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Ramadan im Profi-Sport: Eine Verständnisfrage
Der Ramadan ist angebrochen und macht auch vor dem Profi-Fußball keinen Halt. In unserer aktuellen Themenwoche beschäftigt sich Goal.com mit den Hintergründen des muslimischen Fastenmonats und dessen Auswirkungen auf den Sport. Die Konsequenzen sind beträchtlich, schließlich fasten eine Vielzahl an Spielern und Scharen an Fans überall gleichzeitig auf dem Globus und der Sport ist für einen Monat nicht mehr dasselbe, ohne Frage. Beim populärsten Spiel der Welt, mit einer hohen Anzahl an muslimisch Akteuren verteilt auf alle Länder, wird demnach also auch Ramadan an Orten praktiziert, denen diese Bräuche zunächst völlig fremd erscheinen. Dies kann für Verwirrung sorgen für diejenigen, die diese Periode nicht verstehen. Unsere arabische Goal.com Redaktion um Journalist Mohammed Awaad wird mit dieser Serie erklären, was es mit Ramadan auf sich hat und warum der Fastenmonat gerade für den Fußball eine so große Bedeutung hat.
Übersetzt von François DUCHATEAU
Mekka. Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenders. Im Gegensatz zu den meisten anderen Jahrweisern basiert der islamische Kalender auf den Mond und nicht auf die Sonne, weswegen der Zyklus auch kürzer ist als ein Sonnenjahr. Mit Hinblick auf den regelmäßigen, globalen Kalender hat der diesjährige Ramadan am 22. August begonnen und wird am 19. September enden.
Eine der fünf Säulen des Islam
Fasten während des Monats Ramadan, auch als Sawm bekannt, ist eine der fünf Säulen des Islam, den Schlüsselbräuchen des Glaubens, die einen zu einem Muslimen machen. Die anderen Säulen sind der Glaube an Allah und Mohammed als seinen Boten; beten, der karikative Pflichtabgabe der Zakah sowie die Haddsch, die Pilgerreise nach Mekka.
Fasten zwischen Morgen- und Abenddämmerung
Das Fasten selbst beinhaltet einen Verzicht auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex zwischen Morgen- und Abenddämmerung. Da dies körperlich sehr anstrengend sein kann für bestimmte Personengruppen, gibt es Ausnahmeregelungen, bei denen man entschuldigt ist:
Auslegungen, bei denen man Tage „nachholen“ kann
Es gibt Auslegungen des Islam, wonach man an Tagen, an denen man rasche, kleine Reisen auf sich nimmt, diese später „nachholen“ kann. Generell wird der Kern des Sawn durch die beiden wichtigsten islamischen neureligiösen Gemeinschaften, die Schiiten und Sunniten, vereinbart.
Profi-Sportler müssen in best möglicher Verfassung sein
Diese sehr altertümlichen Regeln der Sawm können aber eben zu Problemen im Fußball führen. Von Profi-Spielern wird erwartet, dass sie in best möglichster körperlicher Verfassung sind, und manche sagen, dass dies nicht der Fall sein kann, wenn man während einer so langen Phase fastet.
Sport ist keine Entschuldigung, das Fasten zu brechen – Ärzte reden sogar von Leistungssteigerung
Dennoch nehmen viele islamische Gelehrte diese Sondersituation nicht als Entschuldigung hin, das Fasten deshalb zu brechen, denn Trainingszeiten kann man beispielsweise flexibel umgestalten, so ihr Standpunkt. Viele Ärztevertreter sind zudem der Meinung, dass die gesteigerte Konzentration während des Ramadan die Negativfolgen der Diät ausgleichen, wenn nicht sogar zu Leistungssteigerungen führt.
Fußball ist doch nur ein Spiel
Shikh Mohammed al Taweel, ein prominenter Imam aus Marokko, ist eindeutig in seiner Betrachtungsweise: Fußball ist ein Spiel und man kann das Fasten nicht wegen eines Spiels unterbrechen. Er ist nicht allein mit dieser Meinung und deswegen sehen wir überall auf der Welt Fans und Spieler auf der ganzen Welt fasten.
