Top Ten: Die besten geplanten Torjubel

Die meisten Torjubel fallen unterschiedlich aus. Schließlich kommen sie in der Regel spontan. Doch es gibt auch Spieler, die sich vor dem Anpfiff genau überlegen, wie sich sich bei einem Tor verhalten. Dabei kommen mitunter kuriose Szenen heraus...

EPL: Francesc Fabregas, Everton v Arsenal (PA)
Eine Liste von Andrew SOUTHWICK
übersetzt von Falko BLÖDING


Jimmy Bullard von Hull City sorgte am letzten Wochenende nach seinem Ausgleichstreffer gegen ManCity für einen Torjubel der besonderen Art. Rückblende: Im Vorjahr lag Hull bereits zur Pause gegen City mit 0:4 hinten. Trainer Phil Brown griff zu einer ungewöhnlichen Maßnahme und hielt seine Halbzeitansprache auf dem Spielfeld vor den eigenen Fans um so eine Reaktion seiner Mannschaft zu provozieren.

Als Bullard nun zum 1:1 traf, da lief er mit seinen Mitspielern zur selben Kurve, setzte sich wie vor einem Jahr auf den Rasen und feierte so den Treffer. „Wir haben gestern Abend entschieden, dass wir es so machen wollen. Der Trainer hat es mit Humor genommen“, erläuterte Bullard später.

Wir haben mal nachgeschaut, welche vorab inszenierten Jubel es in der Vergangenheit gab.

Jürgen Klinsmann  (Sheffield Wednesday – TOTTENHAM, 1994)


Als Jürgen Klinsmann 1992 an die „White Hart Lane“ wechselte, waren die Fans der „Spurs“ skeptisch. Klinsmann eilte der Ruf voraus, leicht zu Boden zu gehen. Eine Eigenschaft, die im englischen Fußball überhaupt nicht gern gesehen wird. Aber der Schwabe bewies den Engländern, dass die Deutschen doch Humor haben und kreierte bei seinem ersten Auswätstor von Tottenham den „Diver“, der in der Folge zu seinem Markenzeichen wurde.



Craig Bellamy (FC Barcelona – FC LIVERPOOL, 2007)


Zu der Zeit, als der FC Liverpool in Europa noch gefürchtet wurde, reisten die „Reds“ zum Knaller gegen den FC Barcelona nach Spanien. Am Abend vor dem Spiel sollte es einen gemütlich Karaokeabend zur Einstimmung auf das Spiel geben. Doch daraus wurde nichts: Craig Bellamy und John Arne Riise gerieten aneinander und zofften sich heftig. Das ging so weit, dass Bellamy den Norweger mit einen Golfschläger bedrohte. Bellamy, der für sein aufbrausendes Temperament bekannt ist, bekam eine Geldstrafe von 80.000 Pfund aufgebrummt. Am nächsten Tag erzielte er für Liverpool einen Treffer beim 2:1-Sieg im Camp Nou und feierte dies mit einem angedeuteten Abschlag beim Golf. Die englische Presse titelte später: „The nutter with the putter“ (Der Spinner mit dem Golfschläger).



Gordon Strachan (SCHOTTLAND – Deutschland, 1986)


Während der WM 1986 erwiesen sich die äußerst hohen Werbebanden als Hindernis beim Torjubel. Besonders für einen kleinen Spieler wie Schottlands Gordon Strachan. Dennoch verabredete er mit seinem Teamkollegen Charlie Nicholas, dass sie versuchen wollten über die Bande zu springen, sollte einem von Beiden ein Tor gelingen. Strachan witzelte noch, dass er Angst habe, auf der anderen Seite in einen Burggraben zu fallen. Als er gegen die DBF-Elf eingenetzt hatte, warteten seine Mannschaftskameraden gespannt auf Strachans Sprung. Doch der Rotschopf bremste im letzten Moment ab und legte stattdessen sein rechtes Bein auf die Bande. Er schaute seine Mitspieler an, als wollte er sagen: „Was habt Ihr denn erwartet?“



Ian Wright (WEST HAM – Southampton, 1998)


Eine Woche vor dem Spiel gegen Southampton hatte West Hams Torjäger Paolo di Canio die rote Karte gesehen und im Anschluss den Schiedsrichter Paul Alcock gestoßen. Der Unparteiische ging derart theatralisch zu Boden, das sogar manchem Schwalbenkönig die Schamesröte ins Gesicht steigen würde. Als Ian Wright im nächsten Spiel gegen Southampton traf, ließ er sich von Neil Ruddock gegen die Brust stoßen um dann völlig übertrieben zu Boden zu sinken.



