Deutschlands WM-Torhüter: Fragezeichen 2010

René Adler hat es gezeigt, so muss ein WM-Torhüter sein! – Mit seinen Paraden und mit seinen Reaktionen machte er den Einzug der deutschen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschafts-Endrunde 2010 erst möglich. Doch Moskau war gestern, was passiert im kommenden Sommer in Südafrika?

Jens Lehmann und Oliver Kahn of Germany (AFP)
Von Sebastian HEIER

Leverkusen.
Die Nummer eins von Bundesligist Bayer 04 Leverkusen ist auf einmal auch die Nummer eins in der deutschen Nationalmannschaft, dabei sah es noch vor einigen Wochen nach einem offenen Kampf aus. „Das war das emotionalste Spiel meiner Karriere“, sagte René Adler nach dem Abpfiff in Moskau, „dennoch mache ich mir jetzt noch keinen Kopf über die Rangliste der Torhüter.“

In der Torwartnation Deutschland ist René Adler mit seiner Leistung im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen die russische Nationalmannschaft in die Herzen der Deutschen geflogen. Adler machte den Einzug der deutschen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschafts-Endrunde 2010 erst möglich. Doch Moskau war gestern, was passiert im kommenden Sommer in Südafrika? Ist der 24-Jährige auch dann die Nummer eins, dann tritt er die Nachfolge der großen WM-Torhüter an…

Goal.com wirft einen Blick zurück, auf die großen Torhüter der deutschen Nationalmannschaft, die seit dem ersten Weltmeisterschaftstriumph 1954 zwischen den deutschen Pfosten standen:

Toni Turek: 1954

Zwischen 1950 und 1954 bestritt Toni Turek 20 Länderspiele für Deutschland. Unter Bundestrainer Sepp Herberger gelang ihm der erste deutsche Weltmeistertitel 1954. „Turek, du bist ein Teufelskerl! Turek, du bist ein Fußballgott!“, kommentierte damals Herbert Zimmermann im Finale. Das „Wunder von Bern“ war auch für Turek ein großes Wunder - er ist der einzige deutsche WM-Stammtorhüter, der kein WM-Spiel verloren hat.

Fritz Herkenrath: 1958

In Schweden stand der in Köln geborene Fritz Herkenrath auf und vor der deutschen Linie. Der vierte Platz bei der Weltmeisterschaft 1958 war nach einer 3:6-Niederlage gegen Frankreich nicht mehr abzuwenden. Fritz Herkenrath beendete drei Jahre später seine aktive Laufbahn.

Wolfgang Fahrian: 1962

Bundestrainer Sepp Herberger gab 1962 überraschenderweise dem jungen Wolfgang Fahrian den Vorzug gegenüber Hans Tilkowski. Der 20-Jährige konnte sich trotz der WM in Chile nicht im deutschen Team etablieren.

Hans Tilkowski: 1966

1958 wäre Tilkowski schon fast bei einer WM dabei gewesen, doch kurz vor Turnierstart in Schweden, wurde er wieder nach Hause geschickt. 1962 in Chile war der Schlussmann dann endlich dabei, allerdings ohne ein Spiel zu bestreiten. Erst 1966 wurde er zum Stammtorhüter der Deutschen berufen und wurde Zeuge des weltberühmten Wembley-Tores.

Sepp Maier: 1970 – 1978

1966 bestritt er sein erstes Spiel in der Nationalmannschaft. Bei der WM in England stand Maier zwar im Kader, doch er kam zu keinem Einsatz. Bei der WM 1970 wurde Sepp Maier als Nummer eins mit der deutschen Mannschaft Dritter, vier Jahre später holte er den Weltmeistertitel und 1978 war nach der Zwischenrunde das Aus gekommen.

Toni Schumacher: 1982 – 1986

Im Jahr 1979 trat Schumacher die Nachfolge von Sepp Maier an. 1982 in Spanien und 1986 in Mexiko wurde Toni Schumacher jeweils Vizeweltmeister mit der deutschen Auswahl. 1986 wurde er zum besten Torhüter des Turniers gewählt.

Bodo Illgner: 1990 – 1994

Zwischen 1987 und 1994 kam Illgner auf insgesamt 54 Spiele. 1990 stand er im Alter von 23 Jahren zwischen den deutschen Pfosten. In Rom siegte die DFB-Auswahl im Olympiastadion und wurde Weltmeister. 1994 schied die deutsche Mannschaft im Viertelfinale aus, die Kritik ging an Bodo Illgner und der erklärte daraufhin seinen Rücktritt.

Andreas Köpke: 1998

Köpke absolvierte 59 Länderspiele zwischen 1990 und 1998. Er nahm an drei WM-Turnieren teil und war 1998 in Frankreich die deutsche Nummer eins. Köpke avancierte nach dem Illgner-Rücktritt zum neuen Stammtorhüter. Bei der WM 1998 war jedoch schon im Viertelfinale das Turnier beendet.

Oliver Kahn: 2002

Der Titan übernahm das Kommando bei der nächsten Weltmeisterschaft. Im Jahr 2002 war für die deutsche Nationalmannschaft der WM-Triumph sehr nah, doch ausgerechnet Deutschlands Bester, Oliver Kahn, leistete sich im Endspiel einen Fehlgriff – Deutschland unterlag Brasilien und wir waren Vizeweltmeister. Kahn wurde dennoch mit dem Goldenen Ball als bester WM-Spieler ausgezeichnet.

Jens Lehmann: 2006

Das Duell mit Oliver Kahn war in den Wochen vor der Heim-Weltmeisterschaft DAS Top-Thema in den deutschen Medien. Am Ende entschied Jens Lehmann das Rennen für sich und Oliver Kahn musste als Nummer zwei zuschauen. Mit Lehmann zwischen den Pfosten schied das DFB-Team im Halbfinale gegen Italien aus. Immerhin blieb noch der Dritte Platz bei der Heim-WM.

Eure Meinung: Wer war und ist der beste deutsche Torhüter?


 
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