Rheinderby-Top 10: Von Helmes bis Lottner - Kulthelden, die sowohl für den 1. FC Köln als auch Bayer Leverkusen tätig waren (1-5)

Das Rheinderby am Wochenende ist sowohl für die Meisterfrage, als für den Klassenerhalt entscheidend. Goal.com schaut, welche Kultkicker sowohl für Köln, als auch Bayer kickten.

Von François Duchateau

Helmes setzt sich gegen die Kölner Pezzoni und Mohamad durch (firo)
Die Plätze 1 - 5

6. Dirk Lottner
1997 - 1999 Bayer 04 Leverkusen (17 Spiele / 2 Tore)
1999 - 2004 1. FC Köln (161 Spiele / 54 Tore)


Dirk Lottner ist eines der wenige Beispiel dafür, dass man nach einem Wechsel von Leverkusen zum 1. FC Köln einen Karriereschub bekommen kann. Der waschechte „Kölsche Jung“, der in der Jugend zunächst bei Rot-Weiß Zollstock kickte, dann aber bei Fortuna Köln zur festen Größe avancierte und dort über 200 Spiele in der 2. Bundesliga bestritt, wurde 1997 zunächst zum Nachbarn Leverkusen geholt, wo „Lotte“, allerdings nicht über eine Reservistenrolle hinaus kam. Bernd Schuster holte, den zunächst als Sechser mit Achterqualitäten bekannten Linksfuß, in der Winterpause der Saison 1998/1999 zum FC, wo Dirk Lottner nicht nur menschlich einschlug, sondern auch sportlich. In der Südkurve wird der spätere Spielmacher für seine hammerharten Schüsse und präzisen Freistöße vergöttert, die nicht selten spielentscheidend waren. Unvergessen blieb sein Ausgleich in allerletzter Minute im Heimspiel gegen den Hamburger SV im Jahr 2001, wo der Leader mit der hohen Stirn dem Ball vorher noch ein Küsschen gab, ehe er das Leder hinlegte und den Freistoß unhaltbar ins Eck zirkelte. Lottner machte keinen Hehl aus seiner Liebe zur Stadt und dem „Effzeh“, und wurde als Kapitän und Publikumsliebling mit der Nummer 30 (fast immer zuletzt aufgerufen bei der Mannschaftsaufstellung) frenetisch gefeiert. 2004 wurde „Lotte“ wegen läuferischer Defizite aussortiert und wechselte zum MSV Duisburg, wo er seine Karriere beendete. Nach seiner Tätigkeit als U-17-Trainer war der letzte Dirigent, den der 1. FC Köln hatte, Assistent von Frank Schaefer. Im Sommer soll er am Geißbockheim zurück in den Jugendbereich  kehren.

7. Patrick Helmes
1997 - 2000, 2005 - 2008 1. FC Köln (65 Spiele / 35 Tore)
2008 – 2011 Bayer 04 Leverkusen (57 Spiele / 28 Tore)


Niemand verkörpert die neu-rheinische Rivalität zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen wohl so sehr wie Patrick Helmes, der die Gemüter mit seinem Wechsel im Sommer 2008 zum Überlaufen brachte. Nicht umsonst erzielte der Sohn des ehemaligen Profis Uwe Helmes seinen ersten Treffer als Kölner im Derby gegen Bayer am 21.09.2005. Der talentierte Jungspund wurde mit 16 Jahren am Geißbockheim wegen seiner mangelnden Robustheit aussortiert, kam 2005 jedoch mit der Retourkutsche von den Sportfreunden Siegen als eines der größten Stürmertalente des Landes zurück, das sich in Köln prächtig entwickelte und sogar als Zweitligaspieler in die Nationalmannschaft berufen wurde. Im Januar 2007 wurde publik, dass der geborene Kölner, Helmes, zwei Verträge bei Leverkusen unterschrieben hatte: Einen mit Gültigkeit ab Sommer 2007, sowie einen zweiten ab Juli 2008. Der 1. FC Köln erhob Einspruch gegen diese Vereinbarung, und  konnte seine Option ziehen, mit der Helmes bis 2008 zu gleich(niedrig)en Konditionen beim FC bleiben musste, denn die Transferangebote der Leverkusener wurden nach dem zerrütteten Verhältnis von Seiten der Kölner allesamt abgelehnt: Zu wichtig sei Helmes für das Aufstiegs-Projekt gewesen, lautete die Begründung. Leverkusen war dem 1. FC Köln einfach zuvor gekommen, was die Aufbesserung seines Lohns angeht, und hatte mit Helmes eine Vereinbarung ab dem Sommer 2008 getroffen. Dieses Agreement bescherte Helmes einen schweren Stand im RheinEnergieStadion, der von den Anhängern heftig als „Judas“ beschimpft wurde und daraufhin von Christoph Daum auch die Kapitänsbinde abgenommen bekam. Helmes allerdings hängte sich voll rein und wollte sich bei seinem Heimatclub mit dem Aufstieg verabschieden, was auch gelang und woran Helmes mit seinen Toren und Assists einen erheblichen Anteil hatte. Bei Leverkusen in der Bundesliga schlug der Stürmer direkt voll ein: In seiner ersten Saison bei Bayer gelangen ihm 21 Treffer in 34 Spielen, ehe ein Kreuzbandriss für einen Karriereknick sorgte. Heute kickt der Nationalstürmer beim VfL Wolfsburg, flirtet aber noch regelmäßig in den Medien mit dem FC.