Peter Crouch (ENGLAND – Jamaika, 2006)


Im Vorfeld der WM 2006 erheiterte Stürmer Peter Crouch seine Mannschaftskameraden der englischen Nationalmannschaft mit seinen Tanzkünsten. Der schlaksige Angreifer gab bei einer Party von David Beckham seinen „Robot-Dance“ zum Besten. Sein Tor gegen Jamaika feierte er auf eben diese Weise. Der Jubel wurde zum absoluten Hit bei den englischen Fans und selbst Prinz William bat Crouch, seien Tanz noch einmal aufzuführen, als er die „Three Lions“ besuchte.



Paul Gascoigne (ENGLAND – Schottland, 1996)


Bei der EM im eigenen Land standen die Engländer ganz besonders unter Druck. Trainer Terry Venables wollte seine Mannschaft vom Medienrummel abschiremen und reiste zur Vorbereitung auf das Turnier nach Hongkong. Doch auch dort bekam die Boulevardpresse ihre Schlagzeilen, denn die Spieler vergnügten sich offenbar mit jeder Menge Tequila. Anführer der „Schamlosen Idioten“ und „Königen der Säufer“, wie die Zeitungen titelten, war Mittelfeldspieler Paul Gascoigne.

Nach einem dürftigen 1:1 zum Auftakt der Europameisterschaft gegen die Schweiz, erzielte „Gazza“ beim 4:1 gegen den Erzrivalen Schottland ein Traumtor (es wurde später zum schönsten Tor gewählt, das je in Wembley erzielt wurde). Diesen Treffer feierte er, indem er sich von seinen Mannschaftskameraden Teddy Sheringham und Steve McManaman mit einer Wasserflasche abspritzen ließ und ständig auf das Etikett zeigte, um die Tequila-Geschichten auf den Arm zu nehmen.



Bebeto (BRASILIEN – Niederlande, 1994)


Der Stern des brasilianische Stürmers ging bei der WM in den USA endgültig auf. Auch privat lief es für den langjährigen Spieler von Deportivo La Coruna glänzend, kurz vor dem Viertelfinale gegen die Niederlande wurde er zum dritten Mal Vater. Seinen Treffer gegen die „Elftal“ feierte er, indem er zur Eckfahne lief und sich bewegte, als wiege er ein Baby im Arm. Seine Mannschaftskameraden stimmten mit ein und die Bilder dieses Jubels gingen um die Welt. Noch heute wird Bebetos Geste oft kopiert.



Facundo Sava (FULHAM – Charlton 2002)


Viele Spieler wünschen sich wahrscheinlich auf dem Feld jemand anderes zu sein. Die meisten wären wahrscheinlich am liebsten Diego Maradona oder Pele. Facundo Sava verblüffte dagegen in der Maske des Zorro (im wahrsten Sinne des Wortes). Der Argentinier hatte gerade gegen Chalton das Leder in die Maschen gedroschen, als er seine Stutzen nach unten rollte und eine Maske zu Tage förderte. Er setzte sie auf und rannte so über das Spielfeld. Die Fans wussten nicht, ob sie jubeln oder lachen sollten. Sava erklärte seine Aktion mit einer Tradition aus seiner Heimat. Bei spielen von Gimnasia werfen die Fans nach Toren Masken auf das Spielfeld, damit die Spieler sie beim Jubeln aufsetzen. „Ich habe zwar 250 Masken, aber ich konnte nur eine davon mitbringen“, so Sava später.



Cesc Fabregas (Everton – ARSENAL, 2009)


Der Kapitän von Espanyol Barcelona, Dani Jarque, verstarb tragischerweise vor dieser Saison im Trainingslager seines Klubs an plötzlichem Herzversagen. Arsenal Cesc Fabregas würdigte Jarque am ersten Spieltag der Premier League: Nach seinem Treffer gegen Everton hielt er ein Arsenal-Trikot mit Jarques Namen und dessen Rückennummer 21 in den Himmel.



Papa Bouba Diop (Frankreich – SENEGAL, 2002)


Der Senegal ging als Leichtgewicht in die WM 2002. Vor dem Auftaktspiel setzten nur die Wenigsten auf einen Erfolg der Afrikaner gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich. Doch der Senegal überraschte alle und siegte dank eines Treffers von Papa Bouba Diop völlig überraschend mit 1:0. Ein normaler Torjubel reichte da natürlich nicht aus. Also rannte Diop zur Eckfahne, zog sein Trikot aus und legte es auf den Boden. Seine Mannschaftskameraden tanzten um das Shirt und würdigten damit ihren Mitspieler.



Eure Meinung: Welcher Jubel gefällt Euch am besten, welcher gehört auch in diese Liste?


 
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