransfers wie Dirk Kuyt, Raul Meireles und Milos Krasic tun sich im Moment noch schwer und sind noch nicht vollends integriert. Nach der 0:2-Niederlage gegen Kasimpasa sorgte zudem Trainer Aykut Kocaman mit einer harten Entscheidung für Fanproteste am Bosporus. Er suspendierte Publikumsliebling und Kapitän Alex de Souza, der anschließend seinen Vertrag auflöste, was die Anhänger vollends aus der Fassung brachte.

Aufseiten der Borussia meldete sich hingen Luuk de Jong wieder fit und auch Marc-Andre ter Stegen, der gegen Dortmund eine Hüftprellung erlitt, ist wohl einsatzbereit. Nun heißt es jedenfalls: Kräfte bündeln und Fener aus dem Park schießen. Die Vorzeichen dafür stehen nicht schlecht und so erhoffe ich mir am Donnerstagabend einfach deutsche Maßarbeit statt türkischen Honig.

Schwarzweißgrüne Grüße

Euer

Gregor Becker

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