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Bluttests sind der effektivste Weg, Dopingsünder ausfindig zu machen. Jedoch ist in vielen Staaten, inklusive Spanien und den Niederlanden, nicht ein einziger durchgeführt worden.

Die Zahlen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) haben gezeigt: 2013 wurden weniger als ein Prozent aller Dopingkontrollen im Fußball in Form von Bluttests durchgeführt. Viele Anti-Doping-Behörden und nationale Verbände haben im vergangenen Jahr nicht einen einzigen Bluttest veranlasst - inklusive derer aus Brasilien, Spanien und den Niederlanden.

2013 wurden im Fußball insgesamt 28.002 Dopingkontrollen arrangiert, die große Mehrheit davon als Urin-Tests, nämlich 21.638 (77 Prozent). Davon wiederum gab es 287 Proben (1,32 Prozent), die entweder als auffällige Ergebnisse oder als von der Norm abweichende Resultate klassifiziert und einer weiteren Untersuchung zugeführt wurden. Es ist nicht bekannt, ob diese Nachuntersuchungen letztlich zu Sanktionen geführt haben. Die WADA hofft, dass bis zum Jahr 2016 alle Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen veröffentlicht werden.

Bei Trainingskontrollen wurde ein größerer Anteil verdächtiger Proben ermittelt als bei Kontrollen im Rahmen von Spielen, nämlich 123 (2,15 Prozent) von 5.697, die einer Nachuntersuchung bedurften. Trainingskontrollen gelten als effektiver, da die Sportler über die Tests während der Wettbewerbe oder Spiele informiert sind und so ein Dopingprogramm fahren können, das ein negatives Ergebnis garantiert.

WADA kontrolliert im Fußball nicht selbst

Bluttests sind der effektivste Weg, bestimmte leistungssteigernde Mittel wie menschliche Wachstumshormone oder das "blutauffrischende" EPO zu entdecken. Der Anteil solcher Tests war 2013 aber äußerst gering: Nur 667 (2,38 Prozent) aller Dopingkontrollen im Fußball beinhalteten eine Überprüfung des Blutes. Dabei wurden 173 (0,61 Prozent) als Trainingskontrollen durchgeführt. Keiner dieser Tests resultierte in einem auffälligen oder von der Norm abweichenden Ergebnis.

Dopingkontrollen im Fußball werden nicht von der WADA selbst durchgeführt, sondern von den nationalen Anti-Doping-Behörden, den internationalen Verbänden - wie der FIFA oder UEFA - und den Verbänden der einzelnen Staaten.

Auf Nachfrage von Goal nannte die niederländische Anti-Doping-Behörde Kostengründe als Erklärung für das Fehlen von Bluttests im holländischen Fußball. "Jede Anti-Doping-Organisation muss mit einem bestimmten Budget arbeiten und unterliegt finanziellen Einschränkungen", erklärte Herman Ram, Direktor der "Dopingautoriteit".

Keine Stellungnahme vom spanischen Verband

Daher müsse man "eine Entscheidung darüber treffen, wie wir unsere Ressourcen nutzen. Wir legen mehrere Kriterien zu Grunde, wenn wir entscheiden, wie viele Gelder in welche Sportart fließen." Eines dieser Kriterien sei "die Anzahl an Tests, die zu einem positive Ergebnis führen, und die haben im Fußball einen geringen Anteil".

Der spanische Verband (RFEF) wollte kein Statement abgeben.

Die Bluttests dürften im Jahr 2014 mit der Einführung des Biologischen Passes ansteigen, mit dessen Hilfe die Blutwerte über einen längeren Zeitraum gemessen werden und den die FIFA allen Spielern bei der WM in Brasilien auferlegt hat.

Der Biologische Pass überwacht laut WADA "ausgewählte biologische Parameter", durch die zwar die verbotene Substanz nicht direkt nachgewiesen werden kann, wohl aber indirekt durch ihre Auswirkungen im Körper.

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