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Simone Laudehr trifft zum 1:0-Sieg über Italien. Deutschland im Halbfinale gegen Schweden

Simone Laudehr schießt DFB-Frauen ins Halbfinale - Silvia Neid aus der Schusslinie

Simone Laudehr trifft zum 1:0-Sieg über Italien. Deutschland im Halbfinale gegen Schweden

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Simone Laudehr sorgte in einer hart umkämpften Partie gegen Italien für den 1:0-Siegtreffer. Deutschland trifft damit im Halbfinale auf Gastgeber Schweden.

Vaxjö. Silvia Neid umarmte strahlend all ihre Spielerinnen, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach klatschte nach der bravourösen Hitzeschlacht anerkennend Applaus: Nach dem Halbfinal-Einzug bei der EM in Schweden durch den 1:0 (1:0)-Erfolg gegen Italien schwankten die deutschen Fußballerinnen zwischen Stolz und Erleichterung. Das goldene Tor durch Simone Laudehr (26.) nahm auch die zuletzt stark kritisierte Bundestrainerin Neid aus der Schusslinie.

Vor der Partie hatte lautstark "We Will Rock You" in der Kabine aus den Boxen gedröhnt, auf dem Platz rockten die deutschen Spielerinnen dann mit voller Hingabe die Italienerinnen. "Das war Wahnsinn, total stark. Wir haben gegen ausgebuffte Italienerinnen gekämpft bis zum Umfallen. Das war klasse, ich bin total stolz auf die Mannschaft", sagte Neid direkt nach dem Schlusspfiff in der ARD.

Im Halbfinale gegen Schweden

Vor dem Halbfinale gegen Gastgeber Schweden am Mittwoch in Göteborg (20.30 Uhr/ZDF und Eurosport) hat sie aber großen Respekt: "Die Schwedinnen haben eine ganz starke Mannschaft, sie sind der absolute Top-Favorit bei diesem Turnier. Jetzt müssen unsere Spielerinnen schnell regenerieren, das war ganz hart heute. Aber wir sind froh, dass wir wieder zu den besten vier Mannschaften zählen."

Mit dem Sieg in Växjö verhinderten die Deutschen, die den sechsten EM-Triumph in Folge und den achten insgesamt anpeilen, das zweite Viertelfinal-Aus hintereinander bei einem großen Turnier. Bei der Heim-WM vor zwei Jahren war die deutsche Mannschaft in der Runde der besten Acht gescheitert (0:1 n.V. gegen Japan).

Durch den Halbfinal-Einzug sitzt die stark kritisierte Bundestrainerin, die in Schweden ohne sechs verletzte oder kranke Stammkräfte auskommen muss, wohl wieder fest im Sattel. Zudem hat sich jede Spielerin 10.000 Euro Prämie gesichert. Sollte es für den Titelgewinn reichen, gibt es die EM-Rekordprämie in Höhe von 22.500 Euro pro Kopf.

Niersbachs Rückendeckung zahlt sich aus

Vor dem ersten K.o.-Spiel hatte der eigens angereiste DFB-Präsident Wolfgang Niersbach dem Team und Neid trotz der schwachen EM-Vorrunde das Vertrauen ausgesprochen - diese Maßnahme zahlte sich aus. Der Verbandsboss hatte mit seinem Vorstoß auf die Kritik nach der historischen EM-Pleite am Mittwoch gegen Norwegen (0:1) reagiert. Die erste EM-Niederlage seit über 20 Jahren hatte dafür gesorgt, dass die Deutschen zum ersten Mal seit 1997 eine EM-Vorrunde nicht als Gruppensieger beendeten.

Vor 9265 Zuschauern hatte die runderneuerte und stark verjüngte deutsche Mannschaft (23,5 Jahre im Durchschnitt) gleich zu Beginn Glück. Ein Kopfball von Verteidigerin Saskia Bartusiak landete auf der eigenen Latte (2.). Das Team Neids, die ihre Startelf im Vergleich zum 0:1 im letzten Vorrunden-Spiel gegen Norwegen auf drei Positionen verändert hatte, konterte drei Minuten später. Ein Kopfball von Anja Mittag verfehlte nur knapp das Ziel.

Titelverteidiger Deutschland, bei dem die zuletzt fehlenden Jennifer Cramer (Gelbsperre) und Lena Goeßling (grippaler Infekt) sowie Mittag neu ins Team gekommen waren, hätten kurz darauf eigentlich in Führung gehen müssen. Doch auch der Kopfball von Simone Laudehr ging neben das Tor der Italienerinnen.

In dieser Phase wurden Erinnerungen an die zurückliegende EM-Endrunde in Finnland wach. Vor vier Jahren traf die Auswahl Neids, in deren Kader nur noch neun Europameisterinnen von 2009 und zehn Teilnehmerinnen der WM 2011 stehen, ebenfalls im Viertelfinale auf Italien. Damals setzten sich die Deutschen mit 2:1 in Lahti durch und holten sechs Tage später in Helsinki den Titel.

Laudehr mit dem erlösenden 1:0

Laudehr münzte die Überlegenheit der Deutschen Mitte der ersten Hälfte auch in eine Führung um. Der Schuss der Mittelfeldspielerin nach einem Strafraum-Getümmel wurde noch von der Italienerin Elisa Bartoli abgefälscht. Kurz darauf hatten die Deutschen bei einem Pfosten-Roller der Italienerinnen (32.) und einen Kopfball von Elisa Camporese (36.) Glück.

Zu Beginn der zweiten Hälfte drängte Italien auf den Ausgleich, den defensiv agierenden Deutschen unterliefen in dieser Phase zu viele Fehler, nach vorne ging nicht mehr viel. Erst nach einer Stunde entwickelte die DFB-Elf wieder so etwas wie Torgefahr. In der 64. Minuten vergab Dzsenifer Marozsan eine gute Möglichkeit. Zwei Minuten vor dem Ende traf Maroszan mit einem fulminanten Freistoß die Latte, Nadine Keßler schoss den Abpraller weit übers Tor.

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