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Eine Korruptionsbekämpferin hat die FIFA vor der anstehenden Präsidentschaftswahl stark kritisiert. Vor allem Joseph Blatter bekommt sein Fett weg.

Stuttgart. Sylvia Schenk, Korruptionsbekämpferin bei Transparency International Deutschland, hat den Fußball-Weltverband FIFA wegen zu langer Amtszeiten seiner Funktionäre kritisiert. "Was die FIFA dringend benötigt, ist eine Amtszeitbegrenzung", sagte Schenk den Stuttgarter Nachrichten (Samstagsausgabe).

Die langen Amtszeiten würden die Gefahr der Korruption erhöhen. "Die Erfahrung gerade in der FIFA zeigt: Je länger jemand eine Funktion innehat, desto dichter ist sein Netzwerk mit möglichen wechselseitigen Abhängigkeiten. Und das erhöht die Gefahr von Korruption signifikant", sagte Schenk, die eine Begrenzung der Amtszeiten auf zwölf Jahre fordert.

Kritik an Blatter

Schenks Kritik richtet sich auch gegen Joseph S. Blatter. Der 78-Jährige ist seit 1998 FIFA-Präsident und plant seine fünfte Amtszeit. "Blatter kann nicht einerseits für die Amtszeitbegrenzung eintreten und dann selber nichts davon wissen wollen. Nur wer mit gutem Beispiel vorangeht, kann auch andere überzeugen. Das ist der oberste Grundsatz bei allen Maßnahmen zur Erhöhung von Integrität und gegen Korruption", sagte Schenk.

Doch sie legte gegen den Schweizer nach: "Wenn in einem normalen Unternehmen knapp ein Drittel der Vorstandsmitglieder innerhalb von gut zwei Jahren wegen nachgewiesener Korruption oder zumindest schwerer Anschuldigungen beziehungsweise Interessenkonflikten zurücktreten mussten, wäre der Vorstandschef, in dessen Ära all dies stattgefunden hat, auch schon längst weg."