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Schäfer sprach im Rahmen seiner Nominierung für den 'Deutschen Fussball-Botschafter' darüber, wie Jamaika das deutsche CL-Finale erlebte und was ihn an Lewy beeindruckt.

Kingston. Kamerun, Thailand, und nun die Karibik: Winfried Schäfer ist als Fußball-Fachmann in den letzten Jahren weit gereist, war in vier von sechs Kontinentalverbänden als Cheftrainer tätig. Für sein jahrelanges, weltweites Engagement in den 'Entwicklungsländern' wurde er im November für den 'Deutschen Fussball-Botschafter' 2014 nominiert.

Der 63-Jährige ist neben Katars Nationaltrainerin der Frauen, Monika Staab, sowie Klaus Stärk, Direktor des namibischen Fussballverbandes, einer von drei Kandidaten. Im Rahmen der Nominierung sprach er in Teil zwei unseres Intervierws (hier geht's zu Teil 1) über das Bild der Bundesliga im Ausland, wie Jamaika das deutsche Finale der Königsklasse erlebte und was Robert Lewandowski zu Franck Ribery unterscheidet.

Herr Schäfer, was macht den speziellen Reiz an „Entwicklungsländern“ wie Thailand, Aserbaidschan oder Jamaika aus?


Schäfer: Bei Jamaika hatte ich eine, wenn auch winzige Chance für die WM-Qualifikation gesehen. Aber ich habe mich in den Rahmenbedingungen getäuscht. Uns ist im wichtigsten Spiel Rodolph Austin und Torhüter Donovan Rickets ausgefallen, aber es gab keinen Ersatz. Zudem ließ sich kein Freundschaftsspiel vor dem ersten Duell mit Panama organisieren, was ein großes Problem darstellte. Mich reizten damals die Reggae Boyz und das Land – ich sehe darin in der Vermarktung großes Potential. Bei Thailand war es die Hoffnung, dass sich in einem Land mit knapp 70 Millionen Einwohner, was aufbauen lässt. Den Fußball zu entwickeln, schien mir reizvoll.

Was prägt in diesen Ländern das Bild von Deutschland und der Bundesliga?

Schäfer: Großer Sport kommt sehr positiv an. Zum Beispiel das Champions-League-Finale. In Jamaika waren alle von diesem tollen Spiel zwischen Borrusia Dortmund und Bayern begeisternd. Beeindruckt hat alle, dass weder der BVB noch die Medien nach dem Spiel über den Schiedsrichter hergefallen sind, trotz einer womöglich entscheidenden Fehlentscheidung in der Situation mit Dante.

Wie veränderte sich die Bundesliga in den Jahren Ihrer Abwesenheit?

Schäfer: Die WM 1998 und die EM 2000 waren ziemlich schlecht. Ein Meeting in Köln hat dafür gesorgt, dass Änderungen für 2006 vorangetrieben wurden. Leistungszentren für den Nachwuchs, Verpflichtungen an die Vereine - endlich wurde das gemacht, was wirklich wichtig ist: junge Spieler auszubilden. Der Erfolg gibt dem DFB und der DFL Recht. Übrigens war das für uns beim KSC damals eine ganz wichtige Entscheidung, nur so konnten wir überleben und uns in der Spitzengruppe der Bundesliga halten.

Zum ersten Teil des Interviews mit 'Winnie' Schäfer!

Auf welchem Weg sehen Sie 'Ihren' KSC nach dem Aufstieg in die zweite Liga?

Schäfer: Ich sehe kraftvollen Fußball, große Talente und freue mich für den Jamaikaner Daniel Gordon. Der KSC hat den damaligen Abstieg gut verkraftet. Sie spielen zwar noch nicht attraktiv, aber ansehnlich. Es ist ihnen sogar zuzutrauen, um den Aufstieg zuspielen, wenn sie den Trainer arbeiten lassen, denn die zweite 2. Liga derzeit nicht so stark. Zwischen Platz eins und sieben kann jeder jeden schlagen - da ragt niemand wirklich heraus. Die Verantwortlichen kennen das Potential an Zuschauern, die gilt es mit leidenschaftlichem Fußball zu überzeugen. Dann darf man ruhig auch mal verlieren.

Ist eine Rückkehr in die Bundesliga für Sie vorstellbar?

Schäfer: Das ist unheimlich schwer. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder man ist auf dem Karrussel drauf oder ein Verein fragt konkret. Ersteres ist bei mir nicht der Fall und viele denken, man würde sich nicht mehr auskennen in der Bundesliga. Ich halte aber die Auslandserfahrung und den Umgang mit internationalen Spielermentalitäten für sehr wichtig. Zudem schaue ich sehr viele Spiele der Bundesliga – seit der gestiegenen Auslandsvermarktung sind diese mühelos fast überall zu empfangen.

Der Ballon d'Or sorgt hierzulande für Gesprächsstoff. Wer ist für Sie der Weltfußballer 2013: Franck Ribery, Lionel Messi oder doch Cristiano Ronaldo?

Schäfer: Zwischen den drei Genannten würde ich mich dieses Jahr für Ribery entscheiden. Wobei mich vor allem BVB-Stürmer Robert Lewandowski beeindruckt. – da er es am schwersten hat, diese außergewöhnliche Leistung zu bringen. Lewandowski ist für mich einer der besten Stürmer der Welt.

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