ELF Top-Wintertransfers (international): Patrick Vieira (6)

Eine verpatzte Hinrunde kitten oder Spielpraxis sammeln, um die WM-Karten zu verbessern. Es gibt viele Gründe, sich im Winter noch einmal zu verstärken. Einen Monat durften die Manager und Spielerberater letzte Kurskorrekturen tätigen, um die Zukunft rosiger zu gestalten. Goal.com hat nach Ladenschluss abgerechnet und die ELF besten Wintertransfers 2010 bestimmt – national wie international.

Von Christoph VOGEL

EPL : Patrick Vieira (Manchester City)
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Manchester. Für Patrick Vieira war es wie die Ankunft zurück in der Heimat. Der Franzose erlebte bei Arsenal London alle Facetten des Fußballs und hatte zuletzt unter José Mourinho nur noch geringe Chancen auf einen Stammplatz. Das nahm sich der 33-jährige zum Anlass, wieder auf die Insel zu wechseln. Dorthin, wo er fast ein Jahrzehnt lang die Herzen der Fans mit seiner Einstellung eroberte. Nun spielt Vieira im mit Stars nur so gespickten Team von Manchester City auf der Jagd nach Titeln, Toren und Trophäen. Und ganz unüblich für die Citizens: Sie holten Vieira ablösefrei aus Mailand. Ein echtes Schnäppchen!

Erfahrung pur

„Ich bin durch meine Erfahrungen besser als je zuvor,“ sagte der Mittelfeldmotor nach seiner Ankunft bei den Citizens gegenüber der Sun. „Ich bin wirklich glücklich, dass ich immer bei Topklubs spielen konnte. Ich habe eine Menge von tollen Spielern gelernt. Nun komme ich in die Premier League zurück, bin gut drauf und sehr motiviert.“ Damit hat sich Vieira selbst perfekt charakterisiert, denn der größte Trumph ist neben seiner überragenden Spielübersicht sein immenser Erfahrungsschatz.

Arsenal schnappt zu

Schon früh wagte der in Senegal geborene Vieira den Weg ins Ausland. Widerstände waren für ihn dazu da, sie zu durchbrechen. Aus der Jugend des AS Cannes ging es für ihn als Teenager zum großen AC Mailand – es sollte nicht seine letzte Station in Italien gewesen sein. Doch die Serie A hielt ihn nicht lange, denn Arsenal London streckte seine Fühler nach dem Franzosen aus. Schon damals hatten die Gunners ein gutes Näschen für die größten Talente Europas und die Verpflichtung von Patrick Vieira sollte einer ihrer größten Coups werden.

Vieira wird zur Legende

Rund 5,3 Millionen Euro überwies Arsenal an den AC Mailand. Eine Summe, die Vieira in der Folgezeit locker wieder einspielen konnte. Von 1996 bis 2005, also neun Jahre lang, spielte Vieira im defensiven Mittelfeld der Gunners und holte in dieser Zeit eine ganze Reihe an Trophäen: Englischer Meister und FA-Cup-Sieger mit Arsenal (1998), Weltmeister und Europameister (2000) mit Frankreich (1998) und ein zweites mal der Gewinn der Premier League (2002) waren nur zwei Erfolge in einer ganzen Reihe. Der FA-Cup-Sieg mit Arsenal im Jahr 2005 ist bis heute der letzte Titel der Gunners geblieben. Mit Vieira verließ in diesem Jahr auch das Sieger-Gen die Londoner. Welchen Wert der Franzose für den Verein besaß, beweist ein Blick auf ein Ranking: Er befindet sich auf Platz 19 der Spieler mit den meisten Einsätzen (insgesamt 407, dabei 34 Tore). Damit reiht er sich zu glanzvollen Namen wie Dennis Bergkamp, David Seaman oder Tony Adams...

Zweimal Meister mit Inter
 
Für 20 Millionen Euro ging es dann zu Juventus Turin, doch der Manipulationsskandal und der damit verbundene Zwangsabstieg der „alten Dame“ zwang ihn zum erneuten Wechsel. Inter Mailand schlug zu und verpflichtete Vieira. Mit den Nerazzurri wurde er zweimal in Folge italienischer Meister und holte so nach einer Pause von elf Jahren seine nächsten Titel in Italien, denn schon 1996 gewann er mit Milan die Meisterschaft. Doch in der letzten Zeit unter José Mourinho stimmte das Verhältnis zwischen Spieler und Trainer nicht mehr wirklich und es war die Zeit gekommen für eine Luftveränderung. Manchester City ließ sich nicht zweimal bitten und holte den Franzosen ablösefrei zurück auf die Insel.

Mancini ein alter Bekannter


Bei den Citizens ist nämlich ein Mann Trainer, der genau um die Vorzüge eines Patrick Vieira Bescheid hat: Roberto Mancini trainierte den Mittelfeldspieler zwei Jahre lang und ist nun wieder mit „seinem“ Vieira vereint. Schon in seinem zweiten Einsatz für die Blues zeigte Vieira, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört: Mit einem Traumpass fast von der Mittellinie fand er Adebayor, der den Spielzug technisch perfekt vollendete. Das Spiel gegen Bolton ging mit 2:0 gewonnen, City rutschte auf den fünften Platz der Tabelle. Das Ziel lautet Champions League – ein Ziel, dass mit einem Patrick Vieira machbar ist!

Eure Meinung: Ist Patrick Vieira für euch die Top-Verpflichtung in diesem Transfer-Winter?


 
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