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WM-Tag in Zahlen: Brasilien fast auf dem Tiefpunkt

Chile fliegt gegen Brasilien raus - wie immer. Dabei wies die Selecao einen statistischen Wert auf, der seit 1966 nur einmal unterboten wurde.

Rio de Janeiro. Chile scheitert im Achtelfinale gegen Brasilien - wie immer. Dabei wies die Selecao einen statistischen Wert auf, der seit 1966 nur einmal unterboten wurde. Kolumbien fügt seiner Fußballgeschichte mehrere neue Kapitel hinzu. Die beiden ersten Achtelfinalspiele der WM 2014, mit freundlicher Unterstützung von OPTA.

Immer die Selecao: Chiles Trauma geht weiter. Wieder scheiterte La Roja an Brasilien. Wieder im Achtelfinale. Im vierten WM-Duell beider Teams hatte Brasilien zum vierten Mal das bessere Ende für sich - und das immer in der K.o-Runde (zuvor auch schon 1962, 1998 und 2010). Damit bleibt Chile auf brasilianischem Boden weiterhin sieglos gegen die Selecao (sieben Remis, 20 Pleiten).

Stolze Bilanz: Auch wenn Brasilien kein Feuerwerk abbrannte, gegen die Selecao scheint auf heimischem Boden kein Kraut gewachsen zu sein. Seit 41 Partien hat man jetzt kein Heimspiel mehr verloren. Die letzte Niederlage war ein 0:1 gegen Paraguay im August 2002. Torschütze: Nelson Cuevas.

Unpräzise: Dass Brasilien am Samstag nicht die Sterne vom Himmel spielte, lässt sich aus der nächsten interessanten Statistik ablesen. Die ist wirklich bemerkenswert: Die Truppe von Luiz Felipe Scolari kam gegen Chile auf eine Passgenauigkeit von 72,9 Prozent. Das war Brasiliens zweitschlechtester Wert seit 1966, dem Beginn der detaillierten Datenerfassung. Und jetzt kommt’s: Schlechter war die Selecao nur im Finale 2002 gegen Deutschland (72,4 Prozent).

Historisches Kolumbien, Teil 1: Die Truppe von Jose Pekerman überzeugte auch gegen Uruguay und schoss seine beiden Tore gegen die Celeste zum idealen Zeitpunkt. Der Vorstoß in die Runde der letzten Acht ist für Kolumbien etwas Historisches, das gelang nämlich zuvor noch nie.

Historisches Kolumbien, Teil 2: Es geht mit Bestmarken weiter: Die Mannschaft gewann bei dieser WM schon mehr Spiele (4) als bei seinen insgesamt 13 WM-Spielen vor 2014 (3). Das liegt auch an der Effizienz, denn Los Cafeteros weisen mit 31 Prozent die aktuell beste Chancenverwertung dieser WM auf. Unter dem Strich steht somit die mit elf Toren beste Offensive der Endrunde - nie zuvor gelangen den Südamerikanern so viele Tore bei einem WM-Turnier.

King James: James Rodriguez befindet sich in bestechender Form und dürfte nach diesem Turnier den Status des Superstars zementiert haben. Durch seine beiden Treffer gegen Uruguay kann er jetzt folgende Statistiken vorzeigen: Rodriguez traf in jedem seiner letzten sechs Länderspiele. Rodriguez ist der erste Spieler seit 2002 (Ronaldo, Rivaldo), der in seinen ersten vier Spielen bei der WM einnetzt. Und: Mit fünf Toren und zwei Vorlagen führt Rodriguez nun die Torjägerliste sowie die Scorerwertung bei dieser Weltmeisterschaft an.

Schlechtes Omen: Die Urus müssen nach Hause fahren - hätte man sich im Vorfeld der Partie die Historie zu Gemüte geführt, würde einen das kein bisschen verwundern. Uruguay verlor nämlich seine letzten drei WM-Spiele gegen Konkurrenten aus Südamerika allesamt: 1970 gegen Brasilien, 1986 gegen Argentinien und jetzt gegen Kolumbien. Allerdings blieb man bei der Pleite am Samstag erstmals seit Juni 2010 wieder in einem WM-Spiel ohne Tor (damals 0:0 gegen Frankreich) - in den letzten neun Partien hatte die Celeste immer mindestens einmal getroffen.

Kein Sieg ohne Luis: Man hätte es wissen können. Luis Suarez fehlte bereits bei ersten Spiel seiner Elf gegen Costa Rica. Prompt gab’s eine 1:3-Klatsche für die Celeste. Nach seiner Biss-Attacke aus dem Italien-Spiel musste der Liverpooler nach Hause fahren - und ohne ihn kann Uruguay nicht gewinnen. Suarez verpasste seit 2010 jetzt insgesamt drei WM-Spiele, Uruguay verlor jedes einzelne: 2010 gegen die Niederlande (Halbfinale), besagtes Duell gegen Costa Rica und am Samstag gegen Kolumbien.

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