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Im abschließenden Gruppenspiel bei der EM in Schweden zog Deutschland im Spiel um Platz eins in der Gruppe B gegen Norwegen den Kürzeren.

Kalmar. So droht im Viertelfinale das Aus: Die deutschen Fußballerinnen haben nach einer historischen Niederlage bei der EM in Schweden den Gruppensieg verpasst und gehen in dieser Form nicht als Favorit in das erste K.o.-Spiel am Sonntag gegen Italien. Die Titelverteidigerinnen, die schon zuvor für die Runde der besten Acht qualifiziert waren, unterlagen im abschließenden Vorrundenspiel 0:1 (0:1) gegen eine B-Elf des ebenfalls bereits feststehenden Viertelfinalisten Norwegen. Ingvild Isaksen (45.+1) erzielte den einzigen Treffer.

Es war die erste EM-Pleite der Deutschen, die den sechsten EM-Triumph in Folge sowie den achten insgesamt anpeilen, seit mehr als 20 Jahren (1:3 gegen Dänemark am 3. Juli 1993) und 28 Spielen ohne Niederlage in Folge. Zum ersten Mal seit 16 Jahren beendete die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine EM-Vorrunde nicht als Gruppensieger. Durch die Niederlage steht zudem ein Umzug an: Es geht vom zweiten EM-Quartier auf der Ostsee-Insel Öland zurück in den ersten Endrunden-Standort nach Växjö.

Immerhin hat sich die runderneuerte Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid, die bei der Endrunde in Schweden auf sechs verletzte oder erkrankte Stammkräfte verzichten muss, durch den Viertelfinal-Einzug die kleinste ausgehandelte EM-Prämie (5000 Euro pro Spielerin) gesichert.

Niersbach zieht positives Zwischenfazit

Wenige Stunden vor Spielbeginn hatte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach für zusätzliche Motivation im deutschen Lager gesorgt. Der Verbandsboss kündigte an, dass Bundespräsident Joachim Gauck im Fall eines Finaleinzugs zum Endspiel am 28. Juli nach Solna reisen werde. Niersbach, der seinen Besuch für ein mögliches Halbfinale angekündigt hat, zog zudem eine positive Zwischenbilanz.

"Es ist eine neue Mannschaft, das wird registriert. Es sind viele junge, begeisterungsfähige Spielerinnen dabei. Da kann viel passieren", sagte der DFB-Chef: "Insgesamt ist das eine erfrischende Spielweise, darauf darf man auch ein Stück weit stolz sein - egal, wie diese EM ausgeht."

Vor 10.346 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Kalmar hatte die deutsche Mannschaft, die von Neid aufgrund der personellen Probleme auf 23,5 Jahre im Durchschnitt verjüngt werden musste, schon nach vier Minuten Glück. Bei einem Freistoß von Emilie Haavi reagierte Torhüterin Nadine Angerer stark.

Im Anschluss übernahm der zweimalige Weltmeister, bei dem die gelbgesperrte Jennifer Cramer und Lena Goeßling (grippaler Infekt) fehlten, das Kommando. Die Norwegerinnen, die sechs Stammkräfte schonten, lauerten auf Konter. Trotz der Feldüberlegenheit konnte sich das Team Neids kaum Chancen erarbeiten. Lediglich Torjägerin Celia Okoyino da Mbabi sorgte für einen Hauch von Gefahr (13.)

Bartusiak ohne Glück

Der deutschen Mannschaft, die in den ersten beiden Endrundenspielen ein Remis (0:0 gegen die Niederlande) und einen Sieg (3:0 gegen Island) geholt hatte, fehlte zu oft die Genauigkeit im Aufbauspiel. Dazu kamen zahlreiche technische Fehler auf beiden Seiten, die das Spiel über weite Strecken zu einem Langweiler machten.

Dem Spiel der Deutschen, die im Fall des Titelgewinns die EM-Rekordprämie in Höhe von 22.500 Euro pro Spielerin kassieren würden, fehlte Mitte der ersten Hälfte immer noch das Tempo. Besser wurde es nach einer halben Stunde. Erst landete ein Schuss Saskia Bartusiaks von der Mittellinie an der Latte (29.), wenige Sekunden später traf Luisa Wensing per Kopf die Querstange. Dennoch landete der Ball in der Nachspielzeit im deutschen Tor. Beim abgefälschten Schuss von Isaksen war Angerer machtlos.

Nach dem Seitenwechsel war das DFB-Team um den Ausgleich bemüht, die Qualität dieser Bemühungen ließ aber weiter zu wünschen übrig. Stattdessen hatte Caroline Hansen die Möglichkeit zum zweiten norwegischen Treffer (66.).

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