Yesterday: Deutschland – UdSSR (EM-Finale 1972)

Die Mannschaft, die 1972 erstmals für Deutschland den EM-Titel gewann, ist für viele Fans bis heute die beste Elf, die je für die Bundesrepublik aufgelaufen ist. Neben dem grandiosen 3:1 im Viertelfinale gegen England, bleibt vor allem der souveräne 3:0-Sieg im Endspiel gegen die Sowjetunion im Gedächtnis. Im Vorfeld des WM-Qualifikations-Duells am Samstag zwischen Russland und Deutschland blickt Goal.com auf jenes Match im Juni 1972 zurück.

Mit der wohl besten DFB-Elf aller Zeiten und Bomber Gerd Müller siegte Deutschland 1972
(fb) Berlin. Das EM-Endspiel von 1972 gilt noch heute als eines der besten Spiele, das je eine deutsche Nationalmannschaft abgeliefert hat. Gegen die UdSSR setzte sich die Mannschaft von Helmut Schön mit 3:0 durch und gewann erstmals den Titel des Europameisters. Das Spiel im Heysel-Stadion von Brüssel geriet zu einer klaren Angelegenheit, denn Deutschland verfügte mit Franz Beckenbauer, Sepp Maier, Gerd Müller, Jupp Heynckes oder Günther Netzer über überragende Solisten, die auch als Mannschaft prächtig harmonierten. „Um diese Mannschaft muss die ganze Welt Deutschland beneiden“, erklärte UEFA-Präsident Gustav Wiederkehr nach dem Turnier.

„Sie sind nur mit dem Maschinengewehr zu stoppen“


Besonders die Spielweise machte den deutschen Erfolg so außergewöhnlich. Erstmals trumpfte eine DFB-Elf nicht mit den „deutschen Tugenden“ wie Kampfkraft, Wille und Disziplin auf, sondern spielte wunderschönen Fußball. Auch die ausländische Presse überschlug sich angesichts des famosen Passspiels nach der EM mit Superlativen. So titelte die italienische Gazzetta dello Sport nach am Tag nach dem Endspiel: „Man müsste es gegen diese Deutschen mit einem Maschinengewehr versuchen, ansonsten kann man sie nicht stoppen.“ Und die englische Times meinte: „Es ist eine Freude, den Deutschen zuzusehen. Sie spielen elegant, einfallsreich und verfügen über grenzenlos viele Möglichkeiten.“

Toller Spielzug zum 1:0


Exemplarisch für die Spielstärke der Deutschen sei hier der Führungstreffer gegen die Sowjetunion genannt: Kapitän Beckenbauer trieb die Kugel unnachahmlich durch das Mittelfeld, passte auf Müller und der legte ab für Günther Netzer. Der Spielmacher knallte seine Direktabnahme an die Latte. Der Abpraller fiel Heynckes vor die Füße. Seinen Schuss parierte Jewgeni Rudakow zwar noch, doch schließlich staubte Gerd Müller zum 1:0 ab.

Erst Doppelschlag, dann Randale


Die UdSSR fand dagegen nie richtig in die Partie und war in allen Belangen unterlegen. Ein Doppelschlag im zweiten Durchgang durch Außenbahnspieler Hacki Wimmer und erneut Gerd Müller (der auch Torschützenkönig des Turniers wurde) bedeutete schließlich den endgültigen KO für die Sowjetunion. Die deutsche Mannschaft blieb nach diesem Turnier zum Großteil zusammen und feierte zwei Jahre später den WM-Titel im eigenen Land.

Überschattet wurde der Triumph in Brüssel allerdings von einigen deutschen „Fans“, die schon vier Minuten vor dem Abpfiff auf das Spielfeld stürmten und anschließen auch noch in der belgischen Hauptstadt randalierten.

So spielten sie:


Deutschland:
Maier – Höttges, Beckenbauer, Schwarzenbeck – Breitner, U. Hoeneß, Netzer, Wimmer, Kremers – Heynckes, Müller.

UdSSR:
Rudakow – Dzodzvashvili, Churtsilawa, Kaplichnij – Istomin, Kolotow, Troschkin, Konkow (46. Dolmatow), Baidatschnij – Banishevski (65. Koninkewitch), Onischenko.

Tore:
1:0 Müller (28.), 2:0 Wimmer (52.), 3:0 Müller (57.).


 
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