8. Lukas Sinkiewicz
1996 - 2007 1. FC Köln (76 Spiele / 1 Tor)
2007 - 2010 Bayer 04 Leverkusen (39 Spiele / 2 Tore)




Der Sohn des polnischen Zweitliga-Profis Zdzisław Sinkiewicz kam im Alter von dreieinhalb Jahren nach Deutschland und wurde 1996 beim Bergheimer 1. FC Quadrath-Ichendorf entdeckt und durchlief die Jugendteams des 1. FC Köln. Nachdem Trainer Marcel Koller mit Lukas Podolski bereits einen Glücksgriff aus der eigenen Jugend getätigt hatte, gab der Züricher beim Auswärtsspiel am 24.04. gegen den Hamburger SV (4:2)  dem jungen Lukas Sinkiewicz eine Chance, der direkt einen Stammplatz in der Innenverteidung des FCs eroberte und diesen fortan nicht mehr abgab. Einen Sommer später wurde der U-21-Nationalspieler von Jürgen Klinsmann in die A-Nationalelf gelotst, bei der er gegen Slowakei (0:2) seine Premiere feierte und bei den folgenden Matches gegen Südafrika und die Türkei sogar in der Startelf stand – und das als Zweitligaspieler! 2007 wurde der Kapitän der „Geißböcke“ zu Bayer Leverkusen gelockt, eine Tatsache, die man in der Domstadt überhaupt nicht gerne sah, auch wenn Lukas Sinkiewicz sich jedes Jahr mit einer Serie von Verletzungen herumplagt und seitdem einfach nicht mehr den Anschluss findet. Mittlerweile spielt der Verteidiger beim FC Augsburg.

9. Stefan Kohn
1984-1985, 1986-1987 Bayer 04 Leverkusen (18 Spiele / 2 Tore)
1993-1995, 1995-1997 1. FC Köln (66 Spiele/13 Tore)


Stefan Kohn war ein waschechter Wandervogel, der nie länger als zwei Jahre ununterbrochen bei einem Verein verweilte, auch bei seiner letzten Erstligastation dem 1. FC Köln nicht, welcher den Angreifer in der Rückrunde der Saison 1994/1995 an den FC Schalke 04 auslieh. Sowohl am Dom, als auch am Bayerwerk, seiner ersten Profistation, konnte Kohn der große Durchbruch nie so Recht gelingen, was auch an seiner mageren Ausbeute festzumachen ist. Die Zeitschrift 11 Freunde huldigte Kohn 2007 für einen Rekord der besonderen Art und Weise: Kein Spieler wurde bis zu dem Zeitpunkt öfter eingewechselt (91mal), wie der Torschütze des Jahres 1986, der in seiner besten Saison allerdings nur traf, wenn er in der Startelf stand. Ohne Frage: Das macht Kohn absolut zum Kult! Auch bei Bielefeld, Hannover, Bochum setzte sich Kohn nie dauerhaft durch. Kein Wunder, dass der Ellwanger so oft den Verein gewechselt hat. Immerhin blieb seine Karriere nicht ohne Erfolge: In seiner Zeit bei Werder Bremen (1991-1993) erlebte er den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger und durfte die Meisterschale in die Höhe halten.

10. Wolfgang Rolff
1986-1989 Bayer 04 Leverkusen (99 Spiele / 9 Tore)
1994-1995 1. FC Köln (14 Spiele / 0 Tore)


Bevor der heutige Co-Trainer von Werder-Trainer Thomas Schaaf seine Karriere in der Bundesliga begann, kickte „Schaafs Wolle“, wie die 11 Freunde ihn nannte, zwei Jahre bei Fortuna Köln in der zweiten Liga. Nach vier erfolgreichen Jahren beim Hamburger SV schnürte der Mittelfeldmann seine Schuhe bei Bayer Leverkusen, mit denen er 1988 den UEFA-Cup gewann. Nach drei Spielzeiten bei Bayer wechselte der 37-fache Nationalspieler über die Umwege Strasbourg, Uerdingen (wieder ein Werksclub) und Karlsruhe 1994/1995 zum 1. FC Köln, seiner letzten Profistation im Oberhaus. Sein Karriere ließ Rolff aber in Köln ausklingen, allerdings bei der Fortuna.

Eure Meinung ist gefragt: Wie sähe Euer Ranking aus? Wer hat in dieser Liste nichts zu suchen? Wie wird das Derby am Wochenende ausgehen?


 
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