Damit endet unsere kleine Einleitung zur Goal.com-Themenwoche, die in einer Serie den Ramadan auf seine Aspekte im Sport reflektiert. In den kommenden Tagen folgen weitere Texte, die das Thema aus verschiedenen Standpunkten beleuchten: Die Sicht der Ärzte, Meinungen großer Persönlichkeiten des Sports, Fans, Fasten im Alltag, sowie ein Fazit, wo es Schnittmengen zwischen Fußball und Religion geben kann.
Verpasst nicht unser heutiges EXKLUSIV-Interview mit Starspieler Frederic Kanoute vom FC Sevilla, der über seine Erfahrungen im Ramadan erzählt.
Mekka. Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenders. Im Gegensatz zu den meisten anderen Jahrweisern basiert der islamische Kalender auf den Mond und nicht auf die Sonne, weswegen der Zyklus auch kürzer ist als ein Sonnenjahr. Mit Hinblick auf den regelmäßigen, globalen Kalender hat der diesjährige Ramadan am 22. August begonnen und wird am 19. September enden.
Eine der fünf Säulen des Islam
Fasten während des Monats Ramadan, auch als Sawm bekannt, ist eine der fünf Säulen des Islam, den Schlüsselbräuchen des Glaubens, die einen zu einem Muslimen machen. Die anderen Säulen sind der Glaube an Allah und Mohammed als seinen Boten; beten, der karikative Pflichtabgabe der Zakah sowie die Haddsch, die Pilgerreise nach Mekka.
Fasten zwischen Morgen- und Abenddämmerung
Das Fasten selbst beinhaltet einen Verzicht auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex zwischen Morgen- und Abenddämmerung. Da dies körperlich sehr anstrengend sein kann für bestimmte Personengruppen, gibt es Ausnahmeregelungen, bei denen man entschuldigt ist:
- Menschen, die sehr alt oder sehr jung (unter 12) sind
- Leute mit bestimmten Krankheiten
- Personen, die lange Reisen auf sich nehmen oder lange reisen müssen
- Schwangere oder stillende Frauen
- Frauen während der Menstruation
Auslegungen, bei denen man Tage „nachholen“ kann
Es gibt Auslegungen des Islam, wonach man an Tagen, an denen man rasche, kleine Reisen auf sich nimmt, diese später „nachholen“ kann. Generell wird der Kern des Sawn durch die beiden wichtigsten islamischen neureligiösen Gemeinschaften, die Schiiten und Sunniten, vereinbart.
Profi-Sportler müssen in best möglicher Verfassung sein
Diese sehr altertümlichen Regeln der Sawm können aber eben zu Problemen im Fußball führen. Von Profi-Spielern wird erwartet, dass sie in best möglichster körperlicher Verfassung sind, und manche sagen, dass dies nicht der Fall sein kann, wenn man während einer so langen Phase fastet.
Sport ist keine Entschuldigung, das Fasten zu brechen – Ärzte reden sogar von Leistungssteigerung
Dennoch nehmen viele islamische Gelehrte diese Sondersituation nicht als Entschuldigung hin, das Fasten deshalb zu brechen, denn Trainingszeiten kann man beispielsweise flexibel umgestalten, so ihr Standpunkt. Viele Ärztevertreter sind zudem der Meinung, dass die gesteigerte Konzentration während des Ramadan die Negativfolgen der Diät ausgleichen, wenn nicht sogar zu Leistungssteigerungen führt.
Fußball ist doch nur ein Spiel
Shikh Mohammed al Taweel, ein prominenter Imam aus Marokko, ist eindeutig in seiner Betrachtungsweise: Fußball ist ein Spiel und man kann das Fasten nicht wegen eines Spiels unterbrechen. Er ist nicht allein mit dieser Meinung und deswegen sehen wir überall auf der Welt Fans und Spieler auf der ganzen Welt fasten.
Damit endet unsere kleine Einleitung zur Goal.com-Themenwoche, die in einer Serie den Ramadan auf seine Aspekte im Sport reflektiert. In den kommenden Tagen folgen weitere Texte, die das Thema aus verschiedenen Standpunkten beleuchten: Die Sicht der Ärzte, Meinungen großer Persönlichkeiten des Sports, Fans, Fasten im Alltag, sowie ein Fazit, wo es Schnittmengen zwischen Fußball und Religion geben kann.
Verpasst nicht unser heutiges EXKLUSIV-Interview mit Starspieler Frederic Kanoute vom FC Sevilla, der über seine Erfahrungen im Ramadan erzählt.
Goal.com-Flutlicht